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Heimbachs Bürgermeister Peter Cremer sowie die Telekom-Mitarbeiter Anja Oppermann und Gerd Wolter "weihten" das neue Glasfaserkabel diesen Mittwoch in Blens ein. [Fotos: JS]

Blens und Hausen können jetzt in der schnellen Internetwelt mitmischen

Heimbach: Sie ist dünner als ein menschliches Haar und zaubert ein Lächeln auf das Gesicht von Heimbachs Bürgermeister Peter Cremer. Die Sprache ist von der Glasfaser, genauer gesagt von ihrer fertigen Verlegung in die Ortsteile Hausen und Blens, und damit von der Einkehr des schnellen Internets in die beiden Eifeldörfer. „Schnelles Internet gehört heutzutage zur Lebensqualität. Dieser Standard hat nun auch Hausen und Blens erreicht.“ Die beiden Orte würden somit attraktiver zum Wohnen und Arbeiten, ist sich Cremer sicher. Er hofft, „dass wir auf diesem Weg auch jüngere Leute hier halten können“.

Vorausgegangen waren viele Jahre, in denen sich verschiedene Bürger samt Ortsvorstehern intensiv und beharrlich bei Rat und Verwaltung der Stadt Heimbach für eine schnellere Internetverbindung eingesetzt haben. „Lange haben wir diesen Tag ersehnt, lange haben wir dafür gekämpft“, erzählt der Hausener Ortsvorsteher Josef Jörres. 2009 hätten die Bürger ihn auf einer Dorfkonferenz mit dem Projekt beauftragt. „Keiner hat daran gedacht, dass es 2017 endlich soweit sein würde.“ Einen besonderen Dank richtet Jörres, wie auch Bürgermeister Cremer, an den ehemaligen Mitarbeiter der Stadt, Peter Boje, seit 2016 im Ruhestand. Federführend habe er das Projekt seitens der Verwaltung und in sehr guter Zusammenarbeit mit den Bürgern geleitet. Auch der Ortsvorsteher von Blens, Thomas Schäfer, freut sich, „dass die Bürger von Hausen und Blens endlich Zugang zum schnellen Internet haben.“ Ein Anlass zur Feierstunde sei es für ihn in dem Sinne aber nicht, da „wir jetzt endlich die Normalität bekommen, die seit vielen Jahren deutschlandweit üblich ist und die wir all die Jahre nicht hatten“.

Förderprogramme von Land und Bund, sowie Gelder aus dem Europäischen Landwirtschaftsfond hatten die Umsetzung des Projektes letztendlich möglich gemacht. Die Telekom begann ab Vertragsunterzeichnung mit der Stadt Heimbach November 2015 mit dem Ausbau ihres Netzes und wird hierfür von der Stadt Heimbach mit 256.000 Euro „subventioniert“. 90 Prozent dieser Kosten erhält die Stadt Heimbach dabei aus Fördertöpfen von Land, Bund und EU. Die Telekom selbst macht über ihre Investitionskosten keine Angaben. Von dem Ausbau profitieren jetzt über 270 Haushalte. Abgesehen von einigen Hausener Anschlüssen können sie Geschwindigkeiten von bis zu 50 MBits (Megabit pro Sekunde) erhalten. Ab heute werden die ersten Nutzer freigeschaltet.

Insgesamt wurden neun Kilometer Glasfaserkabel von Heimbach nach Hausen Richtung Blens verlegt. Im Verteilerkasten der beiden Dörfer wird das über die Glasfaser geleitete Lichtsignal in elektrisches Signal umgewandelt und über bestehende Kupferleitungen von den Kästen zu den einzelnen Häusern geleitet. „Das Glasfaserkabel bis zu jedem Grundstück zu verlegen, wäre zu teuer gewesen“, erklärt Anja Oppermann, Regio-Managerin des Infrastrukturvertriebes der Telekom, auf einer für die Bürger einberufenen Informationsveranstaltung in Blens an diesem Mittwoch. Auch sie freut sich über den erfolgreichen Abschluss des Projektes und hebt das Engagement von Bürgern und Kommune hervor. Wer von der schnellen Verbindung profitieren möchte, müsse selbst aktiv werden. Bestehende Verträge bestünden ansonsten weiter. Außerdem sei der Ausbau „diskriminierungsfrei“: Die Telekom bietet anderen Anbietern Zugang zum neuen Breitband-Netz. Treibende Kraft sind hier die Fördergeber, vorneweg die EU. Die Möglichkeit des Wettbewerbs soll gesichert werden; Strukturen, die mit öffentlichen Mitteln gebaut und gefördert werden, sollen allen Marktanbietern zur Verfügung stehen. Der Endkunde kann wählen. Aus Wettbewerbsgründen wird hier derzeit auch keine Vectoringtechnik eingesetzt, die die Internetverbindung noch schneller macht.

Unmut über das Verhalten der Telekom-„Werber“

Oppermann spricht während der Versammlung auch das Verhalten von Mitarbeitern an, die im Vorfeld Druck gemacht hätten, es gebe nicht genügend Anschlüsse. „Das ist natürlich Blödsinn“, sagt sie. Diese so genannten Ports, die für einen Anschluss des jeweiligen Haushalts an das schnelle Internet sorgen, könnten im Verteilerkasten beliebig nachgerüstet werden. Dennoch, einen Beigeschmack hat die Geschichte. Diese „Werber“ gehören zu einer von der Telekom autorisierten Firma, die im Auftrag der Telekom unterwegs ist und an der Haustür Verträge verkauft. Tatsächlich hatte das Vorgehen dieser Personen bei Teilen der Blenser und Hausener für Unmut gesorgt. „Seit Jahren drängen wir auf schnelles Internet“, erzählt der Hausener Jürgen Pick, bei dem ein Verkäufer vor der Haustür stand. „Diese Leute haben die Gunst der Stunde voll ausgenutzt. Ich habe mich von denen irgendwie überfahren gefühlt.“ Er habe schließlich blanko auf einem Tablet unterschrieben. Via E-Mail kam die Bestätigung auf sein Handy. Das Problem war allerdings, dass das Angebot nicht auf den vorhandenen Router abgestimmt war. Pick hat daher von seinem Widerrufsrecht Gebrauch gemacht. Frau Oppermann von der Telekom und die Stadt Heimbach wussten von dem Vorgehen zunächst nichts. „Als wenig später herauskam, dass in ein paar Tagen erst eine Informationsveranstaltung zum Internet stattfinden soll, war ich sehr perplex.“ Schnelles Internet möchte Jürgen Pick auf jeden Fall. Er wird einen Vertrag via Internet abschließen.

Auch die Blenserin Nadine Peter war von dem Auftreten des Vertreters irritiert. „Er hatte keine Visitenkarte und keinen Informationsflyer bei sich. Seinen Namen und seine Telefonnummer hat er auf einen abgerissenen Zettelfetzen geschrieben.“ Er erzählte, für zwei Häuser weiter wäre kein Port mehr frei, wie Peter berichtet. Sie aber hätten Glück. Er müsse jetzt zwar weg, sie könnten den Vertrag aber noch schnell bei ihm abschließen. Nadine Peter und ihr Ehemann haben sich dagegen entschieden. Ein anderer Bewohner erhielt einen Anruf über eine Mobilfunkrufnummer, nachdem er blanko unterschrieben hatte. Er sollte telefonisch Daten durchgeben, damit der Vertrag zustande komme. Als er sich weigerte, bekam er zu hören: „Wenn Sie nicht wollen, dann bleiben Sie eben bei dem, was Sie haben.“

Es gab aber auch Bürger wie beispielsweise Egon Güster, die mit der Beratung zufrieden waren: „Der junge Mann konnte mir konkret sagen, was von statten geht.“ Nachdem er auf einem Tablet des Verkäufers blanko unterschrieben hatte, wurde ihm der Vertrag via E-Mail und ein paar Tage später in Briefform zugesendet. „Bis jetzt ist alles einwandfrei gelaufen“, freut er sich. Alexandra Schäfer ist eine der Ersten, die das schnelle Internet seit diesem Freitag in Blens nutzen: „Ja, es funktioniert und geht richtig schnell“, sagt sie zufrieden. Ihren Vertrag hat sie über ein Telekom-Geschäft abgeschlossen.

Dies empfiehlt auch Oppermann denjenigen, die Haustürgeschäfte vermeiden möchten. Als Ansprechpartnerinnen waren daher auch zwei regionale Verkäuferinnen der Telekom während der sehr gut besuchten Informationsveranstaltung anwesend. Jeder Haushalt in Blens und Hausen kann sich also nun an die schnelle Welt des Internets anbinden lassen. Vertragslaufzeiten mit anderen Anbietern müssen unter Umständen erst eingehalten werden.

18.2.2017WirtschaftHeimbach0 Kommentare js

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