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Kunstpreisträgerin 2017: Claudia Kallscheuer. [Foto: Nikolaus Fürcho]

Claudia Kallscheuer: Mit Nähmaschine, Nadel und Faden zum Kunstpreis des Kreises Düren

Kreise, Kreis Düren: Nun steht es fest: Als achte Preisträgerin wird Claudia Kallscheuer mit dem Kunstpreis des Kreises Düren 2017 ausgezeichnet. Das hat die Jury unter Vorsitz von Landrat Wolfgang Spelthahn einstimmig entschieden. Die Auszeichnung ist mit einem Preisgeld in Höhe von 5.000 Euro und einer Einzelausstellung in einem Museum verbunden, zu der ein Katalog herausgegeben wird. „In diesem Jahr lagen der Jury Bewerbungen von 30 Künstlerinnen und Künstlern vor – das ist ein neuer Rekord. Aber auch die Qualität der eingereichten Arbeiten war sehr, sehr hoch“, berichtete Spelthahn von einer intensiven Sitzung.

Das Rennen machte Claudia Kallscheuer. 1967 in Waiblingen geboren, wuchs sie in Nord- und Südamerika auf und lebte seit 1976 in Düren. Hier besuchte sie das Nelly-Pütz-Berufskolleg, wo sie zur Damenschneiderin ausgebildet wurde. Seitdem beschäftigt sich Claudia Kallscheuer intensiv mit Modedesign und Malerei. Nähmaschine, Nadel und Faden sind ihre wichtigsten Arbeitsgeräte, die sie virtuos beherrscht und mit denen sie mittlerweile schreibt, malt und zeichnet wie andere Künstler mit Stift, Pinsel und Farbe.

Wer an die Funktion einer „Nähmaschine“ denkt, assoziiert zunächst vermutlich anfallende Flickarbeiten: Ausbessern von durchgewetzten Kinder- oder Arbeitsklamotten. Andere erproben sich in der hohen Kunst von Patchwork oder Quilts, oder schneidern sich das begehrte Traumkleid selber auf den Leib. Doch was die Künstlerin Claudia Kallscheuer macht, hat wenig mit solchen „hausfraulichen Tugenden“ zu tun, in die man Nähen gemeinhin einordnet. Im Gegenteil: Sie bricht aus dieser „Disziplin“ aus und stellt gewissermaßen die Ansprüche auf den Kopf. Sie lässt die Fäden einfach hängen, sie arbeitet mit Verdichtungen, es entstehen Schlingen, die sie herauszieht, und Knoten, die da eigentlich nicht hingehören. Damit und mit ihrer Vorliebe für bestimmte Farben hat sie ihre ganz eigene Kunstsprache gefunden. Um eine solche – weder provokante noch gewohnte – Kunst zu leisten, ja ein Oeuvre zu schaffen, braucht man Disziplin, auch wenn sie selbst sagt:

Ich mache keine Skizzen, sondern gehe spielerisch vor. Das Nähen ist für mich wie das Zeichnen einer Linie, es ist eine Form des Denkens und Erforschens, es ist immer eine Reise auf dem Stoff, bei der man nie genau weiß, wohin sie führt.

In ihren Werken kombiniert Claudia Kallscheuer textiles Handwerk und Malerei zu außergewöhnlichen künstlerischen Arbeiten. „Ihre Bilder und Objekte verbinden Flächiges mit Linearem, wobei sie die Zeichnung mit dem Faden in die Bildträger aus Papier, Teebeuteln, Tuch oder auch Kleidungsresten stickt. Zurückhaltend und zugleich pointierend setzt sie meist zarte Farben auf die Flächen und schafft so leicht wirkende Bilder: unbeschwert und luftig, poetisch und duftig“, urteilt die Jury.

Claudia Kallscheuer, die in Düren und Berlin lebt und arbeitet, ist die achte Trägerin des Kunstpreises des Kreises Düren, der seit 2003 mit Unterstützung der Sparkasse Düren alle zwei Jahre verliehen wird. Ihre Arbeiten sollen demnächst im Leopold-Hoesch-Museum ausgestellt werden, präzisierte Landrat Wolfgang Spelthahn auf Rückfrage von EIFELON. Ein genauer Termin stünde aber noch nicht fest.

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Der Künstler Walter Dohmen wird 2019 für sein Lebenswerk ausgezeichnet. [Foto: privat]

Die Jury, die sich aus Vertretern der Kreistagsfraktionen und Kunstexperten der Region zusammensetzt, hat sich zudem bereits auf den Träger des Kunstpreises 2019 geeinigt: Professor Walter Dohmen wird die Auszeichnung in zwei Jahren für sein Lebenswerk erhalten. Diese Ehre wurde zuvor auch Dr. h.c. Herbert Falken, Herb Schiffer und Ulrich Rückriem zuteil. Walter Dohmen, 1941 in Langerwehe geboren, zählt zu den anerkanntesten zeitgenössischen Künstlern der Druckgrafik. Seine Spezialgebiete sind der künstlerische Tiefdruck, der Holzschnitt und die Lithografie. Walter Dohmen war von 1969 als Kunsterzieher und Sportlehrer an der Realschule Bretzelnweg und ab 1972 bis 1982 an der Nelly-Pütz-Schule in Düren tätig. Von 1973 bis 1978 arbeitete er als Lehrbeauftragter für Design an der FH Aachen und von 1982 bis 2000 als Dozent für Kunst und Design an der FH Köln. Seit 1964 ist Walter Dohmen als freischaffender Künstler tätig. 2009 war er Mitbegründer und Dozent der Internationalen Kunstakademie Heimbach. Seine Sonderausstellung soll dann 2019 im neu eröffneten Bau des Dürener Papiermuseums gezeigt werden.

24.3.2017KulturKreise, Kreis Düren0 Kommentare bwp

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