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Die Fachtagung „Kompetenz Integration“ wird vom Kreis Euskirchen mit verschiedenen Kooperationspartnern veranstaltet. [Foto: pg]

Fachtagung „Kompetenz Integration“ in Vogelsang

Kreise, Kreis Euskirchen: Was dürfen Flüchtlinge und die Gesellschaft, die sie aufgenommen hat, voneinander erwarten? Gibt es Rechte, Pflichten? Was heißt Integration? Wo gibt es Probleme? Wie können Ehrenamtliche in ihrem Engagement unterstützt werden? Diese und weitere Fragen werden Thema sein auf der ersten Fachtagung „Kompetenz Integration“, die am 23. Juni in Vogelsang stattfindet. Eingeladen sind Ehrenamtliche, Hauptamtliche in der Flüchtlingshilfe, aber auch alle anderen Interessierten und Geflüchtete selbst.

„Wir sind stolz darauf, dass wir diesen Fachtag organisieren dürfen“,

sagte Manfred Poth, Allgemeiner Vertreter des Landrates, während der Pressevorstellung zum Programm des Fachtages. Zusammen mit verschiedenen Kooperationspartnern organisiert der Kreis diesen Tag, der für die Teilnehmer kostenlos ist. Erfahrungen können ausgetauscht und Probleme diskutiert werden.

Rund 3.000 Geflüchtete leben zur Zeit im Kreis Euskirchen. Etwa 1.000 haben bereits die Anerkennung, rund 400 befinden sich im Asylverfahren, 800 verfügen über einen subsidiären Schutz (der greift ein, wenn weder der Flüchtlingsschutz, noch die Asylberechtigung gewährt werden können und im Herkunftsland ernsthafter Schaden droht) und etwa 400 sind geduldet (d.h. sie haben eigentlich kein Bleiberecht, aber aus verschiedenen Gründen können sie nicht abgeschoben werden).

„Viele werden über Jahren bleiben“, sagte Poth, und „nichts tun“ ist für ihn keine Option. Es gäbe inzwischen einen Wandel in der Arbeit mit Geflüchteten, meinte Carsten Düppengießer, Caritas Euskirchen. Stand zu Beginn der Flüchtlingswelle die Willkommenskultur im Mittelpunkt, rückt nun die Integration in den Fokus. Dabei veränderten sich auch die Anforderungen an Ehrenamtliche, erklärte Düppengießer. Mehr Qualifikation und eine engmaschige Begleitung stehen künftig auf der Agenda nicht nur bei der Caritas.

Während der Fachtagung, die im Übrigen für alle Interessierten offen ist, sollen verschiedene Aspekte der Integration beleuchtet und diskutiert werden. Im Nachgang soll eine Dokumentation mit den Ergebnissen erstellt werden. Bei der Planung künftiger Projekte sollen die Erkenntnisse ebenfalls einfließen. Sie rechneten mit 80 bis 120 Teilnehmern, sagte Roland Kuhlen, Mitarbeiter im Kommunalen Integrationszentrum. „Es dürfen auch mehr werden“, hofft Manfred Poth. Die Gesamtmoderation der Veranstaltung hat Bamdad Esmaili, freier Journalist u.a. für WDR for you. Serap Güler, Staatssekretärin für Integration im NRW-Ministerium für Kinder, Familie, Flüchtlinge und Integration, wird einen Einführungsvortrag mit anschließender Diskussion halten. Anschließend haben Teilnehmer die Möglichkeit, aus insgesamt sieben Workshops zwei für sich zu wählen.

Die Workshops
Ganz unterschiedliche Themen rund um das Thema Integration werden dabei angesprochen:
„Alltagsrassismus in Bildern und Sprache“. Er soll vor allem der Sensibilisierung bezüglich alltäglicher rassistischer bzw. sexistischer Diskriminierung dienen. „Was heißt Integration“, mit dieser Thematik will sich Boris Brandhoff, DRK Euskirchen, beschäftigen. Es geht in diesem Workshop um eine Begriffsklärung und um Fragen der Ethik: Was kann man voneinander erwarten, kann eine Gesellschaft Grenzen ziehen, darf sie es? Dies sind Fragen, die diskutiert werden sollen.

„Brücken schlagen und mit kulturellen Missverständnissen umgehen“ ist das Thema der interkulturellen Trainerin Yinka Kehinde. Der vierte Workshop ist betitelt „Nach den Willkommenscafeś. Willkommenskultur war gestern – Integration ist heute“. Die Aufgaben änderten sich zur Zeit, erklärte Carsten Düppengießer, Caritas Euskirchen. Geflüchtete mit Bleibeperspektive suchen Wohnungen und Arbeitsplätze, da sind inzwischen andere Qualifikationen als noch vor drei Jahren beim Beginn der Flüchtlingswelle gefragt. „Teilhabe und Partizipation von geflüchteten Menschen“ ist ein weiterer Workshop, bei dem es darum geht, wie die Geflüchteten selbst in die Planung von Projekten eingebunden werden können. Tarq Alaows, selbst vor drei Jahren aus Syrien geflohen, wird diesen Workshop leiten. „Helfen und helfen lassen“ ist das sechste Thema des Fachtages. Eigene Grenzen erkennen und die eigenen Bedürfnisse nicht außer Acht lassen, ist für viele Ehrenamtliche nicht so einfach.

Wer den siebten Workshop wählt, kann eigene Erfahrungen machen, wie es sich anfühlt, auf der Flucht zu sein. Das DRK hat in Vogelsang zwei Escapes-Rooms eingerichtet. Zwei Fluchtrouten „Distopia“ und „Ikhan“ wurden eingerichtet. In gängigen Escapes-Rooms müssen die Teilnehmer Rätsel lösen und arbeiten sich durch einen Raum nach dem anderen. Dieses Konzept wurde übertragen auf die Situation von Flüchtlingen. Teilnehmern werden die Hauptursachen für die Flucht greifbar gemacht und sie erhalten einen Einblick in den beschwerlichen Weg der Flüchtenden. Nach der Arbeitsphase soll ein erstes Resümee gezogen werden und mit einem interreligiösen Friedensgebet wird die Veranstaltung abgeschlossen.

Anmeldungen sind bis zum 11. Juni erwünscht. Unter www.kreis-euskirchen.de kann der Flyer mit dem genauen Programm heruntergeladen werden, dort ist auch eine Online-Anmeldung unter Angabe der gewünschten Workshops möglich. Für Fragen und Anmeldungen steht aber auch Roland Kuhlen zur Verfügung unter 02251 – 15538, eMail:
25.5.2018LebenKreise, Kreis Euskirchen1 Kommentar pg

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  • „Welcome to Germany“ … 3000 Menschen werden derzeit im Kreis EU betreut, untergebracht, verpflegt, finanziert. Erhalten neben sehr viel Gastfreundschaft finanzielle Leistungen. Teils nach dem Asylbewerberleistungsgesetz, teils Sozialhilfe, teils auch Hartz 4…je nach Status. Das sind, sehr zurückhaltend gerechnet rund 3 Mio. Euro Kosten pro Monat für uns Steuerzahler! Während Menschen in anderen Ländern, auch solchen, die sagen, sie gehören zu Europa, schon deshalb im Gefängnis landen, weil sie frei ihre Meinung sagen, inklusive Anwendung von Folter, scheint Deutschland leider bisher nicht Willens, bzw. in der Lage, FÜR JEDEN MIGRANTEN standartmässig unsere freiheitlich demokratischen, christlich geprägten Normen! Sei es das Grundgesetz, sei es die Landesverfassung NRW, a) den Neuankömmlingen bekannt zu machen b) sich diese Werte verbindlich seitens des Flüchtlings bestätigen zu lassen. Statt dessen nun eine „Fachtagung“ auf der mal wieder geredet, geredet, geredet wird ….

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