"Viele kleine Dinge wurden durch die richtige Art von Werbung groß gemacht."

Mark Twain
EIFELON weiterempfehlen

Wir informieren die Eifel

unabhängig. überparteilich. unbezahlbar.

neue Kommentare
1
Über mehrere hundert Meter wurde der Wanderpfad unpassierbar gemacht. [Foto: privat]

Mysteriöse Wald-Attacke auf dem Dauven

Nideggen, Abenden: Der Dauven: Wanderer halten ihn für einen der schönsten Fernblicke. Vom Dauven aus hat man weite Sicht über die Hügel und Wälder der Nordeifel. Die Felsnase hoch über dem Rurtal gilt bei den Abendenern als einer der romantischsten Aussichtspunkte. Unten im Tal die Ortschaft Abenden, im Süden das Kloster Mariawald, inmitten grüner Wälder gelegen, scheinen zum Greifen nah. Der Weg zu diesem Aussichtspunkt hoch über Abenden wird von den Einheimischen als „Zauberwald“ bezeichnet. Ein gutes Ziel für einen Osterspaziergang, um den Frühling zu begrüßen.

Dazu war in diesem Jahr allerdings keine Gelegenheit gegeben. „Wildromantisch“, „Aussichtspunkt“  und „Zauberwald“ war einmal, jetzt ist Chaos auf allen Wegen angesagt. Seit Ende Februar gibt es keinen gangbaren Zugang mehr. Abgesägte Bäume liegen kreuz und quer auf und über den Wegen, an ein Durchkommen ist kaum noch zu denken.

Das war keine nette Osterüberraschung für die Spaziergänger, die an den Feiertagen ihren „Hausberg“ erwandern wollten.

Den Bürgern in Abenden reicht es: Der Nationalpark hat die Wege auf den Roßberg großteils unpassierbar gemacht. Die Zugänge auf den Kühlenbusch wurden vor zwei Jahren vom neuen Eigentümer des Schoeller-Anwesens – mit Unterstützung der Kreisbehörde – mit Reisig und Unterholz verrammelt. (EIFELON berichtete) In Abenden fühlt man  sich mehr und mehr eingekesselt.

Nun haben sich bisher Unbekannte den „Dauven“ vorgenommen: Sowohl der Weg von der Ortschaft Berg, als auch der Anstieg von Abenden, aus den Tal, sind durch umgesägte Bäume blockiert. Auf der Zuwegung aus Richtung Berg sind die Bäume über mehrere hundert Meter in die vorhandene Schneise gefällt worden und blockieren nun mit Krone und Astwerk den Zugang.

Mit einem Offenen Brief im ortseigenen Schaukasten informiert ein Abendener (Name der Redaktion bekannt) über den Zustand der Wanderwege:

[…] Von der unteren, wie von der oberen Zuwegung ist es nicht mehr möglich,
auf den „Dauven“ zu gelangen, ohne durch Unterholz und Dornengestrüpp zu kriechen.
Baumfällungen der massivsten Art, umgesägt auf halber Höhe mit Fallrichtung,
kreuz und quer über die Wanderwege versperren jeglichen Zugang.
Dass diese Art der Wegesperrung grob fahrlässig ist und Wanderer in dem
steilen Gelände des Dauvens in große Gefahr bringt, nimmt der Verursacher
billigend in Kauf.“

Seine Anfrage, Ende Februar, beim Hauptamt der Stadt hätte bis auf die Aussage „Wir kümmern uns darum“ und „Wir informieren Sie, wenn wir Näheres wissen“ bisher kein Ergebnis gebracht. Erst als nach Ostern, Anfang April, nun von mehreren Seiten weitere Beschwerden eingingen, reagierte man bei der Verwaltung.

Auf Nachfrage von EIFELON erklärte Dieter Weber, Allgemeiner Vertreter des  Bürgermeisters, in Nideggen sei von  Fällarbeiten an den Zugangswegen zum Dauven nichts bekannt. Weber veranlasste eine Anfrage bei der Unteren Naturschutzbehörde (UNB) des Kreises.

Die Kreisbehörde reagierte auf EIFELON-Anfrage prompt: Martin Steins, Dezernent des Kreises, äußerte sich am Freitagnachmittag:

Im Zuständigkeitsbereich der UNB gäbe es keine Anträge oder erteilte Genehmigungen aus naturschutzfachlicher Sicht zu Fäll-Maßnahmen im Bereich des Dauven oder seiner Zugangswege.

Die Geschichte wird immer mysteriöser, der zuständige Revierförster, Bernhard Guyens, versicherte auf Nachfrage, auch von seiner Behörde ,Wald und Holz NRW‘ seien keine Waldarbeiten an den fraglichen Stellen beauftragt oder bekannt. Allerdings hätte ihn gestern ein Waldeigner angerufen und mitgeteilt, dass auf seiner Parzelle am Dauven willkürlich Bäume umgesägt worden seien, die auch noch mit Stamm und Krone im Forst liegen würden. Auf Nachfrage bestätigte der Waldeigentümer die Angaben des Forstamtsleiters.

Nachtrag: Am Freitagmorgen meldete sich Frau Dederichs vom Hauptamt der Stadt Nideggen per Mail bei den Beschwerdeführern und teilte mit:

Der Weg zwischen Abenden und dem Dauven verläuft teilweise über Privatgrundstücke. Die Sperrung des Weges in diesem Bereich ist bekannt und durch die zuständige Fachbehörde des Kreises Düren genehmigt. Da es sich nicht um einen offiziellen Wanderweg handelt, wird die Sperrung voraussichtlich bestehen bleiben. Die Stadt Nideggen wird auf dem Weg, sowohl aus Richtung Abenden kommend, wie auch aus Richtung Berg kommend, eine entsprechende Beschilderung aufstellen, um auf die Wegesperrung und mögliche alternative Wegeführungen aufmerksam zu machen.

Mit freundlichen Grüßen Der Bürgermeister

Dürfen sich die Bürger jetzt eine Antwort aussuchen? EIFELON bleibt dran.

6.4.2018NaturNideggen, Abenden1 Kommentar cpm

Bisher 1 Kommentar
Kommentar schreiben

  • Mittlerweile ist es ein Witz was in Nideggen passiert bzw. nicht passiert.

    Man fragt sich wirklich was tut der Bürgermeister für seine Stadt und Bürger?
    Zuerst weiß man es nicht und wird informieren, dann wird Wochen später mitgeteilt, dass auch hier wieder gesperrt wird.

    Man könnte vermuten, dass der Verursacher erreicht hat, was er mit der Sperrung wollte.
    Jahrzehnte war es ein schöner Platz zum spazieren und jetzt ist es kein offizieller Weg und kann wieder mal geschlossen werden.

    Erinnert schwer an 2016 / Sperrung im Kühlenbusch.

    Auch hier wurden wieder mit Baumfällungen Anfang des Jahres 2018 der noch offiziell übrig gebliebene Wanderweg stark zugelegt. Für ältere Menschen sehr schlecht zu begehen. Dies interessiert anscheinend auch nicht. Antwort hierzu: das Wandern ist zumutbar ( so die Aussage des Eifelvereins). Wie gesagt EIN WITZ, was für die Bürger getan wird.

Einen neuen Kommentar schreiben

Um einen neuen Komentar zu schreiben, melden Sie sich bitte mit ihrem Benutzernamen und Passwort an. Wenn Sie noch keinen EIFELON-Account haben, können Sie sich kostenlos und unverbindlich registrieren.


  1. *Ihre eMail-Adresse wird nicht veröffentlicht
  2. Ein Passwort wird Ihnen an Ihre eMail-Adresse zugeschickt, Sie können es anschließend in Ihrem Benutzerberich leicht ändern.
  3. Den Button zur Registrierung finden Sie unter unserern folgenden Richtlinien:
Die Richtlinien für die Nutzung der EIFELON Diskussionsplattform
Die Benutzer bestätigen/akzeptieren mit ihrer Anmeldung unsere Richtlinien. Falls es im Nachhinein noch Änderungen an den Richtlinien gibt, werden die User beim nächsten Einloggen aufgefordert, die Richtlinien erneut zu bestätigen: Wir bieten Ihnen hier eine Plattform für sachliche und konstruktive Diskussionen. Um dies zu gewährleisten, behält sich die Redaktion vor, Kommentare nicht zu veröffentlichen, die einer sachlichen Diskussion nicht förderlich sind. Wir bitten Sie daher, durch die Einhaltung unserer Richtlinien zu einem freundlichen Gesprächsklima beizutragen.
1. Gegenseitiger Respekt
Bitte behandeln sie andere Nutzer so, wie Sie selbst behandelt werden möchten. Zeigen Sie Toleranz gegenüber anderen Meinungen und verzichten Sie auf persönliche Angriffe und Provokationen.
Selbstverständlich werden Kommentare, die ehrverletzend, beleidigend, rassistisch, pornografisch oder auf andere Weise strafbar sind, nicht freigeschaltet.
2. Wortwahl und Formulierung
Sachliche Argumentation ist die Basis für eine konstruktive Diskussionskultur. Nehmen Sie sich die Zeit, Ihren Kommentar vor dem Abschicken zu überprüfen. Habe ich den richtigen Ton getroffen? Könnten meine Formulierungen Missverständnisse hervorrufen?
3. Benutzernamen
Diese genannten Richtlinien gelten auch für die Verwendung von Benutzernamen.
4. Quellenangaben und Verlinkungen
Wenn Sie Zitate verwenden, verweisen Sie bitte auf die Quelle und erläutern Sie deren Bezug zum Thema.
5. Zeichenbegrenzung
Die Länge eines Kommentars ist auf 1000 Zeichen zu begrenzen, um eine Moderation in einem adäquaten Zeitrahmen zu gewährleisten. Mehrteilige Beiträge können daher leider nicht berücksichtigt werden.
Bitte sehen Sie davon ab, denselben oder einen sehr ähnlichen Kommentar mehrmals abzuschicken.
6. Werbung
Die Nutzung der Kommentarfunktion zu kommerziellen Zwecken ist nicht erlaubt. Inhalte gewerblichen oder werbenden Charakters werden nicht freigeschaltet. Gleiches gilt für politische Aufrufe aller Art.
7. Sonstige Hinweise
Es besteht kein Anspruch auf Veröffentlichung eines Kommentars. Beiträge, die sich als falsch oder unwahr herausstellen, können auch im Nachhinein noch gelöscht werden. Sollten Sie auf Beiträge stoßen, die gegen die Richtlinien verstoßen, machen Sie die Moderation bitte darauf aufmerksam. Schicken Sie einfach den Link des betreffenden Kommentars mit einer kurzen Erläuterung an redaktion@eifelon.de. Bei wiederholten oder besonders schweren Verstößen gegen diese Richtlinien behalten wir uns einen Ausschluss einzelner User vor.


zurück zur Startseite