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Naturraum Rursee. [Foto: cpm]

Ablehnung der Kletterwaldplanung: BUND und NABU sehen sich durch Bezirksregierung bestätigt

Nideggen: Die Naturschutzverbände nehmen zu der erst jetzt bekannt gewordenen Stellungnahme des Fachdezernats „Natur und Landschaft“ der Bezirksregierung Köln zum Kletterpark Eschauel vom Mai vergangenen Jahres Stellung. (EIFELON berichtete)

Das Fachdezernat der Bezirksregierung kritisiert in seiner Einschätzung, dass für die Errichtung eines Kletterwaldes Veränderungen im Baumbestand nötig seien, dass durch die forstlich notwendigen Maßnahmen der ältere Baumbestand dauerhaft negativ beeinflusst werde und eine „ruhige Erholung“ in diesem Bereich laut Schallgutachten voraussichtlich nicht mehr möglich sein werde.

Die Höhere Naturschutzbehörde der Bezirksregierung schreibt in ihrer Stellungnahme:

Zusammenfassend werden für den nördlichen Bereich der Planung deutlich wahrnehmbare Veränderungen an dem vorhandenen Waldbestand erwartet, die die Funktionen als Brut- und Nahrungsraum für Tiere sowie für die stille Erholung des Menschen merklich einschränken. In Anbetracht der Eigenschaft als „Bereich für den Schutz der Natur“ und „Verbundkorridor herausragender Bedeutung“ gehen mit der vorliegenden Planungsabsicht diesen Zielsetzungen entgegen stehende Auswirkungen einher.“

Würde man diese Aussage ernstnehmen, so die Naturschutzverbände, könnte im nun geplanten Bereich kein Kletterwald errichtet werden.

Die Naturschutzverbände teilen des Weiteren die kritische Einschätzung der Höheren Naturschutzbehörde, dass für den langjährigen Betrieb weiterer Raumbedarf notwendig werden würde (Parkplätze, sanitäre Anlagen etc.) und dass die Entstehung eines großräumigen Freizeitbereichs an dieser Stelle zudem den Schutzzwecken des Nationalparks widersprechen würde.

So hatten die Verbände bereits in ihrer gemeinsamen Stellungnahme vom Mai 2017 auf die ökologische Wertigkeit des Plangebietes und Beeinträchtigungen des geschützten Traubeneichenwaldes mit seinen Tieren und Pflanzen sowie auf den Biotopverbund und die Lage des nördlichen Teilstücks des Planungsbereichs in einem „Bereich zum Schutz der Natur“ hingewiesen.

Dass jetzt – nach einem Beschluss des Nideggener Rates – gerade der ökologisch wertvollere nördliche Teil des Plangebietes als Kletterwald genutzt werden soll, sei nun gänzlich nicht mehr nachvollziehbar. Die Planung eines Kletterwaldes an dieser Stelle ist aus Sicht des Naturschutzes und der Landschaftspflege jedenfalls abzulehnen.

Ausgesprochen ungewöhnlich dabei sei es, dass diese für die Errichtung eines Kletterwaldes negative Stellungnahme erst jetzt, über ein halbes Jahr später, an die Öffentlichkeit käme. Sollte sie gar der planenden Stadt Nideggen, also dem Bürgermeister und dem Rat, im Verfahren vorenthalten werden, fragen sich die Naturschutzverbände.

Da der Nideggener Rat die Argumente der Höheren Naturschutzbehörde anscheinend bisher nicht kannte und sich daher auch nicht damit befassen konnte, leide das Verfahren zur Offenlage der Planung an einem „gravierenden Abwägungsmangel“. Es sei höchste Zeit, dass sich der Rat der Stadt Nideggen nun mit der bekannt gewordenen negativen fachlichen Einschätzung der Höheren Naturschutzbehörde zum Kletterwald auseinandersetze und diese, nun nachträglich bekannt gewordenen Bedenken, in seine Abwägung zur Kletterwaldplanung einbeziehe, fordern die Naturschutzverbände.

19.1.2018NaturNideggen1 Kommentar cpm

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  • Das ist doch alles ziemlich mysteriös. Eine ( Klein )-Investorin schafft es mit Sicherheit nicht solche Gutachten und Stellungnahmen der Behördere unter den Tisch fallen zu lassen. Da steckt doch wohl etwas Größeres, Einflußreicheres dahinter.
    Also zum wiederholten Mal die Frage: Wer und was steckt hinter diesem Plan? Wer sind die Geldgeber und was ist das Ziel? Der Park wird von der Fläche verkleinert, was auch erhebliche Auswirkungen auf die Businesspläne für die Geldgeber hat und schon nach wenigen Tagen sagt die Investorin, wir machen es trotzdem. Es verdichtet sich doch immer mehr der Eindruck, dass dieser Kletterwald wohl nur ein „Special Purpose Vehikel“, also eine Zweckgesellschaft ist um das eigentliche Ziel und die Personen dahinter zu verschleiern. Ist der Eschauel am Rursee für jemanden möglicherweise ein solches Juwel, dass man verdeckt Fakten bzw. eine Grundlage schaffen will, aus welchen auch eine Kommune nicht mehr zurück kann?

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