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Gerhard Wagner: „Sich Asche aufs Haupt streuen“ – etwas bereuen

Eifel: Diese Redensart hat ihre Wurzel in einer eher fragwürdigen Episode des Alten Testaments. Es handelt sich um den Inzest zwischen einem der Söhne König Davids, Amnon, und dessen Halbschwester Tamar – David hatte ja eine ganze Reihe Kinder mit mehreren Frauen. Nachdem dieser Amnon seine Schwester vergewaltigt hatte, verlor er jedes Interesse an ihr, ja „sein Widerwille war größer als vorher seine Liebe“ (2 Sam 13,15). Für eine Jungfrau der damaligen Zeit war es eine Katastrophe, ihrer Ehre beraubt zu sein: „Und als sein Diener sie hinausgetrieben und die Tür hinter ihr zugeschlossen hatte, warf Tamar Asche auf ihr Haupt und zerriss das Ärmelkleid, das sie anhatte, und legte ihre Hand auf das Haupt und ging laut schreiend davon“ (2 Sam 13,19). Die Asche wird hier als Symbol der Vergänglichkeit gebraucht, ähnlich wie bei „In Sack und Asche“ gehen. Erst im Neuen Testament kommt der Aspekt der Buße hinzu, der heute diese Redewendung dominiert.

Gerhard Wagner: „Wer’s glaubt wird selig! – Redewendungen aus der Bibel“, Regionalia-Verlag, ISBN: 978-3-939722-36-6

12.1.2018LebenEifel0 Kommentare gw

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