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Der Komet „Halebopp“ überraschte im Jahr 1996/1997 durch seinen prächtigen Gas- und Staubschweif [Foto: Harald Bardenhagen]

Sonne, Mond und Sterne: Jupiter-Monde und Sternschnuppen

Eifel: Der Sommer naht und die Temperaturen steigen am Tage zusammen mit der Sonne immer höher. Nachts wird es aber noch immer sehr kalt. Anfang Mai ist es erst gegen 23.30 Uhr so richtig dunkel. Ende Mai haben wir bereits die „weißen Nächte“, in der ganzen Nacht wird es überhaupt nicht mehr richtig „astronomisch“ dunkel. Die Abenddämmerung geht dann praktisch ohne Unterbrechung in die Morgendämmerung über.

Bis Mitte Mai kann man die erste Hälfte der Nacht sehr gut zum Sternegucken nutzen. Danach macht sich der zunehmende Mond mit seinem Glanz und seiner Helligkeit bemerkbar und richtig dunkel wird es – wenn überhaupt – erst in der zweiten Nachthälfte. Und das auch nur für kurze Zeit.

Es wird leider wenig Gelegenheit geben, die Milchstraße zu beobachten. Sie geht erst in den frühen Morgenstunden auf. Wenn sie dann – aufgrund der Erddrehung – hoch genug aus dem Dunst des Osthorizontes aufgestiegen ist, beginnt auch schon die Morgendämmerung. Der Mai ist deshalb kein guter Monat zur Beobachtung der Milchstraße.

Trotzdem bietet dieser Mai mit dem hellen Planeten Venus nach Sonnenuntergang am Westhorizont und dem größten Planeten unseres Sonnensystems Jupiter im Südosten ein tolles Himmelstheater. Mit einem guten Fernglas kann man die Phasenfigur der Venus erahnen: Sie sieht aus wie ein kleiner „Dreiviertel-Mond“. Rückt man dagegen dem Jupiter mit einem Fernglas „auf die Pelle“, dann wird man seine hellsten vier Monde neben der kleinen Planetenscheibe entdecken können. Diese Monde umkreisen den Jupiter recht schnell, deshalb kann man schon nach einer Stunde bemerken, dass sich die Stellung der Monde verändert hat.

Himmelsanblick am 16.05.2018 um 23:00 Uhr [Grafik: Stellarium]

Neben den aus dem Vormonat ja schon bekannten Sternbildern Bärenhüter, Jungfrau und Löwe locken eine Reihe lichtschwächerer Sternbilder. Wenn die Wolkenbedingungen günstig sind, dann sollten Sie mal versuchen den Becher, den Raben und die Waage über dem Südhorizont suchen. Die Monatssternkarte dieses Beitrags hilft Ihnen beim Suchen und Finden. Noch hilfreicher ist natürlich eine sogenannte „Drehbare Sternkarte“, die man problemlos mit nach draußen nehmen kann. Wer ein Mobilgerät zur Verfügung hat, kann sich darauf ein Sternkarten- oder Planetarium-Programm installieren und hat damit eine „elektronische“ Sternkarte immer bei der Hand.
Der Mai ist voller Sternschnuppen. Die beste Zeit zur Beobachtung ist die zweite Nachthälfte. Im Mai überraschen uns die „Eta-Aquariiden“, davon können bis zu 80 pro Stunde niedergehen. In unseren Breiten können wir circa 10 bis 15 Sternschnuppen pro Stunde sehen, aber nur dann, wenn es wirklich dunkel ist!

Die atmosphärische Leuchterscheinung „Sternschnuppe“ entsteht, wenn Staub oder kleinere und größere Gesteins- oder Metallteile aus dem Weltraum mit hoher Geschwindigkeit in die Erdatmosphäre eindringen und durch die Reibungshitze „verglühen“. Die „Eta-Aqariiden“ werden durch den Staubschweif des Halleyschen Kometen erzeugt. Den Kometen selbst können wir derzeit nicht sehen. Er wird uns erst wieder im Jahr 2061 besuchen. Wer genug Geduld hat und über ausreichend Lebenszeit verfügt, kann sich auf einen ganz besonders eindrucksvollen Kometen am Himmel freuen.

In der zweiten Nachthälfte ist der Planet Saturn zu beobachten. Man braucht allerdings schon ein Fernrohr mit mindestens 30-facher Vergrößerung (je mehr desto besser), um das Ringsystem beobachten zu können. In der zweiten Nachthälfte kann man schon die Sommersternbilder Leier, Schwan und Adler mit dem einprägsamen Sommerdreieck aus den hellen, unübersehbaren Sternen Wega, Deneb und Atair über dem Nordosthorizont entdecken.

Der Sternenpark Nationalpark Eifel eröffnet kleinen und großen Sterneninteressierten sowie vielen internationalen Gästen aus aller Welt den Blick auf den sternenreichen Nachthimmel. Und dies nicht nur auf der Sternwarte auf dem Internationalen Platz Vogelsang IP. Fotografen und Hobbyastromen finden in der ganzen Nationalparkregion von Kreuzau bis Blankenheim, von Roetgen bis Euskirchen sehr gut geeignete Foto- oder Beobachtungsplätze, die sie eigenständig anfahren oder erwandern können.

Seit über sechs Jahren setze ich mich dafür ein, dass der sternenreiche Nachthimmel über der Eifel für uns, für unsere Kinder und unsere Enkel erhalten bleibt und auch für viele Gäste aus Nah und Fern zu einer bleibenden Erinnerung wird. Deshalb engagiere ich mich für die Vermeidung von Lichtverschmutzung und kläre über die „Schattenseiten“ des künstlichen Lichts in der Außenbeleuchtung auf. Deshalb biete ich auf der Sternwarte meiner Astronomie-Werkstatt „Sterne ohne Grenzen“ auf dem Internationalen Platz Vogelsang IP ganzjährig Himmelsbeobachtungen für Klein und Groß, Jung und Alt an.
Und deshalb bin ich nicht nur Astronom, sondern auch Berater für belastungsarme Beleuchtung und kann Ihnen Tipps zur Vermeidung der unerwünschten Nebenwirkungen des künstlichen Lichts in der Nacht geben. Falls Sie Fragen, Anregungen oder Anmerkungen zu meiner monatlichen EIFELON-Kolumne „Sonne, Mond und Sterne“ haben, freue ich mich über Ihre Kommentare.

Bis zum nächsten Mal,
Ihr Harald Bardenhagen
(, www.sterne-ohne-grenzen.de)

4.5.2018NaturEifel0 Kommentare hba

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