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Himmelsanblick in der Nacht des 01.07.2017 um 23:00 Uhr –Saturn und Jupiter, der Mond und das „Sommerdreick“[Grafik: Harald Bardenhagen]

Sonne, Mond und Sterne: Sommerdreieck und weiße Nächte

Eifel: Am Sternenhimmel haben sich die Sterne über dem Südhorizont im Vergleich zum Vormonat nach Westen hin verschoben. Der Löwe neigt sich dem Untergang zu, der Skorpion steht in seiner höchsten Stellung im Süden und im Osten steigen die Sommersternbilder Leier, Schwan und Adler über den Osthorizont auf. Deren hellen Hauptsterne Wega, Deneb und Altair sind schon in der Dämmerung zu entdecken und bilden ein markantes Dreieck am Himmel – das „Sommerdreieck“.
Unsere Milchstraße ist nur bei Abwesenheit des Mondes in den frühen Morgenstunden am Sternenhimmel auszumachen.

Dessen Größe und Form ist einzigartig und leicht wiederzuerkennen. Neben den drei „großen“ Sternbildern Leier, Schwan und Adler hat man auch noch das kleine Sternbild Pfeil im unten Teil des Dreiecks und den Delphin etwas links davon recht einfach gefunden.
Der Mond zeigt sich am Wochenende des 17./18. Juni als abnehmender Halbmond am Morgenhimmel. Frühaufsteher können den Aufgang des Mondes am Osthorizont bei klarem Wetter beobachten. Ein kleines Fernglas reicht schon aus, um die Mondkrater und die Mondmeere detailliert zu beobachten. Nahe am Horizont erscheint der Mond immer viel größer als sonst – aber das liegt an einer verblüffenden optischen Täuschung. Ebenfalls am Morgenhimmel leuchtet der „Morgenstern“ – der Planet Venus. Die Venus ist sehr hell und kann noch lange in immer heller werdenden Dämmerung gefunden werden.

Schon bei Dämmerungsanbruch kann der Jupiter im Süden als heller Lichtpunkt gesichtet werden. Schon mit einem kleinen Fernglas kann man die vier hellen Jupitermonde Europa, Calisto, Ganymed und Io als kleine Lichtpunkte links und rechts von der Jupiterscheibe beobachten. Merken Sie sich die Stellung der Monde – schon am nächsten Tag können Sie feststellen, dass sich die Anordnung geändert hat.

Der Planet Saturn befindet sich jetzt in „Opposition“, d.h. die Erde steht jetzt genau zwischen Saturn und der Sonne. Das Ringsystem hat jetzt die größte Ringneigung, ist aber leider nur in einem Fernrohr ab ca. 30-facher Vergrößerung erkennbar.

Der längste Tag ist der 21. Juni – dann findet die Sommersonnenwende statt. In den letzten sechs Monaten ist die Sonne zur Mittagszeit immer höher über den Südhorizont gestiegen und erreicht am 21. Juni ihren höchsten Stand. Auch die Aufgangs- und Untergangspunkte der Sonne sind „extrem“. Die Sonne geht im Nordosten auf und geht im Nordwesten unter. Bei wolkenfreiem Horizont sollten Sie sich jetzt den Sonnenaufgang und den Sonnenuntergang nicht entgehen lassen. Soweit es die örtlichen Gegebenheiten und Ihre Zeit erlauben können Sie von Tag zu Tag beobachten, wie sich die Auf- und Untergangspunkte verändern.

Ab dem 21. Juni nimmt die Sonnenhöhe über dem Südhorizont zur Mittagszeit ab. Von nun an geht es „bergab“ und die Tage werden dadurch auch immer kürzer. Das freut alle Sternfreundinnen und Sternfreunde, denn nun werden auch die Nächte wieder länger.

Das Wochenende des 23./24. Juni bietet bei Neumond wieder komplett mondlichtfreie Sternennächte – richtig dunkel wird es leider nicht, denn die Sonne kommt die ganze Nacht hindurch nicht tief genug unter den Nordhorizont und somit bleibt immer noch etwas Dämmerungslicht übrig – man spricht auch von den „weißen Nächten“.

Eine schöne Begegnung der Mondsichel mit dem Hauptstern Regulus des Sternbilds Löwe kann man am späten Abend des 27. Juni beobachten. Am folgenden Abend kann man dann feststellen, dass der Mond nicht mehr rechts unterhalb von Regulus steht, sondern schon ein ganzes Stück nach links oben in Bezug auf die Sterne gewandert ist.

Der Mond begrüßt in der Nacht vom 6. Juli auf den 7. Juli den Planeten Saturn. Beide Himmelskörper kommen sich mit 3° Winkelabstand recht nahe. Diese „Nähe“ ist jedoch nur scheinbar, denn sie ergibt sich aus der Perspektive unserer Beobachtungplatzes auf der Erde – in Wirklichkeit sich Mond und Saturn Millionen von Kilometern voneinander entfernt.
Am Morgen des 14. Juli kann man zwischen 01:45 Uhr und 02:45 Uhr eine Sternbedeckung durch den Mond beobachten. Dazu muss man jedoch ein Fernglas zu Hilfe nehmen, denn der vom Mond bedeckte Stern χ Aqr ist nicht sehr hell und wird bei dem hellen Mondlicht kaum mit bloßem Auge zu erkennen sein. Versuchen Sie spätestens ab 01:30 Uhr dieses sehenswerte Himmelsereignis zu verfolgen.

Der Sternenpark Nationalpark Eifel und die Region darum herum bieten hervorragende Bedingungen für die Beobachtung eines sternenreichen Nachthimmels. Damit bietet die Region ein besonders nachhaltiges Naturerlebnis an, da die Gemeinden der Region mit ihrer zukünftigen Beleuchtungsplanung die Lichtverschmutzung vermeiden helfen und damit dieses touristische Alleinstellungsmerkmal „Sternenreicher Nachthimmel“ erhalten. Das war auch einer der Gründe, warum die Nordeifelregion kürzlich als Finalist im Bundeswettbewerb Nachhaltiger Tourismus ausgezeichnet wurde.

Seit über sechs Jahren setze ich mich dafür ein, dass der sternenreiche Nachthimmel über der Eifel für uns, für unsere Kinder und unsere Enkel erhalten bleibt und auch für viele Gäste aus Nah und Fern zu einer bleibenden Erinnerung wird. Deshalb engagiere ich mich für die Vermeidung von Lichtverschmutzung und kläre über die „Schattenseiten“ des künstlichen Lichts in der Außenbeleuchtung auf. Deshalb biete ich auf der Sternwarte meiner Astronomie-Werkstatt „Sterne ohne Grenzen“ auf dem Internationalen Platz Vogelsang IP ganzjährig Himmelsbeobachtungen für Klein und Groß, Jung und Alt an.
Und deshalb bin ich nicht nur Astronom, sondern auch Berater für belastungsarme Beleuchtung und kann Ihnen Tipps zur Vermeidung der unerwünschten Nebenwirkungen des künstlichen Lichts in der Nacht geben. Falls Sie Fragen, Anregungen oder Anmerkungen zu meiner monatlichen EIFELON-Kolumne „Sonne, Mond und Sterne“ haben, freue ich mich über Ihre Kommentare.

Bis zum nächsten Mal,
Ihr Harald Bardenhagen
(, www.sterne-ohne-grenzen.de)

16.6.2017NaturEifel0 Kommentare hba

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