"Viele kleine Dinge wurden durch die richtige Art von Werbung groß gemacht."

Mark Twain
EIFELON weiterempfehlen

Wir informieren die Eifel

unabhängig. überparteilich. unbezahlbar.

neue Kommentare
0
Die Gerichtsverhandlung zu den geplanten Windrädern im Münsterwald findet am Freitag statt. [Foto: cpm]

Windpark Münsterwald diese Woche vor Gericht

Umland, Aachen: Die Klage der BI Münsterwald und der Landesgemeinschaft Naturschutz und Umwelt NRW e. V. (LNU) gegen die Pläne der Stadt Aachen, im Münsterwald einen Windpark mit sieben Anlagen zu errichten, wird am Freitag vor dem Verwaltungsgericht Aachen verhandelt. Das öffentliche Hauptverfahren beginnt am 1. Dezember um 10.00 Uhr, im Justizzentrum, Adalbertsteinweg 92, im Sitzungssaal A 2.019 im Haus A, 2. Obergeschoss.

Der Schriftsatz im Auftrag des Naturschutzverbandes kritisiert die zur Genehmigung vorgelegten Gutachten zur „Störung des Landschaftsbildes“ als fehlerhaft.

Auch die Angaben zur Schallausbreitung der geplanten Windanlagen auf das Umfeld entspreche nicht den nötigen Vorsorgeabständen.

Zur geplanten und berechneten Ertragssituation des Windparks wird ausgeführt, dass an den Standorten im Münsterwald aufgrund der ungenügenden Windhöffigkeit und der weiteren gesetzlich bedingten Degression der EEG-Vergütung eine Wirtschaftlichkeit des Windparks nicht erreicht werden könne.

Auch beim Artenschutz seien schwere Fehler gemacht worden. So seien Abstandszonen für die Waldschnepfe, als gefährdete Art, unberücksichtigt geblieben, sowie der Lebensraum der Geburtshelferkröte bereits im Rahmen der Rodungsarbeiten großflächig zerstört worden.

Auch die zukünftigen Auswirkungen der geplanten Windanlagen auf die Erdbebenmessstation des Geologischen Dienstes (GD) in der nur 3,5 Kilometer entfernten Dreilägerbachtalsperre seien, trotz Hinweisen des GD, nicht ausreichend berücksichtigt worden. Hier ist nach dem Windenergieerlass ein Sicherheitsabstand von Windanlagen zu den Messinstrumenten von mindestens zehn Kilometern zu berücksichtigen. Anhand der vorliegenden Daten aus dem bereits im Betrieb befindlichen benachbarten Windpark „Lammersdorfer Wald“ und der dort betroffenen Erdbebenstation in der Kalltalsperre lasse sich die massive Störung der empfindlichen Instrumente, nach Aussage der Erdbebenstation Bensberg, eindeutig belegen.

Eine besondere Brisanz besteht bei diesem Verfahren auch darin, dass das Oberverwaltungsgericht Münster (OVG) am 5. Juli in einem anderen Gerichtsentscheid gegen die Stadt Aachen die Unwirksamkeit des Flächennutzungsplans (117. Änderung des Flächennutzungsplan) wegen erheblicher Fehler für rechtsunwirksam erklärt hat (Az. 7 D 105/14.NE). Damit gäbe es auch keine genehmigte Windkonzentrationszone im „streitgegenständlichen“ Münsterwald mehr, da durch die Aufhebung des Flächennutzungsplans ein Rechtszustand wie vor dieser 117. Änderung eingetreten ist. Damit wären auch alle immissionsrechtlichen Genehmigungen zur Errichtung dieses Windparks voraussichtlich hinfällig. Somit besteht die hohe Wahrscheinlichkeit, dass das Genehmigungsverfahren neu aufgerollt werden muss. Die Stadt Aachen hat gegen dieses Urteil vom 5. Juli Beschwerde vor dem Bundesverwaltungsgericht eingelegt.

Es verspricht also spannend zu werden…

26.11.2017NaturUmland, Aachen0 Kommentare cpm

Bisher 0 Kommentare
Kommentar schreiben

Es gibt noch keine Kommentare zu diesem Beitrag. Schreiben Sie den Ersten.

Einen neuen Kommentar schreiben

Um einen neuen Komentar zu schreiben, melden Sie sich bitte mit ihrem Benutzernamen und Passwort an. Wenn Sie noch keinen EIFELON-Account haben, können Sie sich kostenlos und unverbindlich registrieren.


  1. *Ihre eMail-Adresse wird nicht veröffentlicht
  2. Ein Passwort wird Ihnen an Ihre eMail-Adresse zugeschickt, Sie können es anschließend in Ihrem Benutzerberich leicht ändern.
  3. Den Button zur Registrierung finden Sie unter unserern folgenden Richtlinien:
Die Richtlinien für die Nutzung der EIFELON Diskussionsplattform
Die Benutzer bestätigen/akzeptieren mit ihrer Anmeldung unsere Richtlinien. Falls es im Nachhinein noch Änderungen an den Richtlinien gibt, werden die User beim nächsten Einloggen aufgefordert, die Richtlinien erneut zu bestätigen: Wir bieten Ihnen hier eine Plattform für sachliche und konstruktive Diskussionen. Um dies zu gewährleisten, behält sich die Redaktion vor, Kommentare nicht zu veröffentlichen, die einer sachlichen Diskussion nicht förderlich sind. Wir bitten Sie daher, durch die Einhaltung unserer Richtlinien zu einem freundlichen Gesprächsklima beizutragen.
1. Gegenseitiger Respekt
Bitte behandeln sie andere Nutzer so, wie Sie selbst behandelt werden möchten. Zeigen Sie Toleranz gegenüber anderen Meinungen und verzichten Sie auf persönliche Angriffe und Provokationen.
Selbstverständlich werden Kommentare, die ehrverletzend, beleidigend, rassistisch, pornografisch oder auf andere Weise strafbar sind, nicht freigeschaltet.
2. Wortwahl und Formulierung
Sachliche Argumentation ist die Basis für eine konstruktive Diskussionskultur. Nehmen Sie sich die Zeit, Ihren Kommentar vor dem Abschicken zu überprüfen. Habe ich den richtigen Ton getroffen? Könnten meine Formulierungen Missverständnisse hervorrufen?
3. Benutzernamen
Diese genannten Richtlinien gelten auch für die Verwendung von Benutzernamen.
4. Quellenangaben und Verlinkungen
Wenn Sie Zitate verwenden, verweisen Sie bitte auf die Quelle und erläutern Sie deren Bezug zum Thema.
5. Zeichenbegrenzung
Die Länge eines Kommentars ist auf 1000 Zeichen zu begrenzen, um eine Moderation in einem adäquaten Zeitrahmen zu gewährleisten. Mehrteilige Beiträge können daher leider nicht berücksichtigt werden.
Bitte sehen Sie davon ab, denselben oder einen sehr ähnlichen Kommentar mehrmals abzuschicken.
6. Werbung
Die Nutzung der Kommentarfunktion zu kommerziellen Zwecken ist nicht erlaubt. Inhalte gewerblichen oder werbenden Charakters werden nicht freigeschaltet. Gleiches gilt für politische Aufrufe aller Art.
7. Sonstige Hinweise
Es besteht kein Anspruch auf Veröffentlichung eines Kommentars. Beiträge, die sich als falsch oder unwahr herausstellen, können auch im Nachhinein noch gelöscht werden. Sollten Sie auf Beiträge stoßen, die gegen die Richtlinien verstoßen, machen Sie die Moderation bitte darauf aufmerksam. Schicken Sie einfach den Link des betreffenden Kommentars mit einer kurzen Erläuterung an redaktion@eifelon.de. Bei wiederholten oder besonders schweren Verstößen gegen diese Richtlinien behalten wir uns einen Ausschluss einzelner User vor.


zurück zur Startseite