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10 Hektar Wald sollen bis Mittwoch gerodet sein, um Windanlagen Platz zu machen.[Foto: G. Kroll]

Zweifler: Juwi macht Münsterwald platt

Umland, Aachen: Die Meldung am Donnerstag: Im Münsterwald beginnen die Rodungsarbeiten für die sieben Windanlagen der STAWAG-Solar…

Es gibt gute Bäume, die stehen im Hambacher Forst und werden von Menschenketten und Baumbesetzern bis zum Straftatbestand vor den Braunkohlebaggern verteidigt. Und es gibt böse Bäume, die stehen im Münsterwald und müssen in einer Nacht- und Nebelaktion – trotz Orkanböen und an Karneval – gefällt werden, um den politisch gewünschten Windrädern zu weichen.

Zehntausend Bäume, „minderwertige“ Fichten, die in der Eifel sowieso und angeblich nichts zu suchen haben, aber auch Laubmischwald, der eigentlich hier in der Eifel heimisch ist, muss weg. Der Wald behindert die „Klimarettungsbemühungen“ der Stadt Aachen.

Karneval ist dafür ein guter Zeitpunkt: Da haben die Behörden Schwierigkeiten, einstweilige Verfügungen zu erlassen, die Bürger feiern Fastelovend und die Harvester können schnell und effektiv vollendete Tatsachen schaffen, ohne von lästigem Protest behindert zu werden. Am Aschermittwoch ist alles vorbei… Dann beginnt auch, mit erstem März, die Schonfrist für die Bäume. Nach diesem Termin darf man mit Rücksicht auf die Vogelbrutzeit nicht mehr ohne eine rechtssichere Genehmigung Bäume fällen.

Die juristische Auseinandersetzung zwischen Naturschutz und dem Investor juwi/STAWAG Solar vor den Gerichten ist zwar noch nicht abgeschlossen, das macht aber nichts, schaffen wir einfach vollendete Tatsachen, radieren den Wald einfach aus. Damit fällt dann ja auch der Klagegrund weg: Sind die Bäume erst mal gefällt, kann man auch einfacher vor Gericht argumentieren: Worüber sprechen wir hier eigentlich? Weg ist weg.

Machen wir uns klar: Die Fotosynthese der Bäume sorgt – durch CO2-Umwandlung – für unseren Sauerstoff, den wir zum Atmen brauchen. Für den tropischen Regenwald gehen wir auf die Straße und zeigen mit dem Finger auf die Waldvernichter im fernen Brasilien. Und was machen wir?

Der Wald war bisher für Windräder tabu. Das hat unsere Landesregierung nun mit einem neuen Landesentwicklungsplan geändert: Wozu brauchen wir Wald, wenn wir doch Spargelwald bekommen können?

Der Flatterstrom der Windräder wird nie die Stromversorgung in Deutschland aufrecht erhalten können. Dazu gibt’s zu oft Windstille. Der Windstrom kann kein Netz stabilisieren. Das hat sich mittlerweile auch unter einem Teil der politischen Köpfe in diesem Land herumgesprochen. „Energiearmut“ wird zum neuen Schlagwort. Aber keiner traut sich, die verpulverten Milliardeninvestitionen einzugestehen. Das in einem Wahljahr?!? NEIN! Also ist weiter „Pfeifen im Wald“ angesagt.

Selbst wenn wir ganz Deutschland mit Windrädern zustellen, wird das immer noch nicht reichen, um Verkehr und Heizung zu elektrifizieren. Deutschlandweit liefern Windräder im Jahr nur 17 Prozent ihrer Nennleistung. Abgesehen davon, dass wir diesen Strom nicht speichern können für die Zeiten ohne Wind.

Es wird Zeit einzugestehen, dass zu viele Dinge bei der verordneten Energiewende nicht funktionieren oder nicht zu bezahlen sind. Beginnen wir endlich um- und nachzudenken. Das mit den „grünen“ Vordenkern hat ja nun nicht geklappt.

25.2.2017Politik, KommentarUmland, Aachen3 Kommentare cpm

Bisher 3 Kommentare
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  • Tatsachen schaffen, danach erstmal zuruecklehnen, den kleinen Sturm der Empoerung abwarten und aussitzen und dann still u leise weitermachen, altes Muster der herrschenden Klasse.

    [Gekürzt: Bitte bleiben Sie beim Thema. Mit freundlichen Grüßen Ihre EIFELON-Redaktion]

  • Wo bleiben die Menschenketten? Aber für die Ökofaschisten gilt der Rechtsstaat nur,
    wenn er ihnen hilft. Wer jetzt noch Grün wählt, ist es selber schuld.

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