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Marrtin Schulz nahm sich viel Zeit. [Foto: pg]

Kanzlerkandidat Martin Schulz sprach mit Ehrenamtlichen

Umland, Düren: „Sie machen den Kaffee, ich bringe den Kuchen mit“ – mit diesem Motto möchte Dietmar Nietan, Bundestagsabgeordneter der SPD im Kreis Düren und Bundesschatzmeister der Partei, mit den Menschen ins Gespräch kommen – gerade auch im Wahlkampf. Am vergangenen Samstag gab es statt Kuchen Tapas, denn das Treffen fand im „Coqorico“ am Dürener Marktplatz statt und Hauptredner war nicht Nietan, sondern Martin Schulz – Kanzlerkandidat der SPD. „Ich freue mich, dass er dieses Format mitmacht“, begrüßte der Abgeordnete die Gäste. Dies waren rund 50 Menschen. Einige mit Parteibuch, andere wiederum nicht – die sich ehrenamtlich in den verschiedensten Bereichen engagieren und dem Kanzlerkandidaten auf den Zahn fühlen wollten.

Gut gelaunt traf Schulz im Bistro ein und nahm sich Zeit für die Menschen vor Ort. Intensiv und aufmerksam lauschte er den Fragen, machte sich Notizen und nahm – wie er am Ende betonte – einiges mit. Einige Seitenhiebe auf seine Konkurrentin Angela Merkel blieben natürlich nicht aus, wobei der ehemalige Bürgermeister von Würselen immer im Rahmen blieb und eher mit kleinen Stichen die Politik der Kanzlerin kritisierte. Die anwesenden Genossen werden es mit Wonne aufgenommen haben. Wenn er mit den Menschen rede, höre er genau hin, was sie bewege, meinte Schulz. „Wie ist es mit der Rente, mit der Kita, was ist mit der Gesundheit?“ Fragen, die die Bürger vor Ort beschäftigen.

Die Themen waren vielfältig, die die Anwesenden ansprachen. Den Beginn machte Jürgen Müller, Vorsitzender des Betriebsrats beim Automobilzulieferer Neapco, einem der größten Arbeitgeber der Region. Er habe seine Kollegen gefragt, was sie von der Politik verlangen und wen sie wählen würden. Sie hätten viel diskutiert und eines der zentralen Anliegen war bei ihnen die Rente. Vor allem den Schichtarbeiter liegt die Rente mit 67 auf der Seele. Als Schichtarbeiter sei es eigentlich unmöglich, bis 67 zu arbeiten, meinte Müller. Schulz zeigte viel Verständnis für die Problematik. „Wer 45 Jahre gearbeitet hat, soll abschlagsfrei in Rente gehen können“, bekräftigte der Kanzlerkandidat, „das ist für mich ein Kampfthema“. Ob es Sonderregelungen zum Beispiel für Schichtarbeiter geben werde, könne er nicht versprechen. „Wir brauchen einen neuen Generationenvertrag und müssen die Rente vollständig stabilisieren“. Außerdem forderte Schulz eine Solidarrente, die deutlich über dem Grundsicherungsbetrag liegt, um Altersarmut zu vermeiden.


Lutger Bentlage, Vorsitzender des DGB-Kreisverband Düren, lag die Tarifbindung am Herzen, die immer mehr bröckele. „Wir kämpfen für die Tarifbindung“, präsentierte sich Schulz ganz als Sozialdemokrat. Man müsse überlegen, welche gesetzlichen Möglichkeiten es gäbe, damit Unternehmen durch Auslagerungen einzelner Geschäftsbereiche die Tarifbindung nicht mehr unterlaufen könnten. „Dauerhaft unbefristete Arbeitsverhältnisse müssen wieder zum Normalfall werden“.

Matthias Dürbaum, Betriebsrat im Tagebau Hambach, forderte mehr Respekt ein. „Die Kollegen arbeiten bei Wind und Wetter 365 Tage im Jahr.“ Sie müssten immer mehr Angriffe nicht nur verbal ertragen und würden sich wünschen, dass ihnen der Rücken mehr gestärkt werde. Respekt sei die Grundlage einer solidarischen Gesellschaft: „Wir brauchen wieder mehr Respekt“, forderte Schulz und zwar für jeden. Egal, ob eine Chirugin Menschenleben rette oder ein Busfahrer Schulkinder sicher nach Hause fahre.

Auch für die Polizeibeamten brach er eine Lanze. Es könne nicht sein, dass Polizeibeamte sich in Fußballstadien oder bei Demonstrationen anpöbeln und bespucken lassen müssten. „Sie verteidigen unsere Demokratie“ und verdienten den gleichen Respekt wie die Fußballprofis auf dem Feld, die in einem Monat mehr Geld verdienen würden als Polizisten in einem Jahr.

Karoline Pinkert vom Asylkreis Inden beschäftigte ganz andere Dinge. „Wir sind ein so reiches Land – warum sind die Kommunen dann so arm und können keinen Wohnraum für Flüchtlinge und Harz IV-Empfänger bereitstellen?“ Schulz konnte sie gut verstehen, es mache ihn zornig, dass die Betroffenen nicht entsprechend unterstützt würden. So gut die Tat von Frau Merkel gewesen sei, doch es seien die hunterttausende Menschen, die die eigentliche Arbeit bewältigt hätten und die Kommunen und Gemeinden seien nicht richtig ausgestattet gewesen. Der Kooperationsvertrag zwischen Bund, Ländern und Kommunen verhindert dies. Finanzminister Wolfgang Schäuble kann als Bundesminister keine direkten Hilfen an die Kommunen weiterleiten, dies muss immer über das jeweilige Bundesland erfolgen. „Das Kooperationsverbot gehört abgeschafft, damit den Gemeinden und Kommunen direkt geholfen werden kann“.

Auf das Thema Energiewende machte die Heimbacher Stadtratvertreterin Ulla von Gagern den Kanzlerkandidaten aufmerksam. Die Schönheit von Heimbach sei in Gefahr, denn es sollen bis zu 20 Riesenwindräder die Landschaft verspargeln. Sie forderte Schulz auf, sich mit der Energiewende auseinanderzusetzen und überreichte ihm einen Brief der AG Windenergie. (zuvor auf EIFELON)

Jo Ecker vom „Dürener Bündnis gegen Rechts“ überreichte Martin Schulz am Ende der Veranstaltung noch ein kleines Schild mit der Aufschrift „Kein Platz für Rassismus und Gewalt“. „Die Gefahr von Rechts wird immer größer“, betonte er. Der Kanzlerkandidat lobte das Engagement, „Ich bin dankbar für diese Initiative, es ist ein mutiger Schritt.“ Die AFD sei eine Schande für die Nation, denn sie sei eine rechtsextremistische Partei. „Wenn die Partei uns oder euch als ihre Hauptfeinde sieht, dann sind wir auf dem richtigen Weg“, bekräftigte Schulz und nahm das Schild gerne entgegen. „Vielleicht hängt in einem Monat ja auch eins beim deutschen Bundeskanzler“, hoffte Jo Ecker.

1.9.2017PolitikUmland, Düren3 Kommentare pg

Bisher 3 Kommentare
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  • Hallo,
    ich bin immer wieder verwundert wie kritiklos über diese beiden Herrn der sPD in den lokalen Medien berichtet wird. Herr Schulz und Herr Nietan habe beide in den letzten 20 Jahren jede, aber auch jede anti-sozialdemoktrische Massnahme frentetisch als „alternativlos“ bejaht, unterstützt und aktive mitgetragen. Das geht von Bankenliberalisierung über Lohndumping, Zeitvertraege, Griechenlandanektion durch den IMF bis hin zu 16 Jahren Krieg in Afghanistan.

    Was haben die beiden gemeinsam???
    Beide haben nie wirklich gearbeitet, nichts gelernt, sind reine Listenplaztdemokraten die sich unter dem Deckmantel der Gemeinnuetzigkeit die Taschen üppig füllen und mit demokratischen Mitteln nicht mehr von den Futtertrögen zu vertreiben sind. Beide lieben ihren Chauffeur und fliegen gerne mit Diplomatenpass durch die Gegend, zu „wichtigen“ Terminen.

    Ich hätte von EifelOn eine etwas kritischere Berichterstattung erwartet.

    Ich ewartet Nichts von diesen Figuren, aboslute NICHTS.

  • …. schon schade das kritische Beiträge so lange auf Freigabe warten müssen…. schon schade

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