"Viele kleine Dinge wurden durch die richtige Art von Werbung groß gemacht."

Mark Twain
EIFELON weiterempfehlen

Wir informieren die Eifel

unabhängig. überparteilich. unbezahlbar.

neue Kommentare
0
"Wo ist meine Mama?" fragt sich womöglich dieses Alligatorbaby. [Foto: Veranstalter]

Ausstellung in Maastricht: Auf der Suche nach idealen Eltern – EIFELON verlost drei Familienkarten

Umland, Niederlande: In den kommenden Monaten dreht sich im Naturhistorischen Museum Maastricht alles um das Thema „ideale Eltern“, wohlgemerkt im Tierreich und der Pflanzenwelt. Denn tatsächlich gibt es auch Pflanzen, die sich um ihren Nachwuchs kümmern. Und wie bei uns Menschen gibt es bei den Tieren Mamas und Papas in der üblichen Rollenverteilung, aber auch Hausväter, Patchworkfamilien, Kindergärten und Eltern, die ihre Kinder im Stich lassen.

Der 52-jährige Biologe Paul Beuk und sein Museumsteam haben die Ausstellung (23. April bis 19. November 2017) in neun Monaten auf die Beine gestellt und sich hierfür auch Objekte vom Zoologischen Forschungsmuseum Alexander Koenig in Bonn ausgeliehen. Die Ausstellung vermittelt, wie unterschiedlich intensiv sich Tiereltern um ihren Nachwuchs kümmern. Hierzu gibt es Geschichten zum Nachlesen, Fotografien und Kästen, in denen sich der Besucher die jeweiligen (präparierten) Tiere ansehen kann. Die Mistel im Garten des Museums dient als Beispielobjekt für Nachwuchspflege in der Pflanzenwelt. Im Gespräch mit EIFELON gibt Biologe Beuk vorab einige Einblicke in die Kuriositäten des Elternseins.

Die Amsel sei ein Paradebeispiel für ein Elternpaar, bei dem beide ihren „Verpflichtungen“ nachkämen: Papa in spe baut das Nest, Mama in spe befindet es für gut (oder auch nicht, dann muss Papa nochmal ran). In der Regel brütet zwar nur das Weibchen, aber das Männchen kommt seiner Pflicht als Beschützer der Familie nach: Ist das Weibchen mal abwesend, sitzt der werdende Vater auf oder im Nest und bewacht die Eier. In bester Harmonie kümmern sich dann beide Elternteile um die Mahlzeiten der geschlüpften Kinder.

Webnoncut_kangaroomoeder-kn

Echte Mamakinder sind Kängurus für rund ein Jahr und manchmal wollen sie einfach nur schmusen. [Foto: Veranstalter]

Beim amerikanischen Uferläufer sieht die Sache schon etwas anders aus: Gemeinsam bauen die Eltern hier noch das Nest. Der Part der Mutterrolle ist jedoch schnell ausgespielt: Das Weibchen legt lediglich noch die befruchteten Eier ins Nest, fliegt von dannen und sucht sich einen neuen Partner, mit dem sie wiederum am Nachwuchs „arbeitet“. Hier kann es allerdings passieren, dass sie noch Sperma vom Ex mit sich führt und die Kinder des kommenden Geleges unterschiedliche Väter haben. Den Männchen ist das allerdings egal: Treu sitzen sie auf den Eiern, brüten sie aus und kümmern sich als alleinerziehende Väter um den Nachwuchs.

Den Seepferdchenvätern geht es nicht besser, wie Beuk weiter ausführt: Hier sind sie es sogar, die trächtig werden. Die Weibchen sind nur Eierproduzentinnen, wohl mit Dottervorrat. Die Eier spritzen sie den Männchen beim Geschlechtsakt in eine vorgesehene Bauchtasche, in der die Eier vom Sperma befruchtet werden, und weg sind die Damen. Die Männchen bewachen ihre Kinder und sorgen dafür, dass sie behütet auf die Welt kommen.

Auf der anderen Seite gebe es natürlich auch die klaren Fälle der „Machos“, ergänzt der Biologe direkt. Das sei vor allem bei den Herdentieren wie Zebras oder Antilopen der Fall: Ein Männchen befruchtet mehrere Weibchen. Jede Mutter sorgt für ihr eigenes Kind. Der Vater bleibt auf Abstand, hält aber die Herde zusammen. Der Bewacherinstinkt kommt übrigens auch schon bei primitiven Tierarten vor: Das Ohrwurmweibchen legt nicht einfach so seine befruchteten Eier in kleinen Erdlöchern ab und verschwindet. Es bleibt, bewacht und betreibt Brutpflege, sorgt für Nahrung in den ersten Wochen, nachdem der Nachwuchs geschlüpft ist. Das machen auch einige werdende Mamas von Wanzenarten: Sie sitzen auf ihren gelegten Eiern und verteidigen sie gegen Angreifer. Bei einigen Wanzenarten spielen die Mütter sogar abwechselnd Nanny und passen zusätzlich auf den Nachwuchs aus der Nachbarschaft auf.

Auch sogenannte, bei uns verschriene „Helikoptereltern“ sind bei einigen Fisch- und Amphibienarten bekannt. Aufopferungsvoll und mit Hyperinstinkt für die Gefahrenabwehr sorgen sie für den noch nicht geschlüpften oder sehr jungen Nachwuchs: Maulbrüter nennen sie sich, wie Paul Beuk weiß. Aus lauter Sorge, den Eiern oder Babys könnte etwas in der Außenwelt geschehen, behalten die Eltern diese im Maul. Das Risiko, die Eier versehentlich zu verschlucken oder bei der Ausatmung durch die Kiemen zu verlieren, nehmen sie dabei in Kauf. Einige Eltern verzichten während dieser Zeit – und das können über zwei Monate sein – selbst auf ihr Essen.

Diese und noch viele weitere Geschichten über die Tier- und nicht zu vergessen auch die Pflanzenwelt weiß Biologe Paul Beuk zu erzählen. Am 20. Mai, 11. Juni, 8. Juli, 24. September und 18. November führt er die Museumsbesucher persönlich durch die Ausstellung MAMA! Für die Führung ist eine Reservierung unter 0031 – 433505490 oder notwendig. Aber auch ohne diese bietet die Ausstellung genug Stoff zum Schmunzeln, Staunen und Nachdenken. Genaue Informationen zu den Öffnungszeiten und Eintrittspreisen des Museums (Kinder bis inklusive vier Jahren haben gratis Zugang) finden Interessierte unter www.nhmmaastricht.nl.

Aufgepasst: Zu Muttertag (14. Mai) und Vatertag (18. Juni) haben Mamas und Papas jeweils freien Eintritt. Es versteht sich von selbst, dass die Elternteile dann natürlich ihre Kinder mit ins Museum nehmen.

Verlosung: Gemeinsam mit dem Naturhistorischen Museum Maastricht verlosen wir drei Familienkarten für Eltern mit bis zu drei Kinder. Hierzu einfach bis zum 28. April eine E-Mail mit dem Stichwort: MAMA! an senden.
21.4.2017NaturUmland, Niederlande0 Kommentare js

Bisher 0 Kommentare
Kommentar schreiben

Es gibt noch keine Kommentare zu diesem Beitrag. Schreiben Sie den Ersten.

Einen neuen Kommentar schreiben

Um einen neuen Komentar zu schreiben, melden Sie sich bitte mit ihrem Benutzernamen und Passwort an. Wenn Sie noch keinen EIFELON-Account haben, können Sie sich kostenlos und unverbindlich registrieren.


  1. *Ihre eMail-Adresse wird nicht veröffentlicht
  2. Ein Passwort wird Ihnen an Ihre eMail-Adresse zugeschickt, Sie können es anschließend in Ihrem Benutzerberich leicht ändern.
  3. Den Button zur Registrierung finden Sie unter unserern folgenden Richtlinien:
Die Richtlinien für die Nutzung der EIFELON Diskussionsplattform
Die Benutzer bestätigen/akzeptieren mit ihrer Anmeldung unsere Richtlinien. Falls es im Nachhinein noch Änderungen an den Richtlinien gibt, werden die User beim nächsten Einloggen aufgefordert, die Richtlinien erneut zu bestätigen: Wir bieten Ihnen hier eine Plattform für sachliche und konstruktive Diskussionen. Um dies zu gewährleisten, behält sich die Redaktion vor, Kommentare nicht zu veröffentlichen, die einer sachlichen Diskussion nicht förderlich sind. Wir bitten Sie daher, durch die Einhaltung unserer Richtlinien zu einem freundlichen Gesprächsklima beizutragen.
1. Gegenseitiger Respekt
Bitte behandeln sie andere Nutzer so, wie Sie selbst behandelt werden möchten. Zeigen Sie Toleranz gegenüber anderen Meinungen und verzichten Sie auf persönliche Angriffe und Provokationen.
Selbstverständlich werden Kommentare, die ehrverletzend, beleidigend, rassistisch, pornografisch oder auf andere Weise strafbar sind, nicht freigeschaltet.
2. Wortwahl und Formulierung
Sachliche Argumentation ist die Basis für eine konstruktive Diskussionskultur. Nehmen Sie sich die Zeit, Ihren Kommentar vor dem Abschicken zu überprüfen. Habe ich den richtigen Ton getroffen? Könnten meine Formulierungen Missverständnisse hervorrufen?
3. Benutzernamen
Diese genannten Richtlinien gelten auch für die Verwendung von Benutzernamen.
4. Quellenangaben und Verlinkungen
Wenn Sie Zitate verwenden, verweisen Sie bitte auf die Quelle und erläutern Sie deren Bezug zum Thema.
5. Zeichenbegrenzung
Die Länge eines Kommentars ist auf 1000 Zeichen zu begrenzen, um eine Moderation in einem adäquaten Zeitrahmen zu gewährleisten. Mehrteilige Beiträge können daher leider nicht berücksichtigt werden.
Bitte sehen Sie davon ab, denselben oder einen sehr ähnlichen Kommentar mehrmals abzuschicken.
6. Werbung
Die Nutzung der Kommentarfunktion zu kommerziellen Zwecken ist nicht erlaubt. Inhalte gewerblichen oder werbenden Charakters werden nicht freigeschaltet. Gleiches gilt für politische Aufrufe aller Art.
7. Sonstige Hinweise
Es besteht kein Anspruch auf Veröffentlichung eines Kommentars. Beiträge, die sich als falsch oder unwahr herausstellen, können auch im Nachhinein noch gelöscht werden. Sollten Sie auf Beiträge stoßen, die gegen die Richtlinien verstoßen, machen Sie die Moderation bitte darauf aufmerksam. Schicken Sie einfach den Link des betreffenden Kommentars mit einer kurzen Erläuterung an redaktion@eifelon.de. Bei wiederholten oder besonders schweren Verstößen gegen diese Richtlinien behalten wir uns einen Ausschluss einzelner User vor.


zurück zur Startseite