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Patrick Moore. [Foto: Friends of Europe (CC BY 2.0)]

Patrick Moore: Ich mach mir keine Sorgen um das Klima

Umland: Patrick Moore ist in dem kleinen Dorf „Winter Habour“ auf Vancouver Island in Kanada aufgewachsen. An der Universität von British Columbia hat er Biowissenschaft-Biologie, Biochemie, Genetik und Forstwirtschaft studiert und 1971 sein Studium mit einem Doktorat in Ökologie abgeschlossen. Er gehört zu den Gründungsmitgliedern von Greenpeace und hat mit der Organisation zusammen gegen die Wasserstoffbomben-Tests in Alaska und später gegen die französischen Tests in der Südsee gekämpft. In den folgenden fünfzehn Jahren war er an der Entwicklung der kleinen kanadischen Umwelttruppe zu einer weltweit agierenden Umweltschutzorganisation beteiligt.

Dann kam es zum Bruch: Moore verließ Greenpeace:

Als Greenpeace begann, hatten wir eine starke humanitäre Ausrichtung, um die Zivilisation vor der Zerstörung durch einen totalen Atomkrieg zu bewahren. Im Laufe der Jahre ging der „Frieden“ in Greenpeace nach und nach verloren und meine Organisation, zusammen mit einem Großteil der Umweltbewegung, drifteten zu der Überzeugung, dass die Menschen die Feinde der Erde sind. Ich glaube an einen humanitären Umweltschutz, weil wir ein Teil der Natur sind und nicht getrennt von ihr. Das erste Prinzip der Ökologie ist es, dass wir alle Teil des gleichen Ökosystems sind, eine menschliche Familie auf dem Raumschiff Erde. Andere predigen, dass die Welt besser dran wäre, ohne uns, die Menschheit.

Mitte der 1980er Jahre war ich der einzige Direktor von Greenpeace International mit einer formalen Ausbildung in Naturwissenschaften. Meine Vorstandskollegen schlugen eine Kampagne vor, um Chlor weltweit zu verbieten, und nannten es „Das Teufelselement“. Ich habe in der Diskussion darauf hingewiesen, dass Chlor eines der Elemente des Periodensystems ist, eines der Bausteine ​​des Universums und das elfthäufigste Element in der Erdkruste. Ich habe argumentiert, dass Chlor das wichtigste Element für öffentliche Gesundheit und Medizin ist. Die Zugabe von Chlor zu Trinkwasser war der größte Fortschritt in der Geschichte des öffentlichen Gesundheitswesens und die meisten unserer synthetischen Medikamente basieren auf Chlorchemie. Diese Argumente traf allerdings auf taube Ohren, das war für mich schließlich ausschlaggebend. Ich bin gegangen.

Heute stehen sich Moore und Greenpeace unversöhnlich gegenüber. Er wirft der Umweltschutzorganisation vor, unwissenschaftlich und von grünem Lobbyismus getrieben, zu agieren. Auch zum Thema Klimawandel hat Moore diametral entgegengesetzte Ansichten zu Greenpeace. Seine provozierende Aussage: CO2 ist das wichtigste Nahrungsmittel für alles Leben auf der Erde. Es ist kein „Schadstoff.

Auch an den alarmistischen Prognosen des IPCC lässt er kein gutes Haar:

Der Weltklimarat, das Intergovernmental Panel on Climate Change (IPCC) ist in einem hoffnungslosen Konflikt mit seinem Aufbau und seinem Mandat. Das Gremium wurde gegründet vom Weltverband für Meteorologie und dem Umweltprogramm der Vereinten Nationen (UNEP), somit Umweltschützern. Beide Organisationen konzentrieren sich hauptsächlich auf kurzfristige Zeitpläne, Tage bis vielleicht ein oder zwei Jahrhunderte. Der wichtigste Konflikt ist jedoch das Mandat des Panels der Vereinten Nationen. Sie müssen sich nur auf eine Veränderung des Klimas konzentrieren, die direkt oder indirekt auf menschliche Aktivitäten zurückzuführen ist, die die Zusammensetzung der Atmosphäre verändern, und zusätzlich zur natürlichen Klimavariabilität auftreten. Wenn also das IPCC herausfände, dass der Klimawandel nicht von Veränderungen der Atmosphäre durch die Menschen beeinflusst wird oder dass er nicht ‚gefährlich’ ist, müssten sie ihre Existenzgrundlage in Frage stellen. Sie sind damit geradezu zwangsläufig, auf der Seite der Klimaalarmisten zu finden.

Für Moore als Wissenschaftler ist die Verteufelung des CO2 als Klimakiller, bis in die politischen Entscheidungsinstanzen hinein, ein Unding. Kohlendioxid sei der wichtigste Bestandteil des Lebens auf unserer Erde. Ohne CO2 gäbe es kein Leben auf diesem Planeten.

Moore bestreitet nicht, dass die CO2-Konzentration seit Beginn der industriellen Revolution gestiegen ist. Auch an einem möglichen globalen Temperaturanstieg übt er keine Kritik. Nur habe, nach seiner Ansicht, das eine mit dem anderen nichts zu tun.

Laut Moore gibt es viele komplexe Faktoren, die das Klima verändern. Sonnenaktivität gehöre dazu, Wasserdampf in der Atmosphäre, und vieles mehr. Steigt die Meerestemperatur an, dann binden die Ozeane weniger Kohlendioxid. Ein CO2-Anstieg sei damit Folge, nicht Ursache der Erderwärmung. Die Annahme vieler Klimawissenschaftler, dass Kohlenstoffdioxid Hauptauslöser der globalen Erwärmung sei, ist für Moore eine unbelegte Hypothese:

Es gibt keinen endgültigen wissenschaftlichen Beweis, dass Kohlendioxid für die leichte Erwärmung des Weltklimas verantwortlich ist, die in den letzten 300 Jahren- seit der kleinen Eiszeit – stattgefunden hat. Ein solcher Beweis wäre dokumentiert worden – das ist nicht der Fall.

Ein Bick in die erdgeschichtliche Vergangenheit – 65 Millionen Jahre zurück – zeige, dass sich die Erde seit dem Wärmemaximum des Eozäns vor 50 Millionen Jahren in einer ständigen Abkühlung befinde. Die Erde war damals durchschnittlich 16 Grad wärmer als heute. Der gesamte Planet, einschließlich der Arktis und der Antarktis, war eisfrei und das Land der Antarktis war mit Wald bedeckt. Die Vorfahren aller Lebewesen auf der Erde haben damals die vielleicht wärmste Zeit in der Geschichte des Lebens überstanden. Man könne sich nur wundern über die schlimmen Vorhersagen, dass selbst ein Temperaturanstieg von nur zwei Grad Celsius aus der vorindustriellen Zeit, ein Massensterben und die Zerstörung der Zivilisation verursachen sollte.

 Wenn wir der Gegenwart näher kommen, haben wir aus antarktischen Eisbohrkernen gelernt, dass es in den letzten 800.000 Jahren regelmäßige Eiszeiten gab, gefolgt von Interglazialperioden oder Warmzeiten in 100.000 Jahres-Zyklen. Diese Zyklen fallen mit den Milankovitch-Zyklen zusammen, die mit der Exzentrizität der Erdbahn und ihrer axialen Neigung zusammenhängen. Es ist auch sehr plausibel, dass diese Zyklen mit der Sonnenintensität und der jahreszeitlichen Verteilung der Sonnenwärme auf der Erdoberfläche zusammenhängen.

Mit Blick auf die vergangenen 50.000 Jahre Temperaturentwicklung und CO2 könne man sehen, dass Veränderungen des CO2 den Temperaturänderungen folgen. Dies ist zu erwarten, da die Milankovitch-Zyklen eine höhere Temperaturänderung bewirken würden als eine CO2-Veränderung.

Eine Änderung der Temperatur verursache viel wahrscheinlicher eine Veränderung des CO2 aufgrund der Ausgasung von CO2 aus den Ozeanen während der wärmeren Zeit und einer Einlagerung (Absorption) von CO2 während der kälteren Perioden. Klimaalarmisten würden jedoch darauf beharren, dass CO2 die Temperaturänderung verursacht, trotz der unlogischen Natur dieser Behauptung.

Die CO2-Anteile in der Atmosphäre habe sich über 150 Millionen Jahren lang durch natürliche Ablagerung auf dem Meeresboden und in der Erdkruste stetig verringert, um heute noch immer nahe des existenzbedrohenden Minimum von 150 parts per million (ppm) Anteilen CO2 in der Atmosphäre, zu stehen.

Das gesamte CO2 in der Atmosphäre wurde durch Ausgasen aus dem Erdkern während massiver Vulkanausbrüche erzeugt. Dies war viel häufiger in der Frühgeschichte der Erde, als der Kern heißer war als heute. Während der letzten 150 Millionen Jahre wurde nicht genug CO2 in die Atmosphäre abgegeben, um die allmählichen Verluste durch Sedimentablagerungen im Boden auszugleichen.

Patrick Moor sieht die wirkliche Gefahr für die Erde nicht in einer Erwärmung, sondern im stetigen Rückgang der CO2-Konzentration in unserer Welt. Von mehr als 4.600 ppm sei die Kohlendioxidkonzentration nach der letzten Eiszeit auf nur noch 180 ppm gefallen. Das sei knapp an der Grenze von 150 ppm, bei der es zu einem großflächigen Pflanzensterben, mangels der Pflanzennahrung CO2, kommen würde. Dieser Minimalwert liege gerade einmal 18.000 Jahr zurück. Ein winziger Augenblick – in erdgeschichtlichen Dimensionen gerechnet.

Es sei auch der Verbrennung fossiler Ressourcen durch den Menschen zu verdanken, dass sich der CO2-Anteil auf heute rund 400 ppm wieder erholt habe.

Wir erleben ein „Ergrünen der Erde“, da höhere CO2-Emissionen aufgrund von menschlichen Emissionen durch die Nutzung fossiler Brennstoffe ein verstärktes Wachstum von Pflanzen auf der ganzen Welt fördern. Dies wurde von Wissenschaftlern mit CSIRO in Australien, in Deutschland und in Nordamerika bestätigt. Nur die Hälfte des CO2, das wir aus der Nutzung fossiler Brennstoffe emittieren, zeigt sich in der Atmosphäre. Die Balance geht woanders hin, und die Wissenschaft sagt, dass das meiste davon in eine Zunahme der globalen Pflanzenbiomasse geht. Und was könnte daran falsch sein, wenn Wälder und landwirtschaftliche Nutzpflanzen produktiver werden?

Auch heute hätten die Pflanzen gern mehr CO2, behauptet Moore und verweist darauf, dass jeder professionelle Gärtner seine Pflanzen in den Gewächshäusern mit zusätzlichen CO2-Einleitungen düngen würde, um bessere Erträge zu erwirtschaften.

Mehr Kohlendioxid würde zu stärkerem Pflanzenwachstum, mehr Bäumen und größeren Ernten beitragen:

Im Mittelpunkt meines Vortrags steht CO2 als die Währung des Lebens, der wichtigste Baustein für alles Leben auf der Erde. Alles Leben basiert auf Kohlenstoff, einschließlich unserer eigenen Existenz. Sicherlich sollte unseren Kindern der Kohlenstoffkreislauf und seine zentrale Rolle bei der Schaffung von Leben beigebracht werden, nicht die Dämonisierung von CO2, dass „Carbon“ ein „Schadstoff“ ist, der die Fortsetzung des Lebens bedroht. Wir wissen, dass CO2 lebensnotwendig ist und dass es in der Atmosphäre auf einem bestimmten Niveau sein muss, um Pflanzen das Überleben zu ermöglichen. Pflanzen, welche die Hauptnahrung für alle anderen heute lebenden Arten sind. Sollten wir unsere Bürger, Studenten, Lehrer, Politiker, Wissenschaftler und andere Führer nicht dazu ermutigen, CO2 als die Grundlage des Lebens zu ehren?

Diese Aussagen Patrick Moors stehen im krassen Gegensatz zu den Pariser Beschlüssen und der daraufhin weltweit eingeschlagenen Klimapolitik. Wenn er Recht hat, bewegt sich der Mainstream, bestärkt von Klima-Hysterikern und Greenpeace, gerade in die genau entgegengesetzte Richtung. Die Frage stellt sich, ob die Klimaerklärungen von Paris aufgrund von nicht belegten Annahmen erfolgt ist, ohne das vorher auf einen wissenschaftlich fundierten Beweis zur CO2 Verantwortung für eine mögliche Erderwärmung bestanden wurde. Moore hat die Alarmisten herausgefordert, können sie seine Thesen widerlegen, ihm das Gegenteil beweisen?

Text (Englisch) des Vortrags:
http://principia-scientific.org/should-we-celebrate-carbon-dioxide.html/

Video :
http://www.kaltesonne.de/greenpeace-mitbegrunder-patrick-moore-sollen-wir-das-co2-feiern/

Zum Thema:
http://www.vernunftkraft-hessen.de/wordpress/wp-content/uploads/2017/12/Die-Welt_Moore_Greenpece_Klima.pdf

3.2.2018NaturUmland0 Kommentare cpm

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