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EIFELON - wöchentliche eMailZeitung für die Eifel

In dieser Ausgabe: Neuer Bürgerbus auf Tour Selbstvertrauen unter der Zirkuskuppel Zukunft des Kloster Steinfelds vertraglich geregelt Printen und Spekulatius für Kiwi-Gaumen Leben in Aquisgranum Eisiges Vergnügen am Wassersportsee “Ann, Kätt un Dröck – all jewöhnlich Löck“

Land & Leute: Landesjury besucht Golddörfer Der kleine Bär kann nicht schlafen Aktion „Hirtenfeuer“ am Heiligen Abend 365 Tage im Jahr geöffnet Dorf-Dokumentation vorgestellt Einstimmung auf Weihnachten Der besondere Blick Wissen.Können.Weitergeben Wildnis unterm Weihnachtsbaum Wolle gesucht Lesung und Finissage mit Hans-Werner Kiefer in Gemünd Handpuppenspiel für die ganze Familie


Editorial:

Die Eifel steckt voller Geschichte(n), die man bei historischen Stadtführungen entdecken kann. Deshalb starten wir eine neue Lesereihe und stellen in lockerer Abfolge Orte vor, an denen die regionale Vergangenheit bunt und hautnah erlebbar wird.

Wer sich vorab in die Materie einlesen möchte, sollte bei unserer Verlosung mitmachen: Wir stellen vier, vom Autor Reinhard Mäurer signierte Exemplare seines soeben erschienen Buches „Leben in Aquisgranum – Christoffel erzählt Geschichten aus Aachen vom 13. bis 18. Jahrhundert“ zur Verfügung. Melden Sie sich bis zum 25. Dezember bei redaktion@eifelon.de. Das Stichwort lautet diesmal „Reginhart“.

Mit etwas Glück bekommen Sie dann bald Post von uns…

Nach den turbulenten Vorweihnachtswochen mit Betriebsfeiern, Geschenkekäufen für Ihre Liebsten, Vorbereitungen, Kochen und Backen fürs Fest wünscht Ihnen das gesamte EIFELON-Team nun entspannte Weihnachtsfeiertage und – wie immer – viel Spaß beim Lesen unserer Geschichten aus der Region für die Region.

Mit freundlichen Grüßen
Ihre [Redaktion]


Neuer Bürgerbus auf Tour

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Gerd Linden, Peter Boje und Pfarrer Hans Doncks bei der feierlichen Einweihung des neuen Bürgerbusses. [Foto: cpm]

Heimbach: Was als Elterninitiative begann, ist mittlerweile Vorzeigeprojekt für die Region und ganz NRW geworden: Nach dem erfolgreichen „Heimbacher Modell“ wurden bereits Bürgerbus-Initiativen im Ruhrgebiet etabliert. Der Bürgerbus Heimbach e.V. – ursprünglich von jungen Familien gegründet, um die eigenen Kinder vom Wohnort zum Kindergarten im Nachbardorf zu befördern – kann mittlerweile auf 10.000 Fahrgäste pro Jahr zurückblicken. Eingebunden in das Fahrplannetz des Öffentlichen Personennahverkehrs schließt der achtsitzige Bürgerbus Beförderungslücken zu den großen Buslinien in der Region. Gut 70.000 Kilometer legen die insgesamt 40 ehrenamtlichen Fahrer bei Wind und Wetter alljährlich zurück.

Nun hatte der 1986 gegründete Verein Grund zum Feiern: Durch einen Landeszuschuss von 35.000 Euro konnte der alte Bürgerbus ausgemustert und ein neuer rollender Untersatz angeschafft werden. Die Voraussetzungen für die Förderung des neuen Fahrzeugs – laut Statuten muss der vorherige Bus eine Mindestlaufleistung von 300.000 km und/oder ein Alter von fünf Jahren aufweisen – waren mehr als erfüllt: Das Vorgängermodell war 2009 an den Start gegangen und hatte inzwischen fast 400.000 Kilometer auf dem Tacho.

Hier ist eigentlich ein Bild. Bitte aktivieren Sie die Bildanzeige.„Wir haben ein starkes Fahrerlager“, lobte Mitbegründer und Vorsitzender Gerd Linden während der Feierstunde den jahrzehntelangen Zusammenhalt. Die „Familie“ des Bürgerbusvereins sei im Laufe der Jahre größer geworden, doch immer wieder würden Mitglieder aus Altersgründen in die Ehren- und Altersabteilung verabschiedet, stellte er fest. Deshalb brauche man dringend neue, junge Fahrer, appellierte er an die Heimbacher Bevölkerung, damit der Bürgerbus als Bindeglied zwischen den Dörfern auch weiterhin aufrechterhalten werden könne.

„Diese ehrenamtliche Initiative lehrt Verantwortung, Rücksicht und Hilfe“, hob Pfarrer Hans Doncks bei der Einsegnung des neuen Fahrzeugs hervor und wünschte den Fahrerinnen und Fahrern, die sich nun hinter das Lenkrad des neuen Busses setzen, allzeit gute Fahrt. Karl-Heinz Huppertz vom Regionalverkehr Euregio-Maas-Rhein (RVE) überreichte anschließend die Schlüssel zum neuen Bürgerbus. Optisch sieht der Transporter dem vorherigen Modell zum Verwechseln ähnlich. Doch unter der Motorhaube steckt die positive Überraschung: „Der neue Motor verbraucht pro 100 Kilometer etwa fünf bis sechs Liter Diesel weniger“, führte Huppertz aus. Eine spürbare Entlastung des Etats, denn die Mobilität der ländlichen Bevölkerung schlägt – trotz der unzähligen Ehrenamtsstunden am Steuer, der verkauften Tickets und der Einnahmen durch Werbeflächen am Bus – in manchem Jahr mit etwa 8.000 bis 12.000 Euro zu Buche. 10.000 davon deckelt mittlerweile der Kreis Düren, den Rest übernimmt die Stadt Heimbach. Mit dem neuen Bürgerbus und wachsenden Fahrgastzahlen wird die Bilanz für die nächsten Jahre deutlich besser ausfallen. „Wir müssen uns vorerst nicht mehr um Reparaturen oder neue Reifen kümmern“, freut sich die Crew.

„Hier erleben wir Ehrenamt in höchster Qualität“, würdigte Peter Boje stellvertretend für Bürgermeister Peter Cremer die kontinuierliche Arbeit des Bürgerbusvereins. Neben Beruf, Familie und Hobby bände sich das Fahrerteam fest an den Fahrplan, um die Mobilität im ländlichen Raum zu gewährleisten. „Gerd Linden ist ein Kämpfer“, konstatierte er, „ansonsten gäbe es den Bürgerbus nicht mehr!“ Besonderen Dank zollte Peter Boje auch den Mitarbeitern im Rathaus, allen voran Kämmerer Frank Pick. Mit ihrem Fachwissen in Finanzfragen und in der Buchhaltung entlasteten sie die Ehrenamtler des Bürgerbus-Vereins und sorgten zudem dafür, dass Förderanträge rechtzeitig gestellt würden.

Obwohl die damaligen Kindergarten-Kinder längst erwachsen und selber Eltern sind, sitzen die Mütter Marita Beul, Elke Linden und Elisabeth Nießen als Fahrerinnen der ersten Stunde immer noch regelmäßig hinter dem Lenkrad. Drei von acht Frauen im Fahrerteam. Um Mitglied des engagierten Heimbacher „Fahrerlager“ zu werden, muss man mindestens 21 Jahre alt und im Besitz des Führerscheins Klasse 3 sein. Natürlich werden die zukünftigen Fahrerinnen und Fahrer im Vorfeld kostenlos „auf Herz und Nieren geprüft“ und erhalten dann einen „Kleinen Personenbeförderungsschein“, der zum Führen von Bürgerbussen berechtigt. Nach einer Schulung durch die Fahrlehrer vom RVE kann es dann – mit einem Versicherungsvertrag in der Tasche – auf die ehrenamtliche Fahrt durchs Stadtgebiet gehen. [bwp]


Selbstvertrauen unter der Zirkuskuppel

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Mit kreativen Kostümen, professioneller Zirkusschminke und Gute-Laune-Gags verzauberten die Zirkusartisten der Grundschule Lückerath ihr Publikum. [Fotos: Steffi Tucholke/pp/Agentur ProfiPress]

Mechernich-Lückerath: Manege frei für die Akrobaten, Clowns und Dompteure der städtischen Katholischen Grundschule Lückerath. Unter dem Motto „Lückerath macht Zirkus“ hatten die Schüler eine Woche lang in Arbeitsgruppen mit der Zirkusfamilie Jonny Casselly für die beiden großen Galavorstellungen geprobt. Stilecht mit Zylinder lud die zur Zirkusdirektorin avancierte Schulleiterin Rita Jenniges die Zuschauer ein, sich in eine „wunderschöne Traumwelt“ entführen zu lassen. Geschickte Jongleure und elegante Akrobaten, kühne Fakire, bunte Clowns und wagemutige Tierdompteure standen bei der Galavorstellung im Rampenlicht. Die 217 Schüler schafften es im Handumdrehen, ihr Publikum zu verzaubern. Kreative Kostüme, professionelle Zirkusschminke, beeindruckende Kunststücke und Gute-Laune-Gags, gepaart mit dem Duft nach Popcorn und Sägespänen, sorgten für eine schnelle Ausbreitung des Zirkusfiebers.

Hier ist eigentlich ein Bild. Bitte aktivieren Sie die Bildanzeige.Voll besetzt waren die Ränge unter der Zirkuskuppel, als die Schüler mit ihren Kunststücken die Manege eroberten. Die Katholische Grundschule Lückerath ist eine Schule des „Gemeinsamen Lernens“, in der Kinder sowohl mit als auch ohne Handicap gemeinsam unterrichtet und individuell gefördert werden. Die Zirkusfamilie Casselly hat sich seit einiger Zeit auf Mitmachaktionen für Kinder spezialisiert. Innerhalb einer Projektwoche, in der die Kinder täglich zwei Stunden „Zirkus machen“, wird eine komplette Vorstellungen mit den verschiedenen Gruppen – von Clowns über Fakire bis hin zu Trapezkünstlern – einstudiert. „Wir haben es uns zur Aufgabe gemacht, Kinder glücklich zu machen“, erzählt Zirkusdirektorin Maria Casselly. Denn mit ihren Aufgaben würden die Kinder Mut, Kraft und letztendlich eine große Portion Selbstvertrauen gewinnen. Mit Blick auf die unterschiedlichen Stärken und Schwächen der Kinder erklärte Maria Casselly: „Es ist ganz wichtig, die Kinder zu integrieren.“ Deshalb dürfen sich die Kinder ihren „Traumjob“ aus den verschiedenen Disziplinen aussuchen, wobei die Zirkusleute immer wieder feststellen, dass sie dabei über ihre Grenzen hinauswachsen. Gemeinsam lieferten die Kinder schließlich vor Eltern, Großeltern, Verwandten und Freunden eine bunte Zirkusvorstellung – als Stars in der Manege. [pp] [pg]


Zukunft des Kloster Steinfelds vertraglich geregelt

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Blicken gemeinsam in eine gesicherte Zukunft des Klosters Steinfeld: (vorne ersten drei v.l.) Pater Hubert Veeser SDS, Prokurator Pater Lambertus Schildt und Geschäftsmann Wolfgang Scheidtweiler. [Foto: Renate Hotse/pp/Agentur ProfiPress]

Steinfeld: Die Zukunft des Salvatorianerklosters Steinfeld ist vertraglich geregelt, seine Zukunft gesichert, die 20 „zivilen“ Beschäftigten werden übernommen, Investitionen zur Schaffung von bis zu 180 Gästebetten stehen unmittelbar bevor. Das war Tenor einer Pressekonferenz, die Pater Hubert Veeser, der Provinzial der deutschen Salvatorianer, Pater Lambertus Schildt, Prokurator der Salvatorianer, und der aus Wachendorf bei Mechernich stammende Ingenieur und Geschäftsmann Wolfgang Scheidtweiler gaben. Familie Scheidtweiler und die gemeinnützige GmbH „Werke der Salvatorianer“ haben zur Übernahme der weitläufigen Klosteranlage – ausgenommen Basilika, Hermann-Josef-Kolleg und Klostergut – eine neue Firma gegründet, die „Kloster Steinfeld Verwaltungs GmbH & Co. KG“. Grundlage des Erbpachtvertrages war und bleibt es, dass die Salvatorianer als Mitgesellschafter beteiligt sind und im Kloster Steinfeld bleiben. Gleichberechtigte Geschäftsführer sind Wolfgang Scheidtweiler und Pater Lambertus Schildt, die das Kloster gemeinsam führen werden.

Bereits ab 15. Januar soll mit den Umbauarbeiten begonnen werden. Das leer stehende Internat wird komplett saniert. “Dort entstehen zunächst 60 komfortable Einzel- und Doppelzimmer mit Vier-Sterne-Standard“, sagte Scheidtweiler. Das Gebäude wird mit einem Aufzug ausgestattet und barrierefrei umgebaut. Das Konzept des in der Beherbergungsbranche sehr erfolgreichen Geschäftsmannes und Brauereibetreibers Wolfgang Scheidtweiler sieht Firmenpräsentationen und Seminare unter der Woche und geistliche Kurse und kreative Freizeitangebote an den Wochenenden vor. Die Geschäftsführer Wolfgang Scheidtweiler und Pater Lambertus Schildt sind zuversichtlich, dass die Auslastung zumal an den Wochentagen sehr stark sein wird. „Das Potential als Tagungsort für große Firmen aus den umliegenden Ballungsräumen ist groß, hinzu kommt der sich rasant entwickelnde Eifel-Tourismus“, sagte Wolfgang Scheidtweiler, der gemeinsam mit seiner Ehefrau Andrea insgesamt acht Hotels verantwortlich führt, darunter das Parkhotel in Pforzheim mit mehr als 200 Zimmern.

In einem zweiten Schritt soll das bestehende Gästehaus der Salvatorianer mit zurzeit 45 Betten um- und ausgebaut sowie zeitgemäßen Standards angepasst werden. Hier wird es auch preiswerte Übernachtungsmöglichkeiten für junge Leute mit kleinem Budget geben. Insgesamt strebt die „Kloster Steinfeld Verwaltungs GmbH“ 160 bis 180 Gästebetten in Einzel- und Doppelzimmern an. Dabei ist es Wolfgang Scheidtweiler wichtig, das Kloster als geistliches und geistiges Zentrum zu erhalten. „Steinfeld ist nicht wegzudenken, es ist das Synonym für die Eifel. Ein gefaktes Kloster à la Disneyland wäre nicht in Frage gekommen“, betonte der studierte Bierbrauer, der dem Kloster seit Kindheitstagen eng verbunden ist. Der Geist, den jeder spüre, der das fast 900 Jahre alte Kloster betrete, soll erhalten bleiben.

Alle 20 Mitarbeiter der „Werke der Salvatorianer gGmbH“ im Kloster Steinfeld können von der neuen Gesellschaft übernommen werden. Ihnen wurde das Konzept in einer Belegschaftsversammlung vorgestellt. Die Lehrer und Mitarbeiter des Hermann-Josef-Kollegs bleiben, wie die Schule selbst, Beschäftigte, bzw. in der Trägerschaft der „Werke der Salvatorianer gGmbH“. „Herr Scheidtweiler bringt unheimlich viel Knowhow und Erfahrung mit. Er genießt unser vollstes Vertrauen“, sagte Pater Hubert Veeser. Pater Lambertus Schildt ergänzte, man sei froh, mit der Familie Scheidtweiler einen starken Partner an der Seite zu haben. „Alleine hätten wir das nicht meistern können.“ Sowohl Pater Hubert Veeser als auch Diplom-Ingenieur Wolfgang Scheidtweiler betonen, dass der Erhalt und die schrittweise Sanierung des Eifelklosters Steinfeld im Vordergrund stehen. Gewinne sollen in die Erhaltung der Klosteranlage re-investiert werden.

Für die Patres bedeutet die Existenzsicherung des fast 900 Jahre alten Klosters, dass sie sich in Zukunft wieder auf ihre originäre Aufgabe konzentrieren können. „Wenn die Mitbrüder nun nicht mehr mit dauerhaft mit den finanziellen Sorgen beschäftigt sind, können sie sich wieder vorrangig auf ihre pastorale Aufgabe besinnen und als Seelsorger tätig sein“, so Pater Hubert Veeser SDS. [pp] [pg]


Printen und Spekulatius für Kiwi-Gaumen

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Die gutgehende Bäckerei gehört inzwischen der Vergangenheit an. Die Vinbrüx setzen ganz auf “Urlaub auf einem Neuseeländischen Bauernhof” und auf Selbstversorgung. [Fotos: privat]

Roetgen/Neuseeland: Ihr Ruf ist legendär und vor allem zur Weihnachtszeit sind sie buchstäblich in aller Munde. Die Rede ist natürlich von den Aachener Printen, ohne die ein deutsches Weihnachtsfest eigentlich undenkbar ist. Und doch! Für Printen-Feinschmecker aus der Region stammte die Krönung des Gebäcks nicht aus Aachener Backstuben. Sie schwärmten vielmehr für die legendären „Vinbrüx-Printen“, die im Ofen einer Bäckerei in Roetgen „geboren“ wurden. Heute sind die Vinbrüx-Printen fürwahr eine kulinarische Rarität. Denn wer ins Original beißen kann, hat Importware im Mund, die den Weg vom anderen Ende der Welt in die Eifel fand. Warum? Eigentlich ganz einfach. Bis 1998 war Richard Vinbrüx der Vater der Delikatess-Printen, denen er in der „Vinbrüx’schen Backstube“ ihr einmaliges Aroma und Gepräge gab. Doch dann zog es den Printen-Spezialisten in die weite Welt – nach Neuseeland, ans andere Ende der Erdkugel. Richard Vinbrüx packte die Koffer und wanderte, wie im 19. Jahrhundert so viele Eifeler, mit Frau und Kindern aus. Mit im Gepäck: die Backmaschinen, Pferde und Hunde, die allesamt Platz in großen Schiffscontainern fanden.

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Echte Pionierarbeit

In Neuseeland angekommen galt trotz aller landschaftlicher Schönheiten ein altes, deutsches Sprichwort: „Ohne Fleiß kein Preis.“ Die siebenköpfige Vinbrüx-Familie musste auch „Down under“ kräftig in die Hände spucken. Doch das Unternehmen „Neuseeland“ gelang. Bald wohnte man in einem schmucken Blockhaus im kanadischen Stil, dessen Prunkstück die Veranda ist. Von ihr aus genießt die Familie einen unvergleichlichen Blick, der beim wellenumtosten Strand beginnt und bei den hohen Bergen aufhört. „Das Paradies“, mailte Richard Vinbrüx in die Eifel, „ist Neuseeland auch nicht, aber das wussten wir vorher.“ Aber man kann dort ein gutes und zukunftsträchtiges Leben führen, wie sich recht bald zeigte. Denn im neuen Jahrtausend erblickte der fünfte Sprössling der Vinbrüx‘ als waschechter „Kiwi“ das Licht am anderen Ende der Welt. Zu den Pferden und Hunden, die von der Eifel aus den Weg nach Neuseeland antraten, gesellten sich noch neue Schafe, Gänse, Hühner, Enten, eine Kuh für die Milch und ein Stier für die Kühltruhe. Eines aber war dem Bäckermeister in der Fremde ein wahres Gräuel: Neuseeländisches Brot, das für den deutschen Gaumen einfach ungenießbar ist. Daher kaufte die Familie eine Halle, in der die neuseeländische Bäckerei Vinbrüx in Betrieb genommen wurde. Von Oktober 1999 bis 2005 wurden dort sechs verschiedene Bio-Brotsorten, von Weiß- bis Schwarzbrot, Printen, Spekulatius und sogar echte Weihnachts-Printenmänner hergestellt. Gleichzeitig baute der vielseitige Richard Vinbrüx seine Island-Pferdezucht auf. Weil es in Neuseeland keinen Kandiszucker und Sirup gibt, wichen seine Printen von der eigentlichen Rezeptur etwas ab. Er kreierte eine weichere Honigprinte. Sein Spekulatius fand besonders bei den eingewanderten Niederländern reißenden Absatz. Mut, Risikobereitschaft und Fleiß wurden belohnt. Das Geschäft florierte und die Kinder wuchsen heran.

Selbstversorger mit Vorbildfunktion

Doch damit ist die Auswander-Geschichte der Vinbrüx noch nicht zu Ende. 2005 verkaufte der geborene Roetgener seine gutgehende Bäckerei und seine Frau Christel trieb ihre Isländer-Pferdezucht mit aller Energie erfolgreich voran. Mit ganzer Energie suchte die Familie nach Möglichkeiten für eine umfassende Selbstversorgung. Sie machte ihr Land zu großen, ertragreichen Gärten und Feldern, produziert Milch, Butter, Käse, Apfelsaft, Cidre, Bier und jede Menge Holunderblütensekt. Auf insgesamt 80 Morgen Land können sich die Vinbrüx so richtig austoben. Selbstverständlich wird noch immer ausschließlich eigenes Brot verzehrt. Es sieht einfach so aus, als ob alles, was die Familie Vinbrüx „ausbrütet“ und umsetzt, von Erfolg gekrönt ist. Was das Gemüse angeht, ist die Familie inzwischen zu 90 Prozent Selbstversorger. Beim Fleisch sogar zu 99 Prozent. Besonders beliebt sind die Würste aus eigener Herstellung und die geräucherten Schinken. Eine Mischung aus Selbstversorger-Seminaren und Ferien auf dem Bauernhof runden das Ein- und Auskommen der Familie ab. Doch das wichtigste ist und bleibt der Zusammenhalt der Familie. Ohne ihn wäre das alles nicht möglich.

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Der Kreis hat sich geschlossen

Doch die Katze lässt das Mausen bekanntlich nicht. Längst steht ein kerniger „Backes“, ein Steinofen, auf der Farm bereit, um neben den leckeren Broten auch wieder Kekse, Spekulatius und Printen zu backen. „Nicht nur wir wollten nicht weiter auf diesen Gaumenschmaus verzichten“, schwärmt Richard Vinbrüx. „Auch die Neuseeländer und die vielen Einwanderer haben den einzigartigen Geschmack unseres Gebäcks vermisst.“ [bvl]


Leben in Aquisgranum

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Reinhard Mäurer als “Christoffel Reginhart” auf dem Aachener Ponttor. [Fotos: privat]

Aachen: „Ich will Geschichte so erzählen und beschreiben, dass es nicht langweilig wird“, bringt Reinhard Mäurer seine Passion auf den Punkt. Seit vier Jahren ist der ehemalige Diplom Verwaltungswirt als historischer Stadtführer unterwegs. Ausstaffiert mit blau-schwarzem Wams und historischer Knieschafthose, bietet er in der Rolle des „Christoffel Reginhart“ Thementouren an und lässt die Vergangenheit lebendig werden. Sein geschichtliches Wissen, Brauchtum, Anekdoten und Redensarten aus dem Aachener Raum hat er nun in seinem Buch „Leben in Aquisgranum“ festgehalten. Auf 240 Seiten erklärt Mäurer das mittelalterliche Leben in der Kaiserstadt. Der Band ist reich bebildert mit Fotos, zeitgenössischen Stichen und Gemälden. Rund ein Jahr hat Reinhard Mäurer an dem Buch gearbeitet und die von seinen Stadtführungen bekannten Informationen zur Regionalgeschichte in Form eines Zwiegesprächs zu Papier gebracht.

Aachen war wahrscheinlich schon im 13. Jahrhundert in neun Grafschaften, heute würde man Stadtteile sagen, eingeteilt. Den Anführer einer Grafschaft, die dem jeweiligen Stadttor zugeordnet wurde, nannte man damals „Christoffel“. Eine vom Volksmund abgeleitete Verballhornung des lateinischen “comes stabuli” (Anführer).

Hier ist eigentlich ein Bild. Bitte aktivieren Sie die Bildanzeige.„Geschichte hat mich schon seit der Schulzeit interessiert“, erzählt Mäurer, der 1956 in Düren geboren wurde. „Aachen ist meine Stadt“, sagt er mit Begeisterung in der Stimme. Diese Leidenschaft lässt sich auch aus seinen Texten herauslesen. Profund recherchiert und anregend geschrieben verführt das Buch zu einer Reise in die Vergangenheit. Ausgiebigen Raum widmet Mäurer den damaligen Handwerkszünften: Den Tuchmachern und Tuchfärbern, die Aachens wirtschaftlichen Aufschwung begründeten… Den Kupfermeistern und Kupferschlägern, die ebenfalls für Reichtum sorgten… den Nadelherstellern, deren Können und Qualität in ganz Europa und bis in den Orient hinein gerühmt wurde. Natürlich darf in diesem Kapitel der berühmte „Klenkes“ nicht fehlen – ein Gruß, an dem man echte Aachener erkennen kann. Nach unzähligen Produktionsschritten wurden früher fehlerhaft gearbeitete Nadeln mit dem kleinen Finger aussortiert – „ussklenke“ genannt. Und mit diesem aufgereckten kleinen Finger, dem sogar das Klenkesdenkmal gewidmet ist, begrüßen sich noch heute waschechte Aachener.

Mäurer lüftet so manches Geheimnis: Beim so genannten „Weiberspeck“ handelt es sich nicht etwa um überflüssige Pfunde, wie man heute mutmaßen würde. Im 16. Jahrhundert waren weibliche Rundungen ein Zeichen von Wohlstand. Wer damals diese favorisierten Körpermaße nicht aufweisen konnte, musste halt ein bisschen nachlegen und umhüllte die Hüften mit Tuchpolstern – dem „Weiberspeck“.

Eindrucksvoll erklärt er zum Beispiel auch, woher der Begriff „die Bürgersteige hochklappen“ kommt. Im Mittelalter war es üblich, den Inhalt der Nachttöpfe in hohem Bogen aus dem Fenster zu kippen. Um nicht durch diesen Morast waten zu müssen, wurden für die Adeligen tagsüber Holzbohlen ausgelegt. Und damit diese Stege nachts von oben nicht verunreinigt wurden, klappte man sie mit der Dämmerung hoch…

Mit „Leben in Aquisgranum“ ist Reinhard Mäurer ein spannendes Buch gelungen – eine Fundgrube für geschichtsinteressierte Leser!

Zum Abschluss seiner historischen Stadtführungen kredenzt “Christoffel Reginhart” seinen Gästen stets einen Schluck vom selbst aufgesetzten „Schlummertrunk“. Der Tropfen mundet seinen Begleitern so vorzüglich, dass sie immer nach dem Rezept fragen. In seinem gerade erschienen Buch verrät Reinhard Mäurer das Geheimnis und gibt es auch an die EIFELON-Leser weiter. Hier das alte, überlieferte Rezept: 1 Liter Dornfelder mit einem Viertelliter 40%igen braunen Rum vermischen. Dann ein Päckchen Vanillinzucker und 240 Gramm Grümmelkandis hinzufügen. Der Aufgesetzte wird anschließend mit 30 Kaffeebohnen verfeinert und muss 14 Tage ziehen.

Nähere Informationen über das Buch und die historischen Stadtführungen unter www.christoffel-zu-aachen.de Reinhard Mäurer, Leben in Aquisgranum – Christoffel erzählt Geschichten aus Aachen vom 13. bis 18. Jahrhundert, Meyer & Meyer Verlag, 18,50 Euro, ISBN 978-3-89899-895-6 [bwp]


Eisiges Vergnügen am Wassersportsee

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Die Eisbahn kommt bei den Zülpichern gut an und wird genutzt. [Foto: pg]

Zülpich: Noch nichts vor in den Ferien? Dann bietet sich ein Ausflug auf die Eisbahn in Zülpich an. Das Lago-Beach am Wassersportsee hat dafür gesorgt, dass die Römerstadt um eine Attraktion reicher ist und auf dem Strand, wo die Gäste im Sommer die Cocktails genießen, eine Eisbahn installiert – Blick auf den See inklusive. Die Fläche ist 16 x 25 Meter groß und nicht nur Kinder und Jugendliche sondern auch viele Erwachsene ziehen seit Ende November ihre Runden auf der Bahn. Alle Mitarbeiter von Marienborn hätten an einem Strang gezogen, um die Eisbahn zu verwirklichen, freute sich Arik Azan Abu-Ghazaleh, Eventmanager der Marienborn GmbH und des integrativen Restaurants, über den Zusammenhalt im Team. Er hofft, dass die Eisbahn ein großer Erfolg wird, denn dann besteht die Chance, dass dieses Projekt in den kommenden Jahren zur dauerhaften Einrichtung im Winter wird. Großes Interesse haben auch schon Schulen und Betriebe angemeldet, da man die Eisbahn für eine gewisse Zeit buchen kann: zum Eisstockschießen, Eishockey spielen oder einfach zum Schlittschuh laufen. Allerdings immer nur für jeweils eine Stunde, dann ist die Fläche erst einmal wieder für alle Besucher zugänglich. Vorerst kann das eisige Wintervergnügen noch bis Ende Januar genutzt werden, doch bei entsprechendem Interesse besteht die Option für weitere vier Wochen. Zweimal am Tag wird das Eis frisch aufbereitet und geöffnet ist täglich von 11 bis 22 Uhr, sonntags schon ab 10 Uhr. Die Kosten für das Eislaufen halten sich auch in Grenzen. Drei Euro kostet der Spaß plus zwei Euro für das Ausleihen, falls man keine eigenen Schlittschuhe mitbringt. Schulklassen und Kindergärten zahlen als Gruppe sogar nur einen Euro pro Kind. Anmeldungen für Gruppen sind möglich unter 0 22 52-53 266 oder per email: info@lago-zuelpich.de [pg]


Das letzte Wort hat...
Manfred Lang: “Ann, Kätt un Dröck – all jewöhnlich Löck“

Namen sind auch auf Platt Schall und Rauch. Kaum einer könnte heute noch aus den früher gebräuchlichen rheinischen Kürzeln heraushören oder lesen, welcher hochdeutsche Vorname eigentlich gemeint ist. “Lennert” ist beispielsweise Leonhard, “Matschö” (von frz. Matthieu) Matthias, “Rönnemöss” Hieronymus, “Weckes” Ludwig, “Maanes” Hermann, “Dures” Theodor, “Schang” (von frz. Jean) Johannes, “Nieres” Werner, “Wisies” Alois, “Föns” Alfons, “Tönnes” Anton und “Bäertes” Albert. “Ziss” ist die ripuarische Kurzform von Franziska, auch “Ziska”. “Vrönn” heißt Veronika, “Monn” oder “Möön” Monika, “Dröck” oder “Draut” Gertrud, “Trien”, “Treng” und “Kätt” Katharina, “Stien” Christine, “Plönn” Apolonia, “Nies” Agnes, “Aijeta” Agathe, “Lies” Elisabeth und “Drees” Theresia.

Dass die meisten Töchter der nicht eben wohlhabenden Eifeler Kleinbauern Maria, Anna, Katharina und Gertrud hießen, hing mit der Verehrung der Namenspatroninnen zusammen. Ein Sprichwort hieß: “Ann, Kätt, Marie un Dröck heeschen all jewöhnlich Löck.” [ml]


Land & Leute:

Landesjury besucht Golddörfer

Kreis Düren: Die Golddörfer Blens, Berzbuir, Golzheim und Merode bekommen zwischen dem 17. und 28. August 2015 Besuch von der Landesjury “Unser Dorf hat Zukunft”. Das erfuhren die Vertreter der vier Dörfer bei der Auftaktveranstaltung des Landeswettbewerbs in Lennestadt. 2015 findet der Wettstreit bereits zum 25. Mal statt. Die Vertreter der Siegerdörfer aus dem Kreis Düren waren gemeinsam mit dem Bus angereist, darunter die Bürgermeister Peter Cremer (Heimbach) und Peter Harzheim (Merzenich) sowie Margarete Lersch, Mitarbeiterin der Kreisverwaltung Düren, die den Dorfwettbewerb an der Rur koordiniert und den Teilnehmern beratend zur Seite steht. [bwp]

Der kleine Bär kann nicht schlafen

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Bad Münstereifel: Die Wartezeit bis zur Bescherung wollen Christiane Remmert und Jojo Ludwig am Mittwoch, 24. Dezember, verkürzen. Um 15 Uhr gibt es im „Kulturhaus theater 1“, Langenhecke 2 – 4, eine Aufführung des Stückes „Kannst du nicht schlafen, kleiner Bär?“. Der große Bär und der kleine Bär leben zusammen in einer Höhle im Wald. Man sollte meinen, dass dies für Bären nichts Ungewöhnliches ist. Ist es auch nicht, bis zu dem Zeitpunkt, wenn die Schlafenszeit herannaht und der Einfallsreichtum des kleinen Bären auf Hochtouren läuft. Denn es gibt viele Möglichkeiten, sich um das Einschlafen zu drücken. Wer Kinder hat, weiß das. Auch der große Bär weiß das. Aber er geht gelassen damit um. Mit der gleichen einfühlsamen und humorvollen Art, die der große Bär an den Tag legt, setzen Christiane Remmert und Jojo Ludwig die Geschichte von Martin Waddell und Barbara Firth in beeindruckende Bilder um. Ein Stück für alle Kinder ab vier Jahren, die neue Ausreden brauchen, um noch nicht ins Bett zu müssen, und für alle Eltern, die sich für solche Fälle eine „Bärengeduld“ zulegen wollen. Karten gibt es an der Tageskasse; es wird empfohlen, unter 0 22 57 – 44 14 oder unter kulturhaus@theater-1.de zu reservieren. [pg]

Wissen.Können.Weitergeben

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Heimbach: Jetzt ist es amtlich. Nicht nur der Rheinische Karneval mit all seinen Facetten wurde von der Deutschen UNESCO-Kommission zum „Immateriellen Kulturerbe“ erklärt. Auch das Köhlerhandwerk zählt zu den schützenswerten Traditionen. Zur Freude von Gerd Linden und seinen „Köhlerbuben“, die mit dem Düttlinger Meiler alle zwei Jahre die alte Technik der Holzkohlegewinnung aufleben lassen, um ihr Wissen und Können an die folgenden Generationen weiterzugeben. [bwp]

365 Tage im Jahr geöffnet

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Mechernich-Kommern: Deutschlands zweitgrößtes Freilichtmuseum zählt zu den wenigen Museen seiner Art, die an allen Tagen im Jahr geöffnet sind. In den Wintermonaten kann man das Museum der rheinischen Alltagsgeschichte von 10 bis 17 Uhr besuchen, an Heiligabend und Silvester bis 14 Uhr, an den Weihnachtstagen und Neujahr ab 11 Uhr. Für Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren ist der Eintritt in das LVR-Freilichtmuseum Kommern frei. Das Jahresprogramm ist unter www.kommern.lvr.de zu finden. [bwp]

Dorf-Dokumentation vorgestellt

Boich: „Eine solche Resonanz haben wir noch nie gehabt“, freute sich Karl-Josef Nolden vom Heimat- und Geschichtsverein Drove e.V. In der ehemaligen Gaststätte Kniprath, die von den jetzigen Eigentümern Wollbrandt vorbildlich restauriert wurde, stellten die Heimatforscher ihre neueste Veröffentlichung vor. „Boich – Berichte, Erzählungen und Dokumentationen“ heißt der 82-seitige Band, der die Geschichte des Dorfes beleuchtet. Die Hälfte der Auflage in Höhe von 200 Stück ist bereits verkauft. Nähere Auskünfte zu der Publikation erteilt Karl-Josef Nolden 02422 – 6699. [bwp]

Einstimmung auf Weihnachten

Bad Münstereifel: Monika Schmitz erzählt und liest am Sonntag, 21. Dezember, um 15 Uhr im Romanischen Haus – Hürten Museum, Langenhecke 6 – Geschichten zur Weihnachtszeit.
Traute Bührmann begleitet sie auf der Gitarre und stimmt schöne Weihnachtslieder zum Mitsingen an. [pg]

Lesung und Finissage mit Hans-Werner Kiefer in Gemünd

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Der Autor und Maler Hans-Werner Kiefer in der Galerie “Eifel Kunst” in Gemünd. [ Foto: Wilfried Gierden]

Gemünd: Die Galerie „Eifel Kunst“, Schleidener Straße 1, 53937 Schleiden-Gemünd, lädt am Sonntag, dem 21. Dezember 2015, 15 Uhr zu einer Lesung und Finissage des Autors und Malers Hans-Werner Kiefer ein.
Hans-Werner Kiefer stellt sein neues Buch „Unsichtbares sichtbar machen – Denkmal für die im Nationalsozialismus ermordeten Sinti und Roma Europas” vor.

Im Mittelpunkt des Buches stehen die Erinnerung und das Gedenken. Erinnerung und Gedenken an einen Völkermord, der bis heute für jeden Angehörigen der Sinti, Roma und ihren verwandten Volksgruppen, sowie
den als Zigeuner verfolgten Jenischen und andere Fahrende, wie eine unheilbare Wunde sichtbar und spürbar ist. Der Inhalt des Buches beschreibt die Hintergründe (Unsichtbares sichtbar machen), sowie die Entwicklung und den Inhalt des Denkmals mitten im Herzen von Berlin. Einbezogen sind Fotos, Gedichte und Bilder. Im Fokus stehen unter anderem die strittige Denkmalbezeichnung, die uneinheitlichen und eigenständigen Volksgruppen, der Streit der Opferverbände, die Rolle des Zentralrates Deutscher Sinti und Roma, die Rolle der Bundesregierungen, die Rolle der Kirchen, die Gleichsetzung von Holocaust und Völkermord, und der Hinweis auf ein Miteinander im Nebeneinander. [bvl]

Der besondere Blick

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Fotograf Laurenz Bresgen (l.) mit Judith Flieg, Peter Neuss, Erika Krüttgen und Ernst Bernhauser. [Foto: ush]

Heimbach: Die großen Augen der jungen Frau schauen direkt auf den Betrachter. Ein Lächeln umspielt ihren Mund, die Creolen geben ihr Heiteres und dennoch bestimmt Nachdenklichkeit ihre Mimik. Sie bleibt rätselhaft, fern… Nicht zufällig hat dieses Porträt einen zentralen Platz im Haus des Gastes bekommen. Es ist ein Blickfang erster Güte. Das weiß niemand besser, als ein Profi-Fotograf wie Laurenz Bresgen. Vor einem Jahr gründete er im Verein „Die jungen Alten Heimbach e.V.“ eine Fotogruppe. In einer ersten Ausstellung zeigen die Mitglieder nun ihre besten Fotografien, die in den vergangenen zwölf Monaten entstanden sind. Es sind die Ergebnisse eines Arbeitsprozesses, der jedem Fotografen seinen Freiraum lässt. Die Ausstellung ist noch bis zum 31. Dezember im Heimbacher „Haus des Gastes“ zu sehen. [ush] [bwp]

Wildnis unterm Weihnachtsbaum

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Einfach die Seele baumeln lassen – vier Tage Wildnis-Trail im Nationalpark Eifel [Foto: Guido Priske]

Schleiden-Gemünd: Noch keine Geschenk-Ideen für Freunde, Verwandte und die Liebsten ? Wie wäre es mit „Wildnis“ unterm Weihnachtsbaum? Ein Wildnis-Trail-Gutschein bedeutet: Vier Tage wandern, einmal längs durch das Großschutzgebiet, seine vielfältigen Landschaften genießen und abends von einem Nationalpark-Gastgeber umsorgt werden. Die Strecke verläuft über 85 Kilometer in vier Etappen von Monschau-Höfen im Süden bis zur nördlichen Spitze bei Hürtgenwald-Zerkall.
Der Wildnis-Trail kann auf eigene Faust mit Wegweisern, Wanderbuch oder aber in fachkundlicher Begleitung eines zertifizierten Waldführers erkundet werden. Einen passenden Gutschein inklusive Übernachtungen bei eigens zertifizierten Nationalpark-Gastgebern, Wanderbuch und -karte, Ticket für den Rücktransport mit dem „Trail-Express“ zum Ausgangspunkt, Wanderpass, Ansteck-Pin und Urkunde für erfolgreiche „Wildnis-Bezwinger“ gibt es telefonisch unter 02473-93770 oder www.wildnis-trail.de. [bvl]

Wolle gesucht

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Euskirchen: Helene Kerwer setzt sich für Kinder im weißrussischen Mogilew ein. Der Ort gehört zur strahlenvereuchten Region, die durch die Explosion des Kernreaktor 1986 in Tschernobyl noch heute geschädigt ist. Seit rund 13 Jahren strickt sie zusammen mit etwa 30 weiteren Frauen Pullover, Schals, Mützen und vieles mehr für Kinder in Mogilew und gibt die Ergebnisse an den Verein “Hilfe für Tschernobyl-geschädigte Kinder” ab. Mehr als 2.000 Kisten konnten die Frauen schon schicken und die 83-Jährige strickt immer noch gerne und viel. “Es macht Spaß und ich habe die Zeit”, sagt sie und sie weiß, dass die warmen Pullover wirklich dort ankommen, wo sie gebraucht werden. Lange konnte sie auf Wollspenden zurückgreifen, doch die Vorräte sind erschöpft. Die strickenden Frauen brauchen Nachschub: Wer also noch Wolle hat, die er oder sie nicht mehr braucht, kann sie bei Helene Kerwer abgeben. Auch Mitstrickerinnen sind immer gefragt. Weitere Infos bei Helene Kerwer unter Tel: 0 22 51-4077. [pg]

Handpuppenspiel für die ganze Familie

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Aus dem Handpuppenspiel “Das Pfefferkuchenherz”. [Foto: Kloster-Kultur-Keller]

Vossenack: Der Kloster-Kultur-Keller des Franziskanerklosters in Vossenack hält für all diejenigen, die noch dringend ein besonderes und persönliches Weihnachtsgeschenk suchen, genau das Richtige bereit: ein toller Abend beim Handpuppenspiel „Das Pfefferkuchenherz“. Sehr geeignet für Eltern, die nach den Feiertagen gerne mal ein paar Stunden abschalten möchten und ihre Kinder gleichzeitig gut aufgehoben wissen wollen. Einfach mal einen kurzweiligen Abend, zusammen mit den Großeltern im Puppentheater verbringen.

Am Samstag, 27. Dezember 2014 um 15.00 Uhr beginnt das Handpuppenspiel im Kloster-Kultur-Keller, Franziskusweg 1 in 52393 Hürtgenwald-Vossenack und dauert ca. 45 Minuten. Der Eintritt beträgt 5 € und ist für Kinder ab 3 Jahre geeignet. Eine Kartenvorbestellung ist unter Tel.: 02429 / 30853 oder ein Sofortverkauf bei BABALU, Geschenke-Spiele-Buchahndlung, Im Unterdorf 4, in 52393 Hürtgenwald-Vossenack möglich.

„Das Pfefferkuchenherz”, Handpuppenspiel Theater con cuore / Schlitz
Das kleine Minchen kann einem schon Leid tun. So gern hätte sie vom Zuckerbäcker auch ein Pfefferkuchenherz gehabt, aber ihr Großvater hat beim Holzsammeln im Wald seinen Geldbeutel mit den letzten Münzen verloren. Also macht sich Minchen auf die Suche. Auch der Kasper hat davon gehört und will natürlich helfen. Im Winterwald will er mit
Holzsammeln etwas Geld verdienen. Im Wald wohnen aber die Hexe und der Riese Pusteback, dem Kaspers Holzsammeln gar nicht recht ist. So kommt es zu allerhand Aufregung. Wird der Kasper mit Hilfe der Kinder den Geldbeutel wieder finden? Und bekommt Minchen doch noch ihr Pfefferkuchenherz vom Zuckerbäcker? [bvl]

Aktion „Hirtenfeuer“ am Heiligen Abend

Bad Münstereifel: Alleinstehende müssen nicht einsam den Heiligen Abend verbringen. Im St. Josefhaus, Alte Gasse, sind die Türen am 24. Dezember von 17.30 bis 20.30 Uhr für eine kleine Weihnachtsfeier geöffnet. Ein gutes Essen, Musik und Besinnung werden geboten und wer möchte, kann anschließend auch noch um 21 Uhr die Christmette besuchen. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich, weitere Informationen unter 0170-94 74 011 bei Herrn Berg oder 0 22 53-85 89 . [pg]

Freitag, 19.12.2014 // Ausgabe No. 12 // © eifelon.de, gegründet 2014
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