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Ihre [Redaktion]
Voicu will Arzt werden Voicu Oara heute: Der 24-Jährige ist völlig gesund und studiert Medizin, um demnächst anderen kranken Menschen zu helfen. [Foto: Privat/pp/Agentur ProfiPress]
Mechernich-Kommern: Vor 15 Jahren bewegte das Schicksal des damals neun Jahre alten leukämiekranken Voicu Oara aus Rumänien die Menschen im Kreis Euskirchen und vor allem die in der Stadt Mechernich. Weil der kleine Junge in Rumänien kaum eine Chance zum Überleben hatte, setzten die Hilfsgruppe Eifel um den Lückerather Willi Greuel und die Steige-Gemeinschaft in Kommern damals alle Hebel in Bewegung, um dem todkranken Jungen von Deutschland aus zu helfen. Die konzertierte Aktion verlief erfolgreich, nachdem der Junge auf Kosten der Hilfsgruppe in der Bonner Uni-Klinik behandelt und anschließend in Rumänien mit Medikamenten aus der Eifel versorgt worden war. Zwei große Straßenfeste der Steige-Gemeinschaft fanden 1999 und 2000 für die Therapierung und Medikamentenversorgung des Jungen statt, der Verwandte in Euskirchen und Kommern hat. Über 25.000 D-Mark Straßenfest-Erlös steuerte das Steige-Team damals zur Kostendeckung bei.
Jetzt, 14 später, Jahre hat sich Voicu beim Hilfsgruppenvorsitzenden Willi Greuel per Mail gemeldet. Als Greuel die Nachricht mit dem Betreff „For Willi Greuel“ im Mailpostfach fand und die ersten Worte das Briefes „Dear Willi, my name ist Oara Voicu Stefan….“ las, wusste er sofort, wer ihm da nach fast 15 Jahren geschrieben hatte – es war Voicu Oara aus dem kleinen rumänischen Ort Turda nahe der ungarischen Grenze. Beim Stöbern in seinen damaligen Krankenakten, im Fotoalbum und in 14 Jahre alten Zeitungsberichten aus Kommern sei er auf die Hilfsgruppe aufmerksam geworden. Im Internet habe er dann nach deren Webseite gesucht, schreibt der heute 24-Jährige, der dank der Hilfe aus Kommern völlig gesund ist. Damals sei ihm gar nicht bewusst gewesen, was wirklich mit ihm passiert sei.
„Ich bin sehr glücklich, dass ich mich jetzt für das, was Sie für mich getan haben, bedanken kann“, schreibt Voicu, der inzwischen an der rumänischen Luliu Hatieganu Universität für Medizin und Pharmazie in Cluj Napoca nahe seines Heimatortes Medizin studiert. Als Arzt will er demnächst selbst kranken Menschen helfen. „Ich bin jetzt in der fünften Klasse der Fakultät und sehr glücklich, dass ich es geschafft habe, meinen Traum zu erfüllen“, so Voicu. Er schreibe diesen Brief, damit die Hilfsgruppe und deren Freunde aus Kommern wissen, dass er dank der der Hilfe aus der Eifel „ein glücklicher und gesunder Mensch“ geworden sei.
Daran hatte die Familie des Jungen vor 15 Jahren kaum geglaubt. Denn nachdem Voicu 1999 als Neunjähriger an Leukämie erkrankt war, gab es für ihn in Rumänien wenig Hoffnung. Deshalb hatten der in Euskirchen wohnende Onkel Ioan Tulbure sowie die in Kommern wohnende Tante Christine Ülpenich die Hilfsgruppe Eifel um Unterstützung für den Jungen gebeten. Die sagte spontan zu und fand in der Kommerner Steige-Gemeinschaft einen zuverlässigen Partner.
Die Hilfsgruppe holte den damals Neunjährigen nach Deutschland, wo sie Voicu in der Bonner Uni-Klinik dem Kinderkrebs-Spezialisten Professor Udo Bode vorstellten. Bode kam zu dem Ergebnis, dass Voicu auch in Rumänien behandelt werden könne. Jedoch nur, wenn die Versorgung mit den erforderlichen Medikamenten gewährleistet sei.
Die Hilfsgruppe sicherte dies zu, so dass der kleine Junge schließlich im Krankenhaus von Klausenburg in Siebenbürgen behandelt werden konnte. Doch die Transporte der teuren Medikamente erwiesen sich als recht aufwendig. Willi Greuel: „Damit auch alles dort ankam, wo es hingehörte, brachte Voicus Onkel die Medikamente aus der Eifel immer mit dem Auto in das 1.650 Kilometer entfernte Krankenhaus“.
Im August 2000 kam der inzwischen zehn Jahre alte Voicu mit seinen Eltern Sorin Ioan und Irina Oara für drei Wochen nach Kommern, damit er in der Bonner Uni-Klinik erneut von Professor Bode untersucht werden konnte. Bevor die Familie wieder nach Rumänien zurückkehrte, hatte Willi Greuel ihr das Versprechen gegeben, dass die Hilfsgruppe die Therapien des Jungen so lange finanziere, wie es nötig sei. Ohne die Unterstützung aus der Eifel hätte ihr Sohn die schwere Krankheit in Rumänien nicht überstehen können, hatte sich Voicus Mutter Irina damals vor der Abreise bei Willi Greuel bedankt. [pp]
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Mosaiksteine der Wirklichkeit: Elliott Erwitt – internationaler Fotokünstler im KuK Monschau. In Zusammenarbeit mit Magnum Photos (Paris) präsentiert das Kunst- und Kulturzentrum (KuK) der StädteRegion Aachen in Monschau Fotoarbeiten des international renommierten Fotografen, Elliott Erwitt. Der Initiatorin und Leiterin des KuK, Dr. Nina Mika-Helfmeier, gelang es, insgesamt 150 Werke des höchst aktiven Fotografen nach Monschau zu holen. In der umfassenden Retrospektive werden seine Mosaike der Wirklichkeit aus mehr als einem halben Jahrhundert seines Schaffens gezeigt.
Elliott Erwitt hat sein Herz nahe am Auge und sieht Dinge, die sonst gerne übersehen werden: Die kleinen komischen Momente und Leidenschaftlichkeiten des Alltags oder auch winzige Augenblicke, in denen Mienen und Gesten mehr sagen als tausend Worte. Er ist einer der führenden Fotografen seiner Generation. Extrem vielseitig, mit einem breiten Spektrum an Interessen, richtet er seine Kamera auf Menschliches und Allzumenschliches, auf Tierisches, Politisches und Berührendes.
Fotografie ist für Erwitt vor allem eine „Kunst des Beobachtens“. In einer Welt der schnellen TV-Bilder und der digital geschönten Bildkompositionen in Werbung und Mode geben seine Arbeiten dem Medium Foto noch einmal seine ursprüngliche Kraft zurück. Wie kaum ein anderer Fotograf schafft Erwitt es, in seinen Fotos Emotionen zu vermitteln: Wut, ein wenig Glück. Rührung. Akzente, die man nur erkennt, wenn man genau hinschaut. Erwitt selbst bezeichnet das als die „Essenz eines Geschehens“, das so genannte „denkende Sehen“. Ein ganze Geschichte in einem Bild erzählen, das ist seine Stärke. Wie beispielsweise im Sommer 1959, als Richard Nixon – damals Vizepräsident der USA – Sowjet-Chef Nikita Chruschtschow auf einer US-Industriemesse in Moskau trifft. Erwitts Foto dokumentiert, wie mit dem aufbrausenden Nixon und dem brummigen Chruschtschow Kapitalismus und Sozialismus unversöhnlich aufeinander prallen. „Eigentlich war es nur eine dümmliche Unterhaltung zwischen zwei Politikern im Kalten Krieg, die da festgehalten wurde und doch wurde daraus jene politische Fotografie, die mich berühmt machte“, stellte Erwitt später fest. Genau dieses Bild, das unter dem Namen „Kitchen Debate“ in die Geschichte einging, prägte Nixons Image als Hardliner und Erwitts Ruf als Reportagefotograf mit den Qualitäten eines „unsichtbaren Insiders“.
„Meine Schüchternheit hat dazu beigetragen, dass ich Fotograf wurde. In der High School stellte ich fest, dass die Kamera einen in Situationen bringt, wo man eigentlich nicht hingehört. Damals waren es die Abschlussbälle; heute sind es das Weiße Haus oder die Hinterzimmer des Kreml.
Da ich mit 15 Jahren anfangen musste, für mich selbst zu sorgen, nahm ich eine Stelle an in einem Fotolabor an, hier sollte ich Kontaktabzüge von Starfotos machen. Ich besorgte mir eine Rolleiflex, die Traumkamera jener Tage.“ Erwitt zieht nach New York, um Film zu studieren. Dort lernte er Robert Capa kennen, der eine kleine, von einer Gruppe von Fotografen gegründete Agentur leitete.
Erwitts Militärzeit führte ihn nach Frankreich. In dieser Zeit zeigte er Capa in Paris einige seiner Fotos, die er für Zeitschriften gemacht hatte. „Als ich 1953 aus der Army entlassen wurde, wusste ich, was für ein erlesener, angesehener Verein Capas Agentur Magnum inzwischen war. Ich zog meine Uniform aus und unterschrieb 20 Minuten später einen Vertrag mit Magnum.“…
Erwitts Bilder sind inzwischen längst zu einem Wegweiser vieler nachfolgender Fotografengenerationen geworden. Für Elliott Erwitt hat Fotografie wenig mit den Dingen zu tun, die man sieht, und alles mit der Art, wie man sie sieht. Gute Bilder können jederzeit und überall „passieren“. Genau da setzt die Retrospektive, die aktuell im Monschauer KuK zu sehen ist, an: Neben seinen Klassikern werden Aufnahmen von seinen Strandspaziergängen, seinen Museumsbesuchen, seinen Reisen und (Erwitt war leidenschaftlicher Hundeliebhaber) von Hunden gezeigt.
Die Ausstellung „Elliott Erwitt Retrospektive“ ist im KuK Monschau, Austraße 9 noch bis Sonntag, 21.12.2014 zu sehen. Die Öffnungszeiten sind von dienstags bis freitags von 14 bis 17 Uhr und am Wochenende von 11 bis 17 Uhr. Weitere Informationen unter www.kuk-monschau.de.[bvl] ↑
Elliott Erwitt wird 1928 als Sohn russischer Einwanderer in Paris geboren. Seine ersten Lebensjahre verbringt er in Italien und Frankreich. 1939 emigriert die Familie in die USA, wo sie sich zunächst in New York und dann in Los Angeles niederlässt. 1948 zieht Erwitt nach New York City, um an der “New York School for Social Research” Film zu studieren. In diesem Jahr begegnet er zum ersten Mal den berühmten Fotografen Edward Steichen und Robert Capa. 1953 beginnt Erwitt für Magnum zu arbeiten. Ein Jahr später ist er bereits Vollmitglied der Agentur. Von 1966 bis 1969 leitet Erwitt die Agentur. Er ist bis heute aktives Mitglied bei Magnum. Elliott Erwitts Bücher, seine journalistischen Essays, Illustrationen und Werbeaufträge werden seit über vierzig Jahren veröffentlicht. Neben seiner Tätigkeit als Fotograf war er auch mit Erfolg als Filmemacher tätig. Erwitt ist mit der deutschen Filmemacherin und Schriftstellerin Pia Frankenberg verheiratet.
Theater voller Poesie in Bad Münstereifel Jojo Ludwig und Christine Remmert lieben ihr Theater. [Foto: pg]
Bad Münstereifel: Es ist wohl der Traum eines jeden Schauspielers: ein eigenes Theater. Ein Theater, in dem man selbst bestimmen kann, was gespielt wird. Ein Theater, in dem man die Bühnenausstattung an die eigenen Bedürfnisse anpassen kann und wo die Gestaltung der Räumlichkeiten in der eigenen Verantwortung liegt. Diesen Traum haben sich Christine Remmert und Jojo Ludwig in Bad Münstereifel mit dem theater 1 verwirklicht. Viele Kurstädter und Kulturbegeisterte aus der Umgebung haben schon eine Vorstellung besucht und sich von Figurentheater, Kabarett, Musik und Schauspiel gefangen nehmen lassen. Denn seit mittlerweile sieben Jahren und einigen Höhen und Tiefen sagen beide heute: „Wir sind angekommen“. Einen langen Atem brauchten sie, um ihr Theater in der Kurstadt zu etablieren. Viel Unterstützung erfuhren sie, aber auch so manches Hindernis musste überwunden werden. Doch heute kann sich wohl kaum jemand mehr Bad Münstereifel ohne das theater 1 in der Eschenstraße vorstellen.
Beide sind seit vielen Jahren auf der Bühne zu Hause, doch reines Schauspiel nur mit Menschen reicht beiden nicht. Remmert und Ludwig haben es die Figuren angetan und so kommen in ihren Stücken sowohl Menschen als auch Puppen vor. „Figuren können ganz andere Dinge tun als Menschen“, erzählt Jojo Ludwig. Besonders Kinder lassen sich von dem Schauspiel faszinieren und sie lassen sich leichter auf das Spiel mit den Figuren ein. Bewusst nennen sich Remmert und Ludwig Figuren- und nicht Puppentheater, denn bei Puppen würden sich die Erwachsenen schnell verschließen und meinten, dies sei nur etwas für Kinder, sagt Christine Remmert. Doch es gibt auch genügend Theaterfreunde jenseits des Kindesalters, die dem Charme des Spiels mit den „anderen“ Wesen erliegen. Denn die Figuren haben natürlich ihren eigenen Charakter, wie Mozart und sein Floh zum Beispiel oder auch Don Quichote. „Wir recherchieren lange“, erklärt Jojo Ludwig. Für das Mozart-Stück sind sie sogar nach Wien gereist und haben sich das Geburtshaus des Komponisten angesehen und viel über ihn gelesen. Dadurch erhalten die Puppen eine eigene Persönlichkeit und werden zum Leben erweckt.
Einen Teil der Stücke haben Remmert und Ludwig selbst geschrieben, bei andern greifen sie auf Vorlagen zurück. In ihren Inszenierungen leben sie dann die Begeisterung für das Spiel mit den Figuren aus. „Es ist spannender als Menschentheater“, meinte Christine Remmert. Man muss sich auf die Geschichte einlassen, doch dann wird der Theaterbesucher mit einem besonderen Erlebnis belohnt. Und das ist nicht wiederholbar, sondern einzigartig. Nicht wie im Fernsehen, wo eine Szene so lange wiederholt wird, bis der Regisseur zufrieden ist. Das Theater gäbe ihnen die Möglichkeit, etwas gegen die Schnelllebigkeit zu tun, meinte Schauspielerin Christine Remmert und ergänzt: „Das Theater, was wir machen, ist poetisch“.
Mit ihrem Theater sind sie in ganz Europa unterwegs, sie spielen auf Festivals und Bühnen in Dänemark über Frankreich bis in die Türkei. Mit dem Tourneetheater würden sie das Geld verdienen, das sie in ihrem eigenen Theater in Bad Münstereifel wieder ausgäben, sagt Ludwig schmunzelnd. Denn allein vom theater 1 und den Veranstaltungen in ihrem Kulturzentrum könnten die beiden nicht leben. Aber wenn man mit beiden spricht, spürt man, dass beide nichts anderes wollen. Sie lieben ihr eigenes Theater trotz der ganzen Arbeit, die so ein Haus mit sich bringt. Doch 2012 hätten sie fast aufgegeben. Vieles lief quer in diesem Jahr und dann kam der größte Schock: ein gewaltiger Wasserschaden im Kulturzentrum. Da hätten sie fast daran gedacht, aufzugeben, meinte Christine Remmert. Doch die Unterstützung vieler Menschen in dieser Zeit hat den beiden die Kraft gegeben, weiter zumachen. Künstlerkollegen gaben kostenlose Gastspiele und das Publikum kam in Scharen, um den Schauspielern zu zeigen, dass sie auf das theater 1 nicht verzichten möchten. Also haben Christine Remmert und Jojo Ludwig ihr Haus renoviert und nun spielen sie wieder in ihrem eigenen Theater. 13 Stücke haben die beiden Schauspieler im Repertoire und in dieser Saison sind im theater 1 sieben davon zu sehen. Hinzu kommen Auftritte von Gastkünstlern, die das Theater mit Musik, Tanz, Schauspiel oder Kabarett füllen.
Im Kulturhaus wird jedoch nicht nur Theater gespielt. Im Erdgeschoss befindet sich das Theater mit seinen 99 Sitzplätzen. Im ersten Stockwerk steht ein Parkettsaal zur Verfügung, der unter anderem von der Volkshochschule für Seminare genutzt wird, aber auch von anderen Veranstaltern zum Beispiel für Gesangs-, Tanz-, Bewegungs- oder Meditationskurse gemietet werden kann.
Mit ihrem Tourneetheater sind sie am Mittwoch, 5. November, ganz in der Nähe zu sehen. In Brühl finden die Internationalen FigurenTheaterTage statt und sie spielen in der Galerie am Schloss, Schlossstraße 25, ihr Stück „Der Bär geht zum Försterball“. Karten dafür gibt es im Ticket & Tourismus-Center Brühl, Telefon 02232/79-345. Das Programm für die laufende Saison in Bad Münstereifel im theater 1 gibt es auf www.theater-1.de
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Braune Bohnen aus Montjoie Die Brüder Werner und Peter Maassen setzen auf traditionelle Röstmethoden. [Foto: privat]
Monschau: Es riecht nach frisch gerösteten Kaffee in der Altstadt von Monschau. Wer dem Duft folgt, landet in der „Caffee-Rösterei Wilhelm Maassen“. Feinste Kaffeearomen, leicht rauchig, strömen aus dem Geschäft in der Stadtstraße 24.: Werner und Peter Maassen treffen die letzten Vorbereitungen fürs tägliche Kaffeerösten. Die beiden Brüder betreiben bereits in der fünften Generation, mitten im Eifelstädtchen Monschau, die „Caffee-Rösterei Wilhelm Maassen“. Im gut 300 Jahren alten Stammhaus des 1862 gegründeten Unternehmens produziert die Familie hochwertigen Kaffee.
Die Qualität, die dort erreicht wird, entsteht vor allem durch die richtige Auswahl des Rohkaffees. „Wir verwenden ausschließlich Arabica-Sorten“, so die beiden Brüder. Der Vorteil liegt klar auf der Hand: Diese Sorten werden im Hochland angebaut und haben deshalb eine längere Wachstumsphase. So können die Arabica-Kaffeebohnen viel mehr Nährstoffe aufnehmen und sind ganz besonders ausgeprägt im Geschmack. Sie haben nur ein Prozent Koffein und weisen relativ wenig Gerb- und Bitterstoffe auf. Die bevorzugten Anbauländer des Traditionsunternehmens sind Kolumbien, Brasilien und das ostafrikanische Burundi.
„Das Geheimnis bei der Herstellung eines aromatischen und gut verträglichen Kaffees sind neben der Auswahl der richtigen Kaffeebohnen vor allem lange und schonende Röstzeiten“, erklärt Werner Maassen. „Nur eine langsame Wärmezufuhr, zwischen 14 und 18 Minuten bei 200 Grad ermöglicht, dass die Bitterstoffe abgebaut werden. Erst dann ist der Kaffee bekömmlich und magenfreundlich.“
Peter Maassen macht deutlich, dass sich bei der Röstmethode die Geister der Fachleute scheiden. Es ist eine Art Glaubensbekenntnis: Gas oder Strom? Im Hause Maassen kommt das traditionelle Trommelröstverfahren zum Einsatz.Traditionell auch der gasbeheizte Probat-Trommelröster aus den 1950er Jahren. „Die schwere Gusstrommel der Maschine sorgt für eine gleichmäßige Wärmeverteilung während des Röstvorgangs.“ In dem historischen Trommelröster können täglich bis zu 100 Kilogramm Röstkaffee produziert werden.
Bei den großen Industrieunternehmen sind es täglich 1.000 Tonnen oder mehr. Um so viel gerösteten Kaffee herstellen zu können, kommt in der industriellen Produktion die so genannte Heißluftröstung zum Einsatz: Innerhalb von zwei bis zweieinhalb Minuten wird der Rohkaffee mit Temperaturen von 500 bis 550 Grad erhitzt. Damit sind die geforderten Mengen erreichbar, allerdings geht das zu Lasten der Qualität.
In Monschau hält man davon nichts. Nach der schonenden Röstung wandern die Bohnen hier über den so genannten „Verlestisch“. Blitzschnell und mit geübtem Auge werden von Hand die guten von den weniger gut gerösteten Bohnen getrennt. Leichte Abweichungen im Röstgrad – meist verursacht durch einen etwas unterschiedlichen Wassergehalt des Rohkaffees – werden aussortiert. Da sind ein sicherer Blick und äußerste Konzentration gefragt. In Windeseile entdeckt Peter Maassen jede noch so kleine Abweichung oder Deformierung.
Das Prädikat „handverlesen“ erhält so seine ursprüngliche Bedeutung zurück und trägt zur einzigartigen Qualität der Kaffees bei. Wirtschaftlich ist das Handverlesen aller Chargen kaum vertretbar. Es bleibt eben ein Luxus, den sich die Kaffeerösterei Maassen leistet. Die Kunden honorieren den zusätzlichen Aufwand: So liefert die „Caffee-Rösterei Wilhelm Maassen“ ihre handverlesenen Produkte nach ganz Deutschland, in die Niederlande, nach Belgien und in die USA. www.caffeeroesterei.de
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Die Welt im Wassertropfen Auch in diesem Jahr eröffnet Gerd Stühl seine traditionelle Atelierausstellung an Allerheiligen. [Fotos: bwp]
Bürvenich: Die pralle Walnuss auf der Holzdose wirkt so plastisch, dass man unwillkürlich danach greifen will. Die sattgrünen Erbsen scheinen aus dem Bild zu kullern und im kunstvoll gemalten Wassertropfen spiegelt sich die Welt… Mit liebevollem Blick fürs Detail und der grandiosen Maltechnik alter Meister schafft Gerd Stühl seit über 40 Jahren unverwechselbare Stilleben. Mit seinem Umzug in die Eifel, 1972, entdeckte er die Natur. Seitdem sind Pflanzen und Früchte seine bevorzugten Motive. Ob großflächig, oder klein und kompakt: Jedes seiner Bilder steckt voller Leben, manchmal gepaart mit dem morbiden Charme des Vergehens. Wer genau hinschaut, entdeckt auf den kunstvoll komponierten Werken oft winzige Kreaturen. Um diese Ameisen oder Käfer in Originalgröße auf das Bild bannen zu können, greift der Künstler zur Lupe. In der linken Hand das Vergrößerungsglas, in der rechten den Pinsel malt er seine Momentaufnahmen. An den kommenden beiden Wochenenden öffnet der Künstler sein Atelier und zeigt seine aufwändigen Werke der Öffentlichkeit.
Gerd Stühl liebt die Natur und das Leben. Der große Garten hinter dem 300 Jahre alten Haus bietet Motive im Überfluss: Je nach Jahreszeit Blüten und Beeren, Gemüse und Nüsse. Selbst oft verpöntes Unkraut wird auf Stühls Bildern zum ästhetischen Genuss. Eins seiner Lieblingsmotive, verrät der Maler, sind die zarten, weißen Blütenkelche der Marienwinde.
Im Jahreszyklus entstehen jährlich zwölf, manchmal sogar 15 Bilder, an denen er – je nach Größe – mehrere Wochen malt. Beseelt und besessen von seiner Arbeit, verbringt Stühl bis zu sechs Stunden täglich in seinem Atelier. „Er kann nicht ohne Arbeit sein. Er muss immer malen“, beschreibt Ehefrau Ingrid den Schaffensdrang ihres Mannes.
Stühl ist ein Ästhet. Und Perfektionist. So kann es manchmal passieren, dass eins der Werke seinem monatelangen prüfenden Blick nicht mehr standhält. Dann greift er – gemäß der Devise „Da kannst Du noch mal ran!“ – behutsam erneut zum Pinsel.
Nein, vermarkten ließ sich Stühl in all den Jahren nie. Galeristen, die das Geschäft ankurbeln wollten, erhielten vom Ehepaar Stühl stets eine Abfuhr: „Wir sind doch nicht aufs Land gezogen, um eine Fabrik zu eröffnen!“
Dem Künstlerehepaar ist der direkte Kontakt zu den Käufern und Sammlern wichtig. „Wir haben noch nie ein Bild verkauft, von dem wir nicht wissen, wo es jetzt hängt“, beschreibt Ingrid Stühl den persönlichen Umgang mit den Kunstliebhabern. „Wir waren immer ein Geheimtipp“, ergänzt ihr Mann, dessen aufwändige Originale meist auch in einer streng limitierten Druckauflage von mittlerweile nur noch zehn, maximal zwanzig Exemplaren erscheinen. Sich von seinen Werken zu trennen, fällt Gerd Stühl oft schwer. „Am liebsten wäre mir, die Leuten ließen das Geld und das Bild hier“, schmunzelt der 76-jährige Künstler, der gemeinsam mit dem Bildhauer Ulrich Rückriem an den Kölner Werkschulen studierte.
Der Versuch, aus jedem Jahr zumindest ein charakteristisches Bild aufzubewahren, ließ sich wegen des großen Interesses auf Dauer nicht durchhalten. Deshalb hängt Ingrid Stühl ihre absoluten Lieblingsbilder nur noch in die Privaträume. „Die werden niemals verkauft“, sagt sie mit liebevollem Blick auf die Kunstwerke. Während die letzten Bilder für die Atelierausstellung gerahmt werden, arbeitet Gerd Stühl bereits am nächsten Motiv: Auf seinem Arbeitstisch liegt eine handvoll glänzend brauner Kastanien…
Die traditionelle Jahresausstellung in Gerd Stühls Atelier, Stephanusstraße 129, ist am 1. und 2.11. sowie 8. und 9.11. jeweils von 11 bis 18 Uhr geöffnet. www.gerdstuehl.de
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“Sein Name wird bleiben” – Nachruf zu Helmut Rosen Der frühere Mechernicher Stadtdirektor Helmut Rosen starb am Montag im Alter von 89 Jahren. [Archivfoto: pp/Agentur ProfiPress]
Mechernich: Helmut Rosen ist tot. Der frühere Amtsdirektor des Amtes Hergarten, Verwaltungschef zunächst der Gemeinde Mechernich und schließlich Stadtdirektor der Bleiberg-Kommune starb am Montag, 27. Oktober, im Alter von 89 Jahren. Am 25. November hätte er sein 90. Lebensjahr vollenden können. Bürgermeister Dr. Hans-Peter Schick, sein jetzt amtierender Nachfolger als Verwaltungschef im Mechernicher Rathaus, sprach von Helmut Rosen als einem „verdienten Stadtdirektor, der sich vor allem beim Aufbau der Schulstadt Mechernich Lorbeeren erworben hat“. Mit dem Mechernicher Schulzentrum, das alle Schulformen und heute verfügbaren Schulabschlüsse anbietet, werde man „Helmut Rosens Namen auch in Zukunft in Verbindung bringen“, sagte Schick heute.
Acht Jahre lang war Helmut Rosen Amtsbürgermeister Hergartens, ehe er im Zuge der kommunalen Neuordnung 1969 Gemeindedirektor und 1975 dann Stadtdirektor Mechernichs wurde. Bürgermeister Schick sagte, Helmut Rosen habe die 44 Orte und Dörfer der heute zusammengewachsenen Bleiberg-Kommune 1969 und 1972 durch zwei turbulente kommunale Neugliederungen gebracht. „Helmut Rosen hat einen wesentlichen Beitrag am Zusammenwachsen unseres heutigen Gemeinwesens geleistet“, so Hans-Peter Schick.
Helmut Rosen war gebürtiger Schleidener. Er wuchs mit zwei Brüdern auf und ging dort zur Schule. 1939 begann er bei der dortigen Kreisverwaltung eine Lehre, die er fünf Monate vor der regulären Zeit abschließen durfte. Helmut Rosen wurde Verwaltungsangestellter beim Kreis Schleiden, aber am 13. Januar 1943 zur Wehrmacht einberufen. Er war an der Ostfront eingesetzt und erlebte den Tag der Kapitulation in Königsberg. Von dort marschierte Rosen für viereinhalb Jahre in sowjetische Kriegsgefangenschaft und harten Arbeitseinsatz im Ural und in Westsibirien.
Allerheiligen 1949 wurde er wieder beim Kreis Schleiden eingestellt, zunächst im Amt für Soforthilfe. Seit dem 23. Mai 1953 war Helmut Rosen mit Christel Schreuer aus Köln-Junkersdorf verheiratet.
Rosen war zielstrebig, fleißig und konnte was. 1954 wurde er Kreissekretär, 1956 Kreisinspektor, 1958 Kreisoberinspektor und 1960 schließlich in Hergarten unter 41 Kandidaten mit 17 von 18 möglichen Stimmen zum Amtsdirektor gewählt. Sein Amt wurde 1969 geteilt und kam zum Teil zur Gemeinde Mechernich und zum Teil zur Stadt Heimbach. 1972 bei der zweiten Kommunalen Neugliederung sogar zu getrennten Kreisen: Euskirchen und Düren. Rosen selbst wurde Gemeindedirektor von Mechernich und mit der Verleihung der Stadtrechte 1975 Stadtdirektor bis zu seinem Ruhestand Ende 1988.
Die Nachricht von seinem Tod löste nicht nur im Rathaus Betroffenheit aus. Auch das Rote Kreuz im Kreis Euskirchen trauert um einen verdienten ehrenamtlichen Funktionär. Mehr als 35 Jahre lenkte Helmut Rosen ehrenamtlich und nebenbei auch die Geschicke des Rotkreuz-Ortsvereins Mechernich. Gemeinsame Erinnerungen an schwere Zeiten in Mechernich rief der Tod Helmut Rosens gestern auch bei der Communio in Christo hervor. Helmut und Christel Rosen hatten die Kommunität und die Pflegeeinrichtungen an der Mechernicher Bruchgasse sowie Helmut Weber, den früheren Geschäftsführer des Sozialwerks der Communio in Christo, und Generalsuperior Karl-Heinz Haus und seinen Mitarbeiterstab zuletzt 2009 offiziell besucht. Während Rosens Amtszeit als Stadtdirektor hatte sich die Gemeinschaft in Mechernich gebildet, etabliert und als Orden gegründet. [pp]
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Bunter Fisch-Schwarm unter dem Hammer Assistiert von Peter Eppelt brachte Dr. Joachim Berg (r.) die “fliegenden Fische” unter den Hammer. [Foto: bwp]
Zülpich: Auch in diesem Jahr verwandelte das FairZülpich-Team die Martinskirche in ein gemütliches Kaffeehaus. Bei entspannter Atmosphäre mit selbstgebackenem Kuchen und Live-Musik von Miriam Jähning, Jörg Fricke und Engelbert Nowak stand anschließend eine ungewöhnliche Versteigerung im Mittelpunkt: Sieben kunterbunte Fisch-Skulpturen kamen unter den Hammer. Die Kinder der Wichtericher Grundschule hatten diese “fliegenden Fische” für die Zülpicher Landesgartenschau gefertigt.
Dazu waren die Fisch-Umrisse zunächst aus Styrodur herausgearbeitet und die Hohlform anschließend mit Bauschaum ausgefüllt worden. Die Oberfläche der ausgehärteten Rohlinge wurde dann von den 3.- und 4.-Klässlern mit Sägen und Feilen geglättet und mit Fugenmasse verspachtelt. Danach waren der Fantasie keine Grenzen mehr gesetzt: Jeweils zwei Kinder verpassten den knuffigen Flossentiere ein buntes Schuppenkleid. Auf Stahlstangen montiert schwebten die Kunstwerke dann ein halbes Jahr lang über der Wasseroberfläche des Seeparks.
Nun wurde der lustige Schwarm für einen guten Zweck versteigert: Der Erlös kommt der Uttor Kalir Khamar Dorfschule in Bangladesch zugute. „Seit 2008 besteht unsere enge Partnerschaft mit dieser Schule“, erzählte Grundschulleiterin Gabriele Hilsenbeck-Fischer. Jahr für Jahr bringt die Wichtericher Schulgemeinschaft 1.300 Euro für das von der Organisation Netz Bangladesch initiierte Projekt „Weltklasse!“ auf und ermöglicht so 30 Kindern regelmäßigen Unterricht – ein Geschenk fürs Leben!
In der Rolle eines russischen Medien-Moguls leitete Dr. Joachim Berg, Gründungsmitglied und Ehrenvorsitzender des gemeinnützigen Vereins FairZülpich, die Auktion für Bangladesch und machte die Versteigerung zum komödiantischen Event. Mit Witz und Verve kitzelte er die einzelnen Gebote in die Höhe: Startpreis waren 15 Euro, die sich dann – pro Handzeichen – in jeweils 5-Euro-Schritten steigerten. “Vorsicht, jetzt nicht mehr winken mit Freundin”, mahnte der Auktionator radebrechend, “sonst Du steigerst mit!”. Was Klaus Juschka, dem ersten Vorsitzenden des Vereins, prompt passierte. Er gestikulierte so beredt mit den Händen, dass seine Bewegung als Gebot gewertet wurde. Seine „Meldung“ wurde aber sofort überboten, sodass „Jockel“ Berg amüsiert feststellte: „Juschka, Du Schwein gehabt!“
Einige der Besucher hatten ihr Herz offensichtlich an denselben Fisch verloren, denn mehrmals kam es zu zähem Wettsteigern. “Haben Sie heute Abend noch was vor?”, fragte Joachim Berg schelmisch ins Publikum, während sich der Preis Schritt für Schritt in die Höhe schraubte. Für stolze 85 Euro ergatterte der zehnjährige Dejan Göhrs “seinen” roten Lieblingsfisch, den er beim Kunstprojekt im vierten Schuljahr eigenhändig bemalt hatte. “Die ganze Grundschulzeit haben wir das Partnerprojekt in Bangladesch begleitet. Das hat uns sehr bewegt und deshalb wollte mein Sohn unbedingt für den guten Zweck mitsteigern“, erklärte Dejans Mutter den Feuereifer ihres Sohnes.
Mit den Worten „Letzte Chance für schöne Fisch“ pries der „russische“ Auktionator ein blaues Exemplar an: Für 120 Euro wechselte der siebte, und vorerst letzte “fliegende Fisch” den Besitzer. „Man muss nur drohen mit Hammer“, kommentierte Berg augenzwinkernd den hohen Betrag.
Vom Erlös der insgesamt 520 Euro für die sieben Kunstobjekte zeigte sich Schulleiterin Gabriele Hilsenbeck-Fischer überwältigt. Leer ausgegangene Fisch-Fans konnte sie vertrösten und verwies auf den Weihnachtsbasar der Grundschule. Hier werden am 28.11. die restlichen Fische zum Verkauf angeboten werden. „Zuerst müssen sie aber überarbeitet werden, denn während der LAGA-Wochen haben sie unter der Witterung mehr gelitten, als wir vermuteten.“
Von “Fairness” und “Fair Play” kündeten auch die Bilder, Objekte und Collagen, die Schüler des Frankengymnasiums im Kunstkurs von Ingrid Warrach erarbeitet hatten und nun in der Martinskirche dem Publikum präsentierten. www.bangladesch.org
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