"Viele kleine Dinge wurden durch die richtige Art von Werbung groß gemacht."

Mark Twain
EIFELON weiterempfehlen

Wir informieren die Eifel

unabhängig. überparteilich. unbezahlbar.

neue Kommentare
0
Bizarre Eislandschaften am Dedenborner Brombach. [Foto: Peter Stollenwerk]

Mit Eifel-Kalendern durchs Jahr 2019

Eifel: Ob Tisch- oder Termin-Kalender, ob als Abreiß-Timer oder schmückende Fotokollektion… Auch im kommenden Jahr werden uns diese „Zeitmesser“ durch die einzelnen Monate begleiten. EIFELON stellt in diesem Jahr erneut einige Kalender für 2019 exemplarisch vor.

Bereits seit 13 Jahren bringt Fotograf und Journalist Peter Stollenwerk seine Eifel-Impressionen in einem hochkarätigen Kalender heraus. Zu jeder Jahreszeit ist er auf der Pirsch, um das passende Motiv für den jeweiligen Monat mit der Kamera einzufangen: Vereiste Bachläufe, Sonnenstrahlen durch knorpelige Bäume oder wehende Venn-Vegetation vor sommerlichem Himmel. Wiesen mit verschwenderischer Blumenpracht, Gewitterwolken über Gut Reichenstein oder Impressionen aus der kaum bekannten Naturzelle Hohe Mark bei Kalterherberg…

Stollenwerk hat einen ganz besonderen Blick fürs Detail und rückt gleichzeitig die wilde, einzigartige Schönheit der Landschaft großformatig ins Bild. Jede seiner Aufnahmen ist eine stille, nonverbale Liebeserklärung an die Eifel. Der 64-Jährige kennt die Region wie seine Westentasche. Trotzdem – oder gerade deshalb – überrascht er Jahr für Jahr mit neuen Perspektiven auf vermeintlich Altvertrautes. In Zusammenarbeit mit Victor fashion & sport Imgenbroich wurde Stollenwerks Kalender 2019 im Format 50 x 70 Zentimetern in einer Auflage von 500 Stück wieder von der Designerin Monika Korbanek gestaltet. Sein sehenswertes Eifel-Kaleidoskop mit insgesamt 13 Foto-Motiven ist zum Preis von 15,00 Euro bei Victor fashion & sport erhältlich.

1944: Ein GI bewacht den eroberten Westwall. [Foto: HeuGeVe]

Den historischen Ereignissen in der Gemeinde widmet sich auch dieses Jahr der Roetgener Heimat- und Geschichtsverein (HeuGeVe). Gemeinsam mit Franz Schroeder und Ulrich Schuppener durchforstete Rolf Wilden zum vierten Mal das vereinseigene Fotoarchiv und stellte 13 historische Ansichten aus Roetgen zusammen. Bei einem Foto-Fundus von 18.000 Bildern war die Qual der Wahl natürlich groß. Bereits das Monatsblatt für Januar erinnert an einen Meilenstein der Geschichte: Es zeigt einen amerikanischen Soldaten, der im Winter 1944 die eroberte, verschneite Höckerlinie des Westwalls bei Roetgen bewacht. „Das ist dann genau 75 Jahre her“, erläutert Wilden.

Der diesjährige Fotokalender kam gleich in zwei Formaten auf den Markt – sowohl in DIN-A4, als auch in DIN-A5-Größe. „Inzwischen ist er bereits fast ausverkauft“, freut sich der HeuGeVe-Geschäftsführer über das große Interesse an dem Kalender. „Auf dem Roetgener Weihnachtsmarkt am 15. und 16. Dezember bieten wir die letzten Exemplare zum Preis von 10,00, beziehungsweise 18,00 Euro an“, rührt er eifrig die Werbetrommel. Doch keine Sorge: Interessenten, die leer ausgehen sollten, können den Kalender beim HeuGeVe nach Weihnachten noch nachbestellen. Schließlich sei der Druck „on demand“ erfolgt, sodass bei Bedarf jederzeit neue Exemplare erstellt werden können.

1949 hieß es: Den Fluten trotzen. [Foto: Heimbacher Geschichtsverein]

Der Heimbacher Geschichtsverein hingegen widmet sich bei seinem Kalender 2019 allein einem Thema: Dem Hochwasser. 1898, 1949 und 1988 wurde das kleine Rurstädtchen von verheerenden Wassermassen überflutet. Historische Aufnahmen belegen die zerstörerische Kraft dieser Fluten. Mannstiefe Löcher taten sich vor 120 Jahren in der Straße auf und die Kleinbauern hatten kaum Zeit, ihr Vieh aus den tiefer gelegenen Ställen zu retten.

Damals sah die Bebauung der Heimbacher Hauptstrasse, über die sich damals die Wassermassen einen Weg zur Rur wälzten, natürlich noch völlig anders aus als heute. „Deshalb wurde in jedes Kalenderblatt ein aktuelles Foto eingeklinkt“, erläutert Theo Kleinschmidt die Recherchenarbeit der hiesigen Heimatforscher.

Wer Interesse an diesen präzise recherchierten Zeitzeugnissen hat, kann sich den Heimbach-Kalender 2019 für 12,00 Euro ab sofort beim Geschichtsverein (Theo Kleinschmidt: 02446 – 3155) oder der Stadt Heimbach (Ansprechpartner Sven Pütz: 02446 – 80841) reservieren lassen.

Auszug aus der Schulchronik des Lehrers Joseph Gentz zur der verheerenden Überschwemmung am 10. Juni 1898:

„Heute wurde unser Ort von einem furchtbaren Unwetter heimgesucht. Es war ein wolkenbruchartiger Regen, der von morgens 10 Uhr bis nachmittags 6 Uhr mit wenigen kurzen Unterbrechungen niederströmte und sich namentlich über das ausgedehnte Wassergebiet des Heimbaches ergoß. In der Zeit von einer halben Stunde schwoll dieser zu einer niegesehenen Stärke an. Wie ein kleiner Strom ergoß sich der Heimbach über die ihn zu beiden Seiten umgebenden Wiesengründe und wälzte seine schmutzig gelben Fluten dem Dorfe zu.
Unter den größten Anstrengungen gelang es, das Vieh aus den meist niedriger gelegenen Ställen in höher gelegene der Nachbarn oder auch in die eigene Wohnstube zu retten. Aus den am meisten bedrohten Häusern holte man die geängstigten Leute heraus und brachte sie in Sicherheit.
Erst am anderen Morgen kamen die Verheerungen zum Vorschein, welche die Fluten in der Straße und an den Häusern angerichtet hatten. Einen traurigen Anblick bot die einst so schöne, in so gutem Zustand befindliche Hauptstraße. Mannstiefe Löcher hatte das Wasser hier aufgerissen. Jeder Fuhrverkehr innerhalb des Dorfes war unmöglich. Viele Leute konnten erst am Samstagmittag ihre Häuser verlassen, die meisten Nahrungsmittel schwammen in den Kellern im Wasser.
Als von der Not und dem Mangel an Lebensmitteln die Kunde zum Kloster Mariawald drang, eilten die Mönche zur Hilfe herbei. Das letzte Brot des Klosters wurde herbeigeschafft , die Not zu lindern, dann beeilten sich die Trappisten, am späten Nachmittag nochmals für die Betroffenen zu backen und Brot zu verteilen, desgleich versorgten sie dieselben mit Kartoffeln. Die Aussichten auf Ernte war zum größten Teil vernichtet…“

14.12.2018LebenEifel0 Kommentare bwp

Bisher 0 Kommentare
Kommentar schreiben

Es gibt noch keine Kommentare zu diesem Beitrag. Schreiben Sie den Ersten.

Einen neuen Kommentar schreiben

Um einen neuen Komentar zu schreiben, melden Sie sich bitte mit ihrem Benutzernamen und Passwort an. Wenn Sie noch keinen EIFELON-Account haben, können Sie sich kostenlos und unverbindlich registrieren.


  1. *Ihre eMail-Adresse wird nicht veröffentlicht
  2. Ein Passwort wird Ihnen an Ihre eMail-Adresse zugeschickt, Sie können es anschließend in Ihrem Benutzerberich leicht ändern.
  3. Den Button zur Registrierung finden Sie unter unserern folgenden Richtlinien:
Die Richtlinien für die Nutzung der EIFELON Diskussionsplattform
Die Benutzer bestätigen/akzeptieren mit ihrer Anmeldung unsere Richtlinien. Falls es im Nachhinein noch Änderungen an den Richtlinien gibt, werden die User beim nächsten Einloggen aufgefordert, die Richtlinien erneut zu bestätigen: Wir bieten Ihnen hier eine Plattform für sachliche und konstruktive Diskussionen. Um dies zu gewährleisten, behält sich die Redaktion vor, Kommentare nicht zu veröffentlichen, die einer sachlichen Diskussion nicht förderlich sind. Wir bitten Sie daher, durch die Einhaltung unserer Richtlinien zu einem freundlichen Gesprächsklima beizutragen.
1. Gegenseitiger Respekt
Bitte behandeln sie andere Nutzer so, wie Sie selbst behandelt werden möchten. Zeigen Sie Toleranz gegenüber anderen Meinungen und verzichten Sie auf persönliche Angriffe und Provokationen.
Selbstverständlich werden Kommentare, die ehrverletzend, beleidigend, rassistisch, pornografisch oder auf andere Weise strafbar sind, nicht freigeschaltet.
2. Wortwahl und Formulierung
Sachliche Argumentation ist die Basis für eine konstruktive Diskussionskultur. Nehmen Sie sich die Zeit, Ihren Kommentar vor dem Abschicken zu überprüfen. Habe ich den richtigen Ton getroffen? Könnten meine Formulierungen Missverständnisse hervorrufen?
3. Benutzernamen
Diese genannten Richtlinien gelten auch für die Verwendung von Benutzernamen.
4. Quellenangaben und Verlinkungen
Wenn Sie Zitate verwenden, verweisen Sie bitte auf die Quelle und erläutern Sie deren Bezug zum Thema.
5. Zeichenbegrenzung
Die Länge eines Kommentars ist auf 1000 Zeichen zu begrenzen, um eine Moderation in einem adäquaten Zeitrahmen zu gewährleisten. Mehrteilige Beiträge können daher leider nicht berücksichtigt werden.
Bitte sehen Sie davon ab, denselben oder einen sehr ähnlichen Kommentar mehrmals abzuschicken.
6. Werbung
Die Nutzung der Kommentarfunktion zu kommerziellen Zwecken ist nicht erlaubt. Inhalte gewerblichen oder werbenden Charakters werden nicht freigeschaltet. Gleiches gilt für politische Aufrufe aller Art.
7. Sonstige Hinweise
Es besteht kein Anspruch auf Veröffentlichung eines Kommentars. Beiträge, die sich als falsch oder unwahr herausstellen, können auch im Nachhinein noch gelöscht werden. Sollten Sie auf Beiträge stoßen, die gegen die Richtlinien verstoßen, machen Sie die Moderation bitte darauf aufmerksam. Schicken Sie einfach den Link des betreffenden Kommentars mit einer kurzen Erläuterung an redaktion@eifelon.de. Bei wiederholten oder besonders schweren Verstößen gegen diese Richtlinien behalten wir uns einen Ausschluss einzelner User vor.


zurück zur Startseite