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Klaus Erber, 1. Vorsitzender vom Deutschen Wanderinstitut (5.v.r.), überreicht das Zertifikat, das den Eifelsteig als Premiumwanderweg auszeichnet, an Rolf Seel, Hauptvorsitzender Eifelverein (5.v.l.). [Foto: pg]

Eine Erfolgsstory: 10 Jahre Eifelsteig

Nettersheim: Geboren in der Erde, geformt vom Feuer, dem Wind, dem Wasser und der Luft: Der Eifelsteig zählt zu den beliebtesten Fernwanderwegen in Deutschland. Er ist von Beginn Gründungsmitglied des Vereins Top Trails of Germany e.V., in dem sich die 14 besten Wege Deutschlands gemeinsam vermarkten.

„Der Eifelsteig ist nicht nur ein Spitzenprodukt, sondern er ist ein zentraler Ankerpunkt in unserer touristischen Wirtschaftsförderung, von dem unsere Betriebe nachhaltig profitieren“,

betont Heinz-Peter Thiel Landrat des Kreises Vulkaneifel und Aufsichtsratsvorsitzender der Eifel Tourismus GmbH, anlässlich eines Pressetermins zum 10. Geburtstag des Fernwanderwegs in Nettersheim.

Wie viele Menschen jährlich auf dem Eifelsteig unterwegs sind, lässt sich natürlich nicht genau beziffern, doch einige beachtliche Aussagen kann die Eifel Tourismus (ET) GmbH dennoch treffen. Jährlich informieren sich rund 400.000 Wanderer bei 1,3 Millionen Seitenaufrufen auf der Internetseite www.eifelsteig.de über die Tour. In den vergangenen zehn Jahren konnte die Buchungszentrale der ET mehr als sechs Millionen Euro Umsatz erzielen. Dahinter verbergen sich mehr als 17.000 Wanderer, die eine mehrtägige Pauschale zum Eifelsteig buchten. 70 Prozent der Gäste kommen dabei aus Deutschland, 30 Prozent aus den benachbarten Beneluxstaaten.

Ein entscheidender Faktor, der den Erfolg des Weges erklärt, liegt in der koordinierenden Arbeit der Geschäftsstelle der Eifel Tourismus GmbH. Von dort aus erfolgt die Zusammenarbeit mit den 15 Anrainerkommunen, dem Wegemanagement des Eifelvereins und den rund 50 wanderfreundlichen Partnerbetrieben. Im Vorfeld der Pressekonferenz hat die Geschäftsstelle der Eifel Tourismus GmbH die rund 50 Betriebe entlang des Weges befragt. Das Ergebnis ist eindeutig – die Zusammenarbeit trägt Früchte, denn die Betriebe verzeichnen nicht nur Mehrumsätze pro Gast durch die Eifelsteig-Wanderer, 70 Prozent der Unternehmen geben an, mehr an Übernachtungen durch den Premiumwanderweg gewonnen zu haben. Außerdem hat sich jeder zweite Betrieb vom Etappenhotel zum Standorthotel weiterentwickelt. Mehreinnahmen investieren die Unternehmen in Ausstattung und Einrichtung ihrer Häuser.

Dies zeigt, der Eifelsteig ist ein Schlüsselprodukt, um den Tourismus in den Kommunen und Gemeinden voranzubringen. Wilfried Pracht, Bürgermeister der Gemeinde Nettersheim, kann dem nur zustimmen: „Viele Gespräche waren erforderlich, um die optimale Trasse von Aachen nach Trier zu finden. Der Eifelsteig war genau zum richtigen Zeitpunkt die richtige Maßnahme. Viele Wanderer haben hier Freude gefunden und viele kommen zurück, weil sie die Eifel einfach toll finden“.

Die Wegepaten des Eifelsteigs und der Partnerwege trafen sich zum Austausch im Holzkompetenzzentrum in Netterheim. [Foto: pg]

Damit die Qualität des Eifelsteigs gleichbleibend hoch bleibt, wird er alle drei Jahre einer Prüfung durch das Deutsche Wanderinstitut unterzogen. Gegenüber der letzten Bewertung mit 57,7 Punkten konnte eine Verbesserung auf 61 Punkte erzielt werden, damit liegt der Eifelsteig im Ranking der vom Deutschen Wanderinstitut zertifizierten Fernwanderwegen auf Platz 2. Dies ist unter anderem auf die verbesserte Wegemarkierung, den Austausch der Wegweiser und an einigen Etappen auf den Austausch der Möblierung zurückzuführen.

„Der Eifelsteig ist mit jeder Zertifizierung besser geworden und für einen Weg dieser Länge ist es unheimlich schwierig, das Niveau auf der ganzen Länge beizubehalten. Man merkt, dass der Weg auf allen Ebenen gelebt wird“,

lobt Klaus Erber, 1. Vorsitzender des Deutschen Wanderinstituts e.V. Damit die Qualität gewährleistet werden kann, sind viele Menschen notwendig. „Das Rückgrat des Wegemanagements sind unsere Wegepaten, dies sind 26 Paten am Eifelsteig und weitere 36 an den sogenannten Partnerwegen“, kann Rolf Seel, Hauptvorsitzender des Eifelvereins, stolz berichten. „Somit werden insgesamt rund 800 km Wanderwege im Auftrag der Kommunen zweimal pro Jahr durch die Wegepaten überprüft, nachmarkiert, Schäden erfasst und kleinere Instandsetzungsarbeiten durchgeführt. Schätzungsweise fallen dazu rund 2.500 Stunden pro Jahr an.“ Der Eifelverein hat die Aufgabe des Wegemanagements übernommen und befindet sich damit in der Rolle des Dienstleisters für die Anrainer-Kommunen entlang des Weges. „Die Wegepaten sind Augen und Ohr an der Strecke“, betont auch Matthias Irle, zentraler Wegemanager des Eifelsteigs.

Die Beliebtheit des Eifelsteiges zeigt sich auch in einem aktuellen Ranking des Verbrauchermagazins „Vergleich-Org“ von der Berliner Verlagsgesellschaft vom September 2019 – nach eigenen Angaben erreicht das unabhängige Verbraucherportal monatlich 3,4 Millionen Konsumenten. Das Magazin wertete monatlich Google-Abfragen zu den großen Fernwanderwegen aus, und der Eifelsteig kann sich dort gleich hinter Rennsteig und Rheinsteig auf Platz drei positionieren. Der Premiumwanderweg ist bekannt und beliebt bei den Wanderern – und das seit zehn Jahren.

Wie geht es mit dem Eifelsteig weiter? Klaus Schäfer, Geschäftsführer der Eifel Tourismus GmbH, zeigt sich in dieser Hinsicht zuversichtlich. „Die Rahmenbedingungen im Tourismus sind stetig im Wandel, doch das Bedürfnis, Zeit in der Natur zu verbringen ist ein ungebrochener Trend, der sich durch alle Gesellschaftsschichten zieht. Wir müssen uns die Frage stellen, welches Bild soll der Gast von uns bekommen?“. Um die Menschen emotional zu berühren, setzt die Eifel Tourismus GmbH schon seit einiger Zeit auf das Storytelling und zählt damit zu den Vorreitern auf diesem Gebiet im Tourismus.

„Die Elemente Feuer, Erde, Wasser und Luft begleiten die Wanderer auf dem Eifelsteig und wir wollen Geschichten erzählen, die auf einen Ursprung zurückführen, der zu uns passt“.

Für die Zukunft sollen noch mehr Angebote für die Wanderer geschaffen werden, die kürzere Etappen umfassen, denn nicht für jeden sind die zum Teil recht sportlichen Touren passend. Außerdem sollen Rastplätze geschaffen werden, an denen die Wanderer gerne verweilen.

  •  Der Eifelsteig ist ein Premiumwanderweg, insgesamt 313 Kilometer lang und in 15 Tagesetappen zwischen 14 und 28 Kilometer eingeteilt. Startpunkt ist im Aachener Stadtteil Kornelimünster, Ziel ist Trier.
  • Zum Eifelsteig werden von der Eifel Tourismus GmbH und einigen Wanderreiseveranstaltern Reisen „Wandern ohne Gepäck auf dem Eifelsteig“ angeboten. Hier ist man nur mit dem Tagesrucksack unterwegs, das Gepäck wird zum nächsten Hotel transportiert.
  • Von April bis Oktober (in diesem Jahr vom 19. April bis 27. Oktober) fährt der Eifelsteig-Wanderbus (Linie 770) an den Wochenenden (Samstag und Sonntag) sowie an den Feiertagen und Brückentagen zwischen den Etappen 5 und 7 des Eifelsteigs. Haltepunkte sind die Orte: Kall Bahnhof, Kloster Steinfeld, Nettersheim Bahnhof/Zutendaalplatz, Marmagen Eiffelplatz, Blankenheim (Wald) Bahnhof, Blankenheim Busbahnhof, Ripsdorf Kirche, Alendorf und Mirbach. Der Bus verkehrt viermal am Tag. Mit dem Bus ergeben sich bessere Möglichkeiten der Rückkehr zum Ausgangspunkt oder auch der Verkürzung der Etappen.
  • Der Eifelverein hat die Aktion „MITeinander in der Eifel wandern“ gestartet und bietet auf und um den Eifelsteig verschiedene Halbtagestouren an. Die Teilnahme ist kostenfrei, Anmeldungen beim zuständigen Wanderführer.

Weitere Informationen unter www.eifelsteig.de

11.10.2019LebenNettersheim0 Kommentare pg

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