Roetgen, Mulartshütte: Als Kind war es für ihn ein Graus, mit seinen Eltern spazieren gehen zu müssen. Doch vor elf Jahren entdeckte Axel Jansen das Wandern völlig neu. Plötzlich machten ihm die Erfahrungen in freier Natur Spaß, wurden zum Abenteuer, zum hautnahen Erlebnis. Mittlerweile ist der 33-Jährige ein begeisterter „Erlebnis-Pädagoge“ und hat gemeinsam mit gleichgesinnten Freunden die „Abenteuerschmiede“ gegründet. Der Name ist Programm: Mit ihrem „Verein für Bewegung & Erlebnispädagogik“ wollen sie Sport und Spaß, Leben und Lernen in freier Natur vermitteln. Unkonventionell wie ihre Ideen, sind auch die Büroräume: „Wir arbeiten in einem alten Zirkuswagen, der im früheren Familien- und Jugendbildungshof Auenland in Mulartshütte steht“, lacht Axel Jansen. Auf dem 45.000 Quadratmeter großen, ehemaligen Erholungsgelände der ASEAG (Aachener Straßenbahn und Energieversorgungs-AG) organisiert er nun erstmals ein „Eifel Outdoor Wintercamp“.
Übernachtet wird in der freien Natur – in großen, bis zu acht Meter hohen schneeweißen Tipis, die von einer Feuerstelle beheizt werden. „Bei diesem Abenteuerwochenende steht das gemeinsame Erleben im Vordergrund“, erläutert Jansen, der als Outdoor-Experte bereits viele abenteuerlichen Dinge selbst ausprobiert hat: Vom „Paragleiten“ am Gardasee bis zum „Survival“-Camp in Rumänien.
„Mit unserem Angebot wollen wir die Menschen wieder ‚auf den Boden‘ bringen“, erzählt Jansen. Die sportliche Herausforderung bildet beim ersten Wintercamp den gewissen „Grundrahmen“ für diese Erlebnistage. Wer will, kann an Wanderungen, Joggingtouren oder Trailrunning teilnehmen. Das geplante „Schneeschuhwandern“ wird – wetterbedingt – aber vermutlich ins Wasser fallen…
„Wir wollen die Eifel von ihrer natürlichsten Seite zeigen“, fährt Jansen fort. Zum Erlebnisprogramm gehört deshalb auch die Lerneinheit, wie man – ohne Feuerzeug oder Streichhölzer! – ein Feuer entzünden kann. Am Lagerfeuer wird anschließend gemeinsam gekocht: Elementare Erlebnisse mit und am Feuer schweißen zusammen, weiß der junge Familienvater aus eigener Erfahrung. Und so ganz nebenbei werden beim Feuerschein uralte, handwerkliche Fertigkeiten vermittelt. „Mit heißer Glut lassen sich aus Holzstücken kleine Schalen oder Becher herauskohlen“, beschreibt Jansen die Entdeckungen der Urmenschen. In der Gluthitze können ebenfalls selbst geschnitzte Pfeilspitzen gehärtet werden. Die Kunst des Bogenschießens kann dann auf dem riesigen Gelände gleich anschließend erlernt werden.
Am eigenen Schmiedeofen zeigt Axel Jansens Team-Kollege Martin Kalok die Kunst, einfache Werkzeuge herzustellen: „Von der ersten selbstgeschmiedeten Gabel zu essen, ist schon ein Erlebnis.“ Gekocht wird übrigens in einem von Kalok eigens geschmiedeten Kupferkessel.
„Abenteuer pur“ hat Axel Jansen zu seinem Beruf gemacht, bei dem er die Evolution hautnah nacherleben kann: Von den Erfahrungen der Steinzeitmenschen bis hin zum digitalen Geocaching. Trotzdem kommen bei ihm Familientouren nicht zu kurz: „Meine Frau ist ganz klassisch Krankenschwester, macht aber bei meinem Hobby mit“, erzählt Axel Jansen. Die gemeinsame Tochter ist mittlerweile dreieinhalb Jahre alt. Wenn die drei am Wochenende überlegen, was unternommen wird, hat die kleine Greta die Nase vorn: „Wandern!“ Wie lange wohl noch? „Mit zwölf wird’s ihr mit uns vermutlich auch langweilig“, mutmaßt Papa Axel aus eigener Erinnerung.
Das Eifel Outdoor Wintercamp startet am 23.01.2015 um 18.00 Uhr und endet am Sonntag, dem 25.01.2014, gegen 16.00 Uhr. Die Teilnahme kann an allen drei oder nur an zwei Tagen erfolgen. Teilnehmen kann jeder ab 18 Jahren oder ab 12 Jahren in Begleitung eines Erwachsenen.
Weitere Informationen finden sich unter www.abenteuerschmiede.com.
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