Monschau: Wer auf der B 258 an Monschau in Richtung Kalterherberg und Höfen vorbeifährt, dem ist das „merkwürdige Treiben“ auf dem Gelände des alten Fabrikgeländes, des ehemaligen Kesselhauses der Tuchmacherfabrik Scheibler, nicht entgangen. Dort, wo früher der Ruhm Monschaus in der Tuchmacherzeit begründet wurde und anschließend lange das Gebäude und Areal vernachlässigt wurde und anfing zu verfallen, lebt und arbeitet seit zwölf Jahren der freischaffende Künstler, Metallgestalter und Restaurator Peter Sußner. Mit ihm zog seine inspirierende, unorthodoxe und überbordende Kunst ein, die auch auf dem Außengelände unübersehbare und meist großformatige Schatten wirft. Kunst, die er sinnhaft „Begehbare Skulpturen“ nennt. „Arte-Scienza- Kunstfabrik“ taufte der Künstler seinen 600 Quadratmeter großen Wohn-, Arbeits- und Ausstellungsort, der seitdem für experimentelle und auch interessante Werke steht.
„Kunst mache ich aus allem, was ich finde, was andere wegwerfen“, schafft Sußner auch gleich den Übergang zu den Objekten, die augenblicklich intensiv in seinem Fokus stehen. Denn in diesem Statement steckt der ihm so wichtige Umweltschutzgedanke. „Es ist unglaublich, was mir die Wegwerfgesellschaft alles ins Atelier spült. Ich sehe und finde Dinge und weiß gleich, was ich daraus machen kann.“ Erst wenn sich ein Kunde für den Ankauf eines Exponates entschieden hat, hat es für Sußner einen Wert.
„Ich lebe das Leben, das ich leben möchte“, versichert der Freigeist. Und wenn man sich in seiner „Arte-Scienza-Kunstfabrik“ umschaut, glaubt man ihm. Alles erlebt durch seinen persönlichen Stempel, den er unübersehbar den Fundstücken aufdrückt, ein völlig neues, kunstvolles Dasein. Peter Sußner, der zwei Meisterbriefe in der Tasche hat, und an der Akademie für Gestaltende Handwerke seine Examensarbeit zum Thema Form und Gegenform des Wassers absolvierte, gesteht, dass das Element Wasser für ihn bis heute eine große Rolle spielt. Wasserspeier, Wasserskulpturen, Wasserfassaden oder Brunnen – alles was das Element Wasser besser ins Bewusstsein der Menschen bringt, liegt ihm am Herzen. „Es ist längst überfällig, dass wir alle über unsere natürlichen Ressourcen nachdenken und unsere verschwenderische Einsstellung dazu ändern.“
Aber auch seine Windspiele, Hauswächter, die schlechte Schwingungen oder „böse Geister“ fernhalten sollen, und vor allem seine meist großformatige Malerei sind weit mehr, als nur entdeckungswürdig.
1993 ließ sich Peter Sußner als freier Künstler zunächst in der Stolberger Region nieder. Seit 2000 lebt er in Monschau: „Zu meinem 40. Geburtstag im Jahre 2002 habe ich mir dann das Kesselhaus in Monschau geschenkt“, erzählt Sußner in seiner ihm eignen Art. Seitdem restauriert er Stück für Stück sein riesiges Lebensumfeld und verwandelt um sich herum alles zu Kunst.
Interessierte, die die Welt des Peter Sußner entdecken möchte, können unter Tel.: 0172 – 2423399 oder per Mail: einen Besichtigungstermin vereinbaren.
Zum 11. Mal in Folge finden die „Eifeler Atelier-Tage (EAT) in diesem Jahr vom 18. bis. 20. September statt. 127 Künstler öffnen an diesen Tagen ihre Werkstätten und freuen sich auf die Besucher. Wie schon in den vergangenen Jahren wird es auch 2015 begleitend eine Gruppenausstellung aller beteiligten Ateliers geben, diesmal am 6. September im KunstForumEifel in Schleiden-Gemünd, Dreiborner Straße, Alte Schule. Auch Peter Sußner öffnet die Tore seiner „Arte Scienza Kunstfabrik“ am Standort Dreistegen in Monschau. Freitag von 15.00 bis 21.00 Uhr und Samstag und Sonntag von 13.00 bis 21.00 Uhr. Weitere Informationen unter: www.arte-scienza-kunstfabrik.de.
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