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Walter Dohmen vor seinen ausgestellten Druckgrafiken. [Foto: Jürgen Vogel ]

15. März ist „Tag der Druckgrafik“: EIFELON sprach mit dem Lithografen, Radierer und Kupferstecher Walter Dohmen

Umland, Bonn: Sein Skizzenbuch hat er immer griffbereit, um spontane Ideen mit wenigen Strichen festzuhalten. Bereits diese Skizzenbücher sind künstlerische Unikate. „Natürlich könnte ich sie mir im Künstlerbedarf fertig kaufen“, meint der Lithograf, Radierer, Kupferstecher und Holzschneider Walter Dohmen im EIFELON-Gespräch. Er stellt sie jedoch selber her – aus Papierresten, die beim Druck seiner Arbeiten übrigbleiben. Diese Blätter werden dann von ihm fachgerecht mit einer Fadenbindung fixiert.

„Wenn die Zeit reif ist“, werden die flüchtigen Skizzen aus dem Buch auf die jeweilige Druckunterlage übertragen. „Dann setze ich den Stichel so an, als würde er tanzen.“ Kein Wunder also, dass die große Dohmen-Ausstellung im Bonner LandesMuseum den Titel „Die bewegte Linie“ trägt. Diese Bewegungsstudien seien Erfahrungen aus seinem Sportstudium, die er im Unterbewusstsein verarbeitet habe, meint Dohmen. Zeichnerisch, malerisch und grafisch habe er solch bewegte Figuren bereits damals aufs Papier gebannt. Bevor der eigentliche künstlerische Schaffensprozess beginnt, müssen jedoch zuvor die Druckplatten oder der Stein geschliffen und präpariert werden. „Das ist ein aufwändiger Prozess“, weiß der Künstler aus Erfahrung.

Dohmen, der in Aachen, Köln, Stuttgart und Düsseldorf Malerei studierte, ist inzwischen einer der bekanntesten deutschen Druckgrafiker und hat im Laufe der Jahrzehnte ein umfangreiches Werk geschaffen, das er dem Bonner Museum als Schenkung übertrug. Aus diesem Sammlungsbestand von etwa 1.000 Arbeiten wird momentan eine Auswahl von circa 100 Blättern gezeigt, auf denen die menschliche Figur – ausdrucksstark in Bewegung und Tanz – im Mittelpunkt steht. Die Ausstellung präsentiert so zum einen den Künstler Walter Dohmen und zum anderen die Varianten der Drucktechniken.

„Zudem ist ein fantastischer Katalog entstanden“, lobt Dohmen die Publikation und fügt hinzu: „Ich bin sehr kritisch.“ Sein Kompliment kommt aus berufenem Mund: Schließlich war er viele Jahre Druckgrafik-Dozent an der Kölner Fachhochschule für Kunst und Design.

Mit Kunst eine Familie zu ernähren, sei anfangs nicht immer leicht gewesen, blickt Walter Dohmen zurück. Damals boomte die Idee ‚Kunst am Bau‘ und der 1941 in Langerwehe geborene Künstler entwarf nicht nur Kirchenfenster. Um ein regelmäßig Einkommen zu garantieren, sei er dann Kunstlehrer an verschiedenen Dürener Schulen geworden und stockte seine Stundenzahlen nach einem Studium an der Kölner Sporthochschule auf. „Zu der Zeit war ich auch Leistungssportler beim ASV.“

Nach seinem Kunststudium in Aachen und Köln hätte er auch einfach „nur“ malen können, doch
„Grafik hat mich neugierig gemacht“, meint Dohmen rückblickend. Mittlerweile ist der gebürtige Langerweher Meister seines Fachs, hat zwei wegweisende Bücher über diese anspruchsvolle Technik veröffentlicht und ist weltweit ein gefragter Dozent in Sachen Druckgrafik. Seine beiden Kurse in der Internationalen Kunstakademie Heimbach beispielsweise sind bereits ausgebucht. „Das Interesse an Druckgrafik steigt wieder“, erzählt er erfreut und weist darauf hin, dass im vergangenen Jahr diese Kunstgattung von der UNESCO ins bundesweite Verzeichnis des Immateriellen Kulturerbes aufgenommen worden sei. Der 15. März wurde daraufhin zum „Tag der Druckkunst“ erklärt.

Bereits vor einigen Jahren war es Ziel des Bonner LandesMuseums, sein bisheriges Lebens-Oeuvre, in seine Kunstsammlung aufzunehmen. Dohmen machte es damals allerdings zur Voraussetzung, dass ein komplettes Werkverzeichnis all seiner Arbeiten erstellt werde. Zwei Jahre lang wurden die über 1.000 Kupferstiche, Lithografien und Tiefdrucke analysiert und katalogisiert.

Auch heute noch ist Walter Dohmen, der 2018 mit dem Kunstpreis des Kreises Düren ausgezeichnet wurde, weltweit als Dozent unterwegs. Wie groß das Interesse an Dohmens ausdrucksstarken Arbeiten ist, zeigt die Bonner Ausstellung. Doch damit nicht genug: „Das Aachener Suermondt-Ludwig Museum hat kürzlich 44 meiner Werke angekauft“, freut sich der Künstler.

15.3.2019KulturUmland, Bonn0 Kommentare bwp

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