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H. Dieter Neumann: Verbrannte Erde – Verwüstung

Eifel: Handelt jemand so, dass viele Geschädigte und Betrogene zurückbleiben, wenn er damit fertig ist, so hat er sprichwörtlich nur „verbrannte Erde“ hinterlassen. Besonders verwendet man diese Redewendung für aggressive Verkaufsmethoden, beispielsweise für sogenannte „Drückerkolonnen“.

Seinen Ursprung hat dieser Ausdruck in einer grauenvollen Militärtaktik, die durch das Kriegsvölkerrecht ausdrücklich verboten ist. Dennoch ist sie in der Kriegsgechichte bis in die Neuzeit (Vietnamkrieg, Afghanistankrieg, Golfkriege) nur allzu häufig angewendet worden, wenn es auch einige Beispiele mutiger Offiziere gibt, die sich geweigert haben, diese Befehle auszuführen.

Den entsetzlichen Höhepunkt verblendeten Wahns stellt der sogenannte „Führerbefehl Verbrannte Erde“ des Adolf Hitler vom 19. März 1945 dar, in dem der Diktator – wenige Tage, bevor er sich durch Selbsttötung seiner Verantwortung entzog – anordnete: „Alle militärischen Verkehrs-, Nachrichten-, Industrie- und Versorgungsanlagen sowie Sachwerte innerhalb des Reichsgebietes, die sich der Feind für die Fortsetzung seines Kampfes irgendwie sofort oder in absehbarer Zeit nutzbar machen kann, sind zu zerstören.“

Wäre dieser Wahnsinn umgesetzt worden, hätten die meisten Deutschen nach dem verlorenen Krieg im eigenen Land nicht überleben können – was schon schwer genug war, denn „verbrannte Erde“ hatte der Krieg ohnedies reichlich hinterlassen. Albert Speer, Hitlers Rüstungsminister, ist nicht zuletzt deswegen bei den späteren Nürnberger Prozessen der Todesstrafe entgangen, weil als gesichert angesehen wird, dass er sich diesem Befehl (den man später auch „Nerobefehl“ nannte) seines Führers verweigert hat.

Aus: H. Dieter Neumann: „So schnell schießen die Preußen nicht! – Redewendungen aus der Welt des Militärs“, Regionalia-Verlag 2015, ISBN: 978-3-95540-194-8, 128 Seiten, 4,95 Euro

 

6.9.2019LebenEifel0 Kommentare Gast Autor

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