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Der offene Sternhaufen „Plejaden“ [Foto: Harald Bardenhagen]

Sonne, Mond und Sterne – März

Eifel: Die Wintersternbilder sind in den frühen Abendstunden noch im Westen zu beobachten, die Sternbilder Orion und Stier neigen sich jedoch zunehmend zum westlichen Horizont.

Der Sternenhimmel am 15.04.2019 um 21:00 Uhr mit Mars und Mond [Quelle: Stellarium]


Jetzt ist die Zeit der Frühlingssternbilder Krebs, Löwe und Jungfrau. Im Laufe der Nacht gesellt sich auch das Sternbild Waage dazu, zusammen mit dem Planeten Jupiter. Zur Monatsmitte kann man – bei freier Sicht zu den Horizonten – im Südosten den hellen Planeten Jupiter und im Südwesten den hellsten Fixstern, den Sirius, knapp über dem jeweiligen Horizont beobachten. Der Jupiter ist dann „nur“ 672 Millionen km von uns entfernt, der Sirius aber über 8,5 Lichtjahre! Das Licht, das wir jetzt vom Sirius sehen, ist dort vor 8,5 Jahren abgestrahlt worden. Überlegen Sie doch mal, was Sie vor 8,5 Jahren gemacht oder erlebt haben … zur der Zeit hat das jetzt zusehende Licht des Sterns Sirius seine Oberfläche verlassen.

Im Westen kann man in der frühen Nacht noch das Siebengestirn, die Plejaden beobachten. Dieser „offene Sternhaufen“ ist schon seit frühesten Zeiten in fast allen Kulturen der Menschheitsfamilie bekannt, denn die hellsten sechs bis sieben Sterne bilden eine einzigartige und sehr auffällige Sternenfigur am Himmel. Trotzdem sind die Plejaden kein eigenständiges Sternbild, sondern ein „Asterismus“ (= eine Gruppe von Sternen). Sie gehören zum Wintersternbild „Stier“. Die Plejaden bestehen insgesamt aus ca. 1.200 Sternen und sind ca. 400 Lichtjahre von uns entfernt. Die Größe „Lichtjahr“ bezeichnet die Strecke, die das Licht in einem Jahr bei einer Geschwindigkeit von 300.000 km/s zurücklegt. Astronomen verwenden als Entfernungsangabe gerne die Lichtlaufzeit, denn bei den kosmischen Dimensionen erreicht man oft schwindelerregend hohe Zahlen, wenn man die Entfernung in Kilometern ausdrückt. Die Entfernung zu den Plejaden beträgt immerhin ca. 4 Billiarden oder 3.781.701.982.195.200 Kilometer! Dieser offene Sternhaufen ist erst 125 Millionen Jahre alt, im Vergleich zum Alter unserer Sonne mit 4,5 Milliarden Jahren handelt es sich also um recht junge Sterne. Nutzen Sie also die letzten Chancen die Plejaden zu beobachten. Ihre scheinbare Größenausdehnung am Himmel beträgt vier Vollmonddurchmesser. Und deshalb lohnt sich auf jeden Fall ein Blick durch ein Fernglas!

Direkt über unseren Köpfen steht die Große Bärin (Ursa Major), dessen markantesten Sterne als Sternengruppe „Großer Wagen“ bekannt ist. Die Frühlingsternbilder sind jetzt die „Promis“ auf der Himmelsbühne. Der Löwe (Leo) mit seinem Hauptstern Regulus (Regulus) steht im Meridian im Süden hoch am Himmel. Rechts davon kann man das Sternbild Krebs (Cancer) mit seinen schwachen Sternen finden – es sieht aus wie ein auf den Kopf gestelltes „Y“. Direkt an der Gabelung des Ypsilons kann man mit bloßem Auge einen „verwaschenen“ Lichtfleck erkennen. Mit einem kleinen Fernglas kann man an dieser Stelle den offenen Sternhaufen „Die Krippe“ (Praesepe) erkennen. Das Fernglas bietet nicht  nur die Vergrößerung, viel wichtiger ist die große Lichtsammlung durch die Objektivlinsen. So wird aus einen Lichtfleck ein Sternhaufen.

Das Frühlingsdreieck mit den Sternen Arktur im Bärenhüter, Spika in der Jungfrau und Regulus im Löwen [Grafik: Bardenhagen]

Der Deichsel des Großen Wagen folgend gelangt man zum Stern Arktur (Arcturus) im Sternbild Bärenhüter (Bootes). Er gehört mit Sirius, Canopus und Wega zu den vier hellsten Sternen am Sternenhimmel, die wir von der Erde aus sehen können. Im Südosten steht die Jungfrau (Virgo) mit ihrem Hauptstern Spika (Spica). Die Sterne Regulus, Arktur und Spika bilden das „Frühlingsdreick“. Das ist eine markante Formation am Himmel, anhand derer kann man sich die Stellung der Sternbilder untereinander gut merken.

Bis zum 8.Mai ist  im Wasser-Info-Zentrum Eifel in der Nationalparkstadt Heimbach die Ausstellung „Das Sonnensystem – unsere kosmische Heimat“ täglich außer montags von 14.00 – 17.00 Uhr geöffnet. Die Astronomie-Werkstatt „Sterne ohne Grenzen“ informiert über den Wert der Nacht für die menschliche Gesundheit und die Artenvielfalt und über Möglichkeiten zur Vermeidung von Lichtverschmutzung.

Diese Sonderausstellung informiert kleine und große Besucher an Hand von einfachen Modellen und Infotafeln über das Weltall, die Sternenbilder, unser Sonnensystem und den Wert der natürlichen Nacht. Wie groß ist das Sonnensystem? Wie klein ist die Erde neben der Sonne? Mit einem Ratespiel werden die Inhalte spielerisch vermittelt, und am Ende kann man auch noch etwas gewinnen!

Im Rahmen der Ausstellung findet am Mittwoch, 10. April von 20:00 bis 22:00 Uhr eine ganz besondere Mond- und Sternenwanderung auf den Meuchelberg in Heimbach statt.

Der Mond, der Planet Mars, das „Siebengestirn“ und andere beeindruckende Himmelsobjekte werden mit bloßem Auge und mit Teleskopen der Astronomie-Werkstatt „Sterne ohne Grenzen“ zu beobachten sein. Harald Bardenhagen wird die Beobachtungen informativ und unterhaltsam anleiten. Wegen des Erdlichts ist an diesem Abend auch die von der Sonne abgewandte Seite des Mondes zu bewundern.

Seit über sechs Jahren setze ich mich dafür ein, dass der sternenreiche Nachthimmel über der Eifel für uns, für unsere Kinder und unsere Enkel erhalten bleibt und auch für viele Gäste aus Nah und Fern zu einer bleibenden Erinnerung wird. Deshalb engagiere ich mich für die Vermeidung von Lichtverschmutzung und kläre über die „Schattenseiten“ des künstlichen Lichts in der Außenbeleuchtung auf. Deshalb biete ich auf der Sternwarte meiner Astronomie-Werkstatt „Sterne ohne Grenzen“ auf dem Internationalen Platz Vogelsang IP ganzjährig Himmelsbeobachtungen für Klein und Groß, Jung und Alt an.
Und deshalb bin ich nicht nur Astronom, sondern auch Berater für belastungsarme Beleuchtung und kann Ihnen Tipps zur Vermeidung der unerwünschten Nebenwirkungen des künstlichen Lichts in der Nacht geben. Falls Sie Fragen, Anregungen oder Anmerkungen zu meiner monatlichen EIFELON-Kolumne „Sonne, Mond und Sterne“ haben, freue ich mich über Ihre Kommentare.

Bis zum nächsten Mal,
Ihr Harald Bardenhagen
(, www.sterne-ohne-grenzen.de)

5.4.2019NaturEifel0 Kommentare hba

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