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Die faszinierende Unterwasserwelt zeigen Eric de Boer und seine Freunde in einer Fotoausstellung. [Fotos: © Erik de Boer]

„Die meisten Haie haben mehr Angst vor mir“ – Interview mit einem Unterwasserfotografen

Umland, Niederlande: Erik de Boer und seine Freunde haben ein nasses Hobby: Unterwasserfotografie. Seit drei Jahren kommen die Limburger regelmäßig einmal im Monat zusammen und tauschen sich über ihr Hobby aus. Jetzt zeigt dieser Freundeskreis Aquashot Limburg erstmals seine Fotos der Öffentlichkeit in einer Ausstellung. Außerdem organisiert der Freundeskreis einen Unterwasserfotowettbewerb. EIFELON ist für die Zeit eines Interviews mit Erik de Boer gedanklich in die Unterwasserwelt abgetaucht.

EIFELON: Erik, wie kamen Sie auf die Idee, unter Wasser zu fotografieren?

Bevor ich begann, unter Wasser zu fotografieren, bin ich schon ein paar Jahre getaucht. Meine Bekannten wollten immer wissen, wie es da unten aussieht. Wenn ich dann erzählt habe, dass ich in der niederländischen Oosterschelde Seepferdchen gesehen habe, haben sie mich für verrückt erklärt. Da habe ich beschlossen, unter Wasser zu fotografieren. So hatte ich den Beweis schwarz auf weiß.

EIFELON: Und wie sieht es da unten aus?

Ich vergleiche es mit einem Garten. Wie über Wasser gibt es unter Wasser Jahreszeiten. Jetzt im Frühjahr beispielsweise beobachte ich, wie in den limburgischen Taucherseen von Boschmolenplas oder Polderveldplas Wasserpflanzen wieder wachsen, wie sich Wassertiere fortpflanzen und sich ihre Jungen entwickeln. Im Herbst kommt dann alles langsam wieder zum Erliegen. Das macht es interessant, das ganze Jahr über zu tauchen und diesen Lebenskreislauf auch unter Wasser mitzuerleben.

EIFELON: Wie unterscheidet sich Unterwasserfotografie von Fotografieren über Wasser?

Der größte Unterschied ist der Abstand. Unter Wasser musst du ganz nah am Objekt sein, am besten auf 75 Zentimeter Abstand. In größerer Entfernung verlieren die Fotos sonst an Schärfe, Kontrast und Farbe. Wasser wirkt wie ein Farbfilter. Daher blitzen wir auch bei 99 Prozent der Aufnahmen. Das gibt dem Foto die Farbe zurück.

EIFELON: Was ist die größte Herausforderung?

Die ergibt sich aus dem geringen Abstand zum Objekt. Die Tiere, die ich fotografiere, haben natürlich Angst vor mir, weil ich für sie fremd bin. Ich muss mich ihnen ganz vorsichtig nähern. Auf der anderen Seite sind sie auch sehr neugierig. Ich beobachte ihr Verhalten und schätze dann ab, ob es sich lohnt zu warten, dass die Tiere auch auf mich zu kommen. Eine Portion Glück gehört natürlich dazu.

EIFELON: Was ist Ihr Lieblingsort zum Tauchen?

Jeder Ort unter Wasser hat seine Besonderheit. Die Unterwasserwelten von Indonesien und den Philippinen haben etwas ganz Besonderes. Hier kann man noch unter Wasser die Evolution in ihrer Vielfalt erleben. Es gibt eine große Biodiversität. Nirgendwo anders bin ich zugleich Walen, Mantarochen und Kleingetier wie Seepferdchen begegnet. Aber auch wenn ich mit dem Fotoapparat festhalten kann, wenn die Tintenfische jetzt im Frühjahr in die niederländische Oosterschelde zurückkehren, um dort ihre Eier zu legen, oder ich dort Seepferdchen vor die Linse bekomme, dann sind das großartige Momente, die ich mir für den Rest meines Lebens bewahre.

EIFELON: Gab es gefährliche Situationen?

Nein, keiner meiner 2.600 Tauchgänge war gefährlich. Nichttaucher können es sich schwer vorstellen, aber die meisten Haie haben mehr Angst vor mir als ich vor ihnen. Dazu gehören Tigerhaie, Grauhaie oder der Hochsee-Weißflossenhai. Für die ist es viel einfacher, sich kleine Fische zu schnappen als mich, da ich ungefähr so groß bin wie diese Haie.

EIFELON: Kommen wir zur Technik: Mit welcher Kamera fotografiert man unter Wasser?

Die Kamera an sich ist egal. Kompakt-, System- und Spiegelreflexkameras sind möglich. Wichtig ist, dass man sich ein spezielles Zubehör als Gehäuse zulegt, das wasserdicht ist und dem Wasserdruck standhält. Auf dem Markt werden zwar wasserfeste digitale Kompaktkameras angeboten, die sind aber nicht für Tauchertiefen geeignet.

EIFELON: Mit dem Freundeskreis Aquashot Limburg haben Sie erstmals einen Fotowettbewerb ausgerufen. Wer kann mitmachen?

Jeder Hobbyfotograf mit Taucherfahrung und entsprechender Ausrüstung für sich und seine Kamera. Neben Niederländern haben sich für diesen Samstag, 26. März, am Tauchersee von Boschmolenplas auch Deutsche und Belgier angemeldet. Es sind noch Plätze frei. Man kann in der Kategorie Spiegelreflex- und Systemkamera oder in der Kategorie Kompaktkamera mitmachen. Wenn man Glück hat, sieht man beispielsweise Barsche, Karpern oder eine Grundel.

Wer physisch nicht in die Unterwasserwelt eintauchen kann, kann sie bildlich in der Ausstellung „Limburg onderwater“ bestaunen. Diese findet unabhängig vom Fotowettbewerb statt und zeigt die Bilder des Freundeskreises Aquashot Limburg. Sie öffnet diesen Donnerstag, den 24. März, und läuft bis Ostermontag. Öffnungszeiten: 24.März: 17.00 bis 22.00 Uhr, 25. März: 13.00 bis 22.00 Uhr, 26. März: 10.00 bis 17.00 Uhr, 27. und 28. März: 9.00 bis 16.00 Uhr. Der Eintritt ist gratis. Ausstellungsort ist Boschmolenplas in der Nähe von Roermond: Aegir Stingray, Bosmolenweg 14, 6097 NG, Panheel (Limburg), +316 5370 1903.

Weitere Informationen unter www.aquashotlimburg.nl

22.3.2016NaturUmland, Niederlande0 Kommentare js

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