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Bianca Tollkemit macht die Arbeit viel Spaß. [Fotos: pg]

Bügelservice der Nordeifelwerkstätten: jetzt noch näher am Kunden

Euskirchen: Bianca Tollkemit und ihre Kollegen freuen sich über die neue Umgebung und die vielen Kundenkontakte: Der „Bügelprofi“ der Nordeifelwerkstätten (NEW) ist in den Euskirchener HIT-Markt in die Georgstraße umgezogen. Vorher waren sie im Standort Ülpenich angesiedelt, doch dort wurde mehr Platz für andere Dinge benötigt. Also entschloss man sich, den Wasch-, Bügel- und Mangelservice außerhalb der NEW-Werkstatt anzubieten.

Die zwölf Beschäftigten mit Handicap und die drei Fachkräfte der NEW sind ein eingespieltes Team – auch am neuen Standort ist sich Annegret Krämer, Fachkraft im Heißmangelbereich, sicher. „Durch den Schritt in den öffentlichen Raum bieten sich neue Möglichkeiten, aber auch neue Herausforderungen gerade für die Beschäftigten mit Handicap“, meinte Geschäftsführer Wilhelm Stein bei der Eröffnung. Sie seien schon lange auf dem Weg, Arbeitsplätze außerhalb der Werkstätten zu schaffen. Hemmschwellen im Zusammenleben von Menschen mit und ohne Behinderung abzubauen, sei nur eines der vielen Ziele, die die NEW verfolge, erläuterte Stein.

Neuer Standort, gleicher Service: Die NEW-Mitarbeiter waschen, bügeln und mangeln.

Den direkten Kundenkontakt sind die Mitarbeiter des Bügelservice‘ schon gewohnt. Seit rund 20 Jahren bringen Unternehmen wie Gaststätten, Hotels und Pensionen, aber auch Privatleute ihre Wäsche zu den Nordeifelwerkstätten. Der Schritt in den Lebensmittelmarkt ist nun ein weiterer in Richtung 1. Arbeitsmarkt, denn die NEW-Mitarbeiter sind mit ihrem Unternehmen nicht nur viel präsenter als vorher, sie werden auch den Pausenraum des HIT-Marktes mit nutzen. Im Juni vergangenen Jahres habe er auf einer Mitarbeiterversammlung die Entscheidung bekanntgeben, „alle haben sich gefreut und warten schon darauf“, begrüßte Marktleiter Pascal Klein-Günnewick den Neuzugang.

Annegret Krämer (l.) braucht Bianca Tollkemit kaum noch beim neuen Gerät zu unterstützen.

Rund 90 Arbeitsplätze gibt es derzeit im „normalen“ Arbeitsleben für NEW-Mitarbeiter und wenn es nach Wilhelm Stein geht, werden es in den nächsten Jahren kontinuierlich mehr. Stellen gibt es unter anderem im Thomas-Eßer-Berufskolleg oder in der Sparkassen-Kantine. „Die Menschen werden selbstsicherer und trauen sich mehr zu“, erklärte der NEW-Geschäftsführer, „wir stellen bei vielen ganz tolle Entwicklungen fest.“

Dazu zählt auch, dass sie sich mit neuen Gerätschaften auseinandersetzen müssen. Ein Großteil der Einrichtung des „Bügelprofi“ wurde von Ülpenich mitgebracht, manches ist dagegen neu – wie der Hemden-Finisher. Für die Beschäftigten wie Bianca Tollkemit ist es ein ganz neues Gerät, aber dank ihrer langjährigen Erfahrung lässt sie sich durch diese Neuerungen nicht aus der Ruhe bringen. „Es ist kein Problem, alles ist ganz normal“, erzählte sie bei der Eröffnung und bestückt das Gerät schon ganz routiniert mit einem Hemd, streicht es glatt und startet den Dampf, damit auch die kleinste Falte hinterher verschwunden ist. Seit rund sechs Jahren ist Ann Helen Schmidt im Bügel- und Mangelbereich tätig. Sie habe schon immer etwas im hauswirtschaftlichen Bereich machen wollen, sagte sie und freut sich über den neuen Arbeitsplatz. „Es gefällt mir sehr gut“.

Auf rund 200 Quadratmetern werden künftig Tischtücher, Bettlaken und anderes gewaschen, gebügelt und gemangelt. „Es mussten einige bauliche Veränderungen durchgeführt werden“, erklärte Achim Sassmann, NEW-Werkstattleiter der Standorte Ülpenich und Zingsheim, doch nun sei alles bereit. Schlechte Erfahrungen hätten sie mit ihren Projekten bisher noch nirgends gemacht, betonte er. Im Gegenteil: Die NEW-Mitarbeiter würden schnell von den Arbeitskräften ohne Handicap ins Herz geschlossen. „Wir versuchen, so viele Beschäftigte wie möglich auf den Schritt in den 1. Arbeitsmarkt vorzubereiten. Arbeitsplätze mit viel Kontakt zu anderen Arbeitnehmern und Kunden sind eine wichtige Vorbereitung dazu“, meinte Stein.

Eigentlich geht es also beim „Bügelprofi“ zu, wie in einem ganz normalen Betrieb. Auch die Preise sind marktgerecht, um Mitbewerber auf dem Markt nicht zu unterbieten und angemessene Gehälter zahlen zu können. „Wir bieten keine Dumpingpreise an“, betonte Annegret Krämer. Geöffnet ist montags bis freitags von 8.00 bis 19.00 Uhr und samstags von 8.00 bis 16.00 Uhr. Ein neuer Schwerpunkt ist der Hemdenservice, um Hemden und Blusen den nötigen Feinschliff zu geben. Die freien Räume in Ülpenich sind auch schon verplant: Sie werden künftig genutzt, um Menschen mit Schwerst- und Mehrfachbehinderungen weitere heilpädagogische Betreuungsmöglichkeiten schaffen zu können.

9.6.2017LebenEuskirchen0 Kommentare pg

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