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Die neue Sonderausstellung führt die Besucher durch die Welt der Badeartikel. [Foto: pg]

„Kinder, Kinder! Vom Badefrust zur Badelust?“ – Neue Sonderausstellung in den Römerthermen

Zülpich: „Am Anfang war das Bad“, beginnt Museumsleiterin Dr. Iris Hofmann-Kastner, schmunzelnd die Presse-Führung durch die neue Sonderausstellung in den Römerthermen in Zülpich und meint damit das erste Bad eines Menschen im Fruchtwasser im Bauch der Mutter. Angenehme 37,5 Grad Celcius sind es dort – vermutlich fühlen wir uns deshalb in Bädern mit dieser Temperatur so wohl. In der neuen Sonderausstellung „Kinder, Kinder! Vom Badefrust zur Badelust?“ in den Römerthermen dreht sich alles rund um das Thema Baden mit dem Fokus auf Babys und Kinder vom Ende des 19. Jahrhunderts bis in die heutige Zeit.

Museumsleiterin Dr. Iris Hofmann-Kastner hat viele interessante Exponate zusammen getragen. [Foto: pg]

Bei einem Rundgang werden die Besucher feststellen, dass sich zwar manches geändert hat, doch bei einigen Produkten reichen die Wurzeln viele Jahrzehnte zurück. Die Museumsleiterin hat einiges an interessanten Objekten zusammengetragen – bei manchen muss man schmunzeln, bei manchen ist man froh, dass es heute etwas bequemer geht. Vom Hausgeburtspool aus Kunststoff über einen Kinderhochstuhl mit Klappe an passender Stelle, Zinkbadewannen und praktische Waschschränke bis hin zu einer schier unerschöpflichen Auswahl an Pflegeprodukten und Quitsche-Enten reicht die Auswahl der Exponate. Zusätzlich veranschaulichen Werbegrafiken, wie die Werbe- und Kosmetikindustrie Bedürfnisse der Käuferschaft erweckt und überholte Rollenklischees auch im 21. Jahrhundert befeuert. Babybadewannen erweckten sogar das Interesse hochkarätiger Designer wie Luigi Colani.


Ende des 19. bzw Anfang des 20. Jahrhunderts gab es einen großen Schritt in der Körperhygiene bei den Seifen. Es gab zwar noch keine speziellen Handseifen, wie wir sie heute im Bad benutzen, aber Kinderseifen und Kinder wurden damit zu Werbeträgern. In Deutschland stehen für diese Entwicklung drei Firmen, deren Firmenname noch heute genutzt werden: Nivea, Penaten und Mouson. 1906 brachte die Firma Beiersdorf eine weiße Nivea-Seife auf den Markt, die für Kinder entwickelt worden war. In den 1930er Jahren kostete ein Stück Seife 54 Pfennig – bei einem durchschnittlichen Lohn eines Arbeiters von 138 Reichsmark konnten sich vermutlich eher Menschen aus dem höheren Bürgertum die Seifen leisten.

Viel Wissenswertes erfahren die Besucher der Ausstellung, bei so manchem ausgestellten Exponat werden Erinnerungen an die eigene Kindheit wach und bei der Aufreihung der Badeenten ist einiges an  Prominenz zu finden: Angela Merkel ebenso wie Boris Johnson. Das Angebot an Kinderprodukten ist um die Jahrtausendwende förmlich explodiert, Eigenmarken wurden entwickelt und Kinder wurden als Kaufentscheider entdeckt – Disney- und Actionfiguren grüßen von der Verpackung.

Die Sonderausstellung ist bis zum 5. September 2021 zu sehen. Geplante Veranstaltungen:
4. April und 4. Juli, jeweils 15.00 Uhr: Führung durch die Ausstellung
20. Juni, 11.00-18.00 Uhr: Kindertag mit verschiedenen Workshops
Es kann auch eine Gruppenführung für die Ausstellung gebucht werden.

Besucher sollten sich vorab über die aktuellen Corona-Vorschriften informieren

2.4.2021KulturZülpich0 Kommentare pg

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