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Der weiße Gürtel eines adligen Ritters symbolisierte Ehre, Tugend und Wahrhaftigkeit. [Foto: KDN]

Zukunft und Vergangenheit beim Internationalen Museumstag

Eifel: Den Internationalen Museumstag nutzten viele Museen der Region zu ganz besonderen Veranstaltungen. Mit einer Zeitreise ins ritterliche Mittelalter lockte das Nideggener Burgenmuseum zahlreiche Besucher an. Bereits zum vierten Mal schlug der Deutsche Ritterconvent am vergangenen Wochenende seine Zelte am Fuße der historischen Burg auf. In diesem Jahr präsentierte der Convent neben authentischem Lagerleben eine historische Modenschau: Magd, Knecht, Bauern, Jäger, niederer Adel, aber auch der Hochadel gaben sich die Ehre. Präzise und anschaulich wurde die Ausstattung der Stände erläutert, wofür es viel Publikumsapplaus gab. Auch während der Rüstschau wurde detailliertes Wissen vermittelt. Wer weiß denn mittlerweile noch, dass damals der weiße Gürtel eines adligen Ritters dessen Ehre, Tugend und Wahrhaftigkeit symbolisierte. „Dieser weiße Taillenschmuck war ein Zeichen dafür, dass der Ritter reinen Herzens würdevolles Verhalten an den Tag legte“, erklärte Luzia Schlösser im EIFELON-Gespräch.

Die Präsentation wurde von Troubadour Knud Seckel begleitet, der authentische Szenen des Minnegesangs vorführte. Die gotische Harfe, die Einhandflöte, aber auch Dudelsack und Trommel entführten die zahlreichen Besucher in die musikalische Welt des Hochmittelalters. Höhepunkt war der Aufritt von Graf Walram von Jülich und seinem Gast, dem Landgraf von Hessen. Sie zeigten hoch zu Ross, wie ein Graf des Hochmittelalters ausgestattet war. Erläutert wurde die Reitkunst eines Ritters und die Regularien, die es zu beachten galt, wenn die Grafen mit ihren Pferden gegeneinander antraten. „Ich bin immer wieder begeistert, wenn der Convent hier Einzug hält“, schwärmt Museumsleiterin Luzia Schlösser noch im Nachhinein.

Viele der Besucher nutzten den Tag, um das Museum, das Lager und die farbenfrohen Aktionen ausgiebig zu erkunden. Das Burgenmuseum Nideggen und der Deutsche Ritterconvent wollen ihre gute Kooperation auch im nächsten Jahr am Internationalen Museumstag fortführen. Mit einigen Zunftständen des Conventes gibt es bereits ein Wiedersehen am 14. und 15. September 2019, wenn das Burgenmuseum sein 40-jähriges Bestehen feiert.

Farbenfroh ging es auch in der Internationalen Kunstakademie Heimbach (IKAH) zu. Akademieleiter Professor Frank Günter Zehnder kombinierte den weltweiten Museumstag mit der Eröffnung der 62. Werkschau auf Burg Hengebach.

Brillant und gleichzeitig urkomisch sind beispielsweise die Arbeiten, die im Illustrationskurs von Gudrun Wirsieg entstanden. Anhand der Zeilen des kurzen Nonsens-Gedichtes „Wenn die Möpse Schnäpse trinken“ von James Krüss setzten die Kursteilnehmer die Gedichtzeilen in liebenswerte Zeichnungen um: Daniel Bühler erbarmte sich eines fiebrigen Bibers und zeichnete ihn schwitzend unter einem dicken Plumeau – ein großes Fieberthermometer quer im Mund. Jedes Kinderbuch könnte mit diesen witzigen Zeichnungen zauberhaft illustriert werden. „Es ist eine hohe Kunst, die Verse zu lesen und sie parallel in Bilder umzusetzen“, betonte Zehnder. Phantasie zu haben, sei leicht, aber wie schwer, sie anschließend auf Leinwand umzusetzen… Eins sei aber unbestritten: „Ohne Phantasie keine Kunst.“ Für Workshopteilnehmerin Sigrid Lorenz bedeuten die Kunstakademie-Kurse eine kreative Auszeit aus ihrem stressigen Berufsleben: „Malen ist etwas, wo ich ankomme“, betonte die Leiterin eines großen Gewerbebetriebs.

Absolut sehenswert sind auch die Holzskulpturen, die unter Anleitung des Bildhauers Peter Nettesheim entstanden, sowie Fotoarbeiten aus dem Workshop von Dieter Otten. Überbordende Farbenfreude und gleichzeitig einen nachdenklichen Blick auf die Realität zeigen die Arbeiten, die im Kurs von Herb Schiffer auf die Leinwand gebannt wurden.

Mit den Wünschen „Allen eine gute Zeit“, eröffnete Zehnder die Werkschau und verwies auf die zusätzlichen Akademie-Führungen und -Aktionen zum Museumstag. Im Burghof bot Una Sörgel anschließend kostenlose Druckkurse an, bei denen mit unterschiedlichsten Materialien experimentiert werden konnte, während im „Offenen Atelier“ auf Burg Hengebach Dozent Viorel Chirea Einblick in seine Arbeit gab und bereitwillig Techniken vermittelte. Auf reges Interesse stieß auch das Angebot, große oder kleine Leinenbeutel auf einer historischen Schleifendruck-Maschine mit individuellen Sprüchen zu beschriften.

24.5.2019KulturEifel0 Kommentare bwp

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