"Viele kleine Dinge wurden durch die richtige Art von Werbung groß gemacht."

Mark Twain
EIFELON weiterempfehlen

Wir informieren die Eifel

unabhängig. überparteilich. unbezahlbar.

neue Kommentare
0
Die florale Verzierung verweist auf Wohlstand und Frieden. [Foto: Bonner LandesMuseum]

Fund des Monats: Ein römischer Türgriff aus Xanten

Umland, Bonn: Monat für Monat stellt das Bonner Landesmuseum vier Wochen lang einen ganz besonders geschichtsträchtigen Gegenstand aus, der bei Grabungen in der Region geborgen werden konnte.
Unzählige solch wertvoller Relikte aus der regionalen Siedlungsgeschichte lagern im Meckenheimer Depot des Bonner Landesmuseums. „Wir haben hier einfach nicht genügend Personal, um all unsere Funde zeitnah wissenschaftlich aufarbeiten zu können“, bedauert Hans-Hoyer von Prittwitz. Trotz alledem würden so genannte ‚Altfunde‘ immer wieder gern zur Hand genommen, um ihre geschichtliche Funktion wissenschaftlich zu ergründen. Zufall, Glück und Inspiration führen dann oft zu neuen Erkenntnissen.

Dieser Knauf öffnete vor über 2.000 Jahren Tür und Tor. [Foto: Bonner LandesMuseum]

So geschehen auch bei dem faustgroßen, floral verzierten Bronzegegenstand, der momentan als „Fund des Monats“ im Foyer des Museums präsentiert wird. Etwa zehn mal acht Zentimeter groß, lag er auf Prittwitz‘ Arbeitstisch in den Meckenheimer Katakomben, als ein Kollege hineinkam und den perfekt geformten Fund bewunderte. „Ein Türgriff!“, vermutete er spontan und sollte mit seiner Theorie recht behalten.

Der Fund stammt aus dem römischen Legionslager Vetera I südlich des heutigen Xanten. Die üppigen Verzierungen des Türknaufes weisen – in Anspielung auf den antiken römischen Altar „Ara pacis“ – auf Wohlstand und Frieden hin, erzählt von Prittwitz im EIFELON-Gespräch. Zu Zeiten des römischen Kaisers Augustus, der in der ersten Hälfte des 1. Jahrhunderts nach Christus Bürgerkriege beendete, Tempel renovieren und alte Götterkulte aufleben ließ, waren solch florale Symbole nonverbale Botschaften für ein friedfertiges Miteinander.

Mit Blei ausgegossen, lag der filigran verzierte Griff gut in der Hand und wurde vermutlich mit einem dicken Bronzestift in der Holztür eines der vielen Militärgebäude verankert. „Das war sicherlich nicht das Domizil des Legionskommandanten“, ist von Prittwitz überzeugt, denn dann wäre der Knauf sicherlich noch prachtvoller gestaltet worden. Bei Mannschaftsbaracken wurden vor über 2.000 Jahren allerdings schlichtere Schließmechanismen eingesetzt. „Es muss schon ein repräsentatives Gebäude gewesen sein“, sind sich die Wissenschaftler sicher, denn die detailliert ausgearbeiteten Blätter und Blütenranken verweisen auf einen begütertes Haus, das ehedem im Westen des Militärlagers stand.

Das Legionslager Vetera I wurde in den Jahren 13/12 vor Christus errichtet und während der Aufstände germanischer Bataver 69/70 nach Christus zerstört. Grabungsfeld für Grabungsfeld, Fund für Fund kann nun – um 2.000 Jahre zeitversetzt – die Geschichte rekonstruiert werden.
5.4.2019LebenUmland, Bonn0 Kommentare bwp

Bisher 0 Kommentare
Kommentar schreiben

Es gibt noch keine Kommentare zu diesem Beitrag. Schreiben Sie den Ersten.

Einen neuen Kommentar schreiben

Um einen neuen Komentar zu schreiben, melden Sie sich bitte mit ihrem Benutzernamen und Passwort an. Wenn Sie noch keinen EIFELON-Account haben, können Sie sich kostenlos und unverbindlich registrieren.


  1. *Ihre eMail-Adresse wird nicht veröffentlicht
  2. Ein Passwort wird Ihnen an Ihre eMail-Adresse zugeschickt, Sie können es anschließend in Ihrem Benutzerberich leicht ändern.
  3. Den Button zur Registrierung finden Sie unter unserern folgenden Richtlinien:
Die Richtlinien für die Nutzung der EIFELON Diskussionsplattform
Die Benutzer bestätigen/akzeptieren mit ihrer Anmeldung unsere Richtlinien. Falls es im Nachhinein noch Änderungen an den Richtlinien gibt, werden die User beim nächsten Einloggen aufgefordert, die Richtlinien erneut zu bestätigen: Wir bieten Ihnen hier eine Plattform für sachliche und konstruktive Diskussionen. Um dies zu gewährleisten, behält sich die Redaktion vor, Kommentare nicht zu veröffentlichen, die einer sachlichen Diskussion nicht förderlich sind. Wir bitten Sie daher, durch die Einhaltung unserer Richtlinien zu einem freundlichen Gesprächsklima beizutragen.
1. Gegenseitiger Respekt
Bitte behandeln sie andere Nutzer so, wie Sie selbst behandelt werden möchten. Zeigen Sie Toleranz gegenüber anderen Meinungen und verzichten Sie auf persönliche Angriffe und Provokationen.
Selbstverständlich werden Kommentare, die ehrverletzend, beleidigend, rassistisch, pornografisch oder auf andere Weise strafbar sind, nicht freigeschaltet.
2. Wortwahl und Formulierung
Sachliche Argumentation ist die Basis für eine konstruktive Diskussionskultur. Nehmen Sie sich die Zeit, Ihren Kommentar vor dem Abschicken zu überprüfen. Habe ich den richtigen Ton getroffen? Könnten meine Formulierungen Missverständnisse hervorrufen?
3. Benutzernamen
Diese genannten Richtlinien gelten auch für die Verwendung von Benutzernamen.
4. Quellenangaben und Verlinkungen
Wenn Sie Zitate verwenden, verweisen Sie bitte auf die Quelle und erläutern Sie deren Bezug zum Thema.
5. Zeichenbegrenzung
Die Länge eines Kommentars ist auf 1000 Zeichen zu begrenzen, um eine Moderation in einem adäquaten Zeitrahmen zu gewährleisten. Mehrteilige Beiträge können daher leider nicht berücksichtigt werden.
Bitte sehen Sie davon ab, denselben oder einen sehr ähnlichen Kommentar mehrmals abzuschicken.
6. Werbung
Die Nutzung der Kommentarfunktion zu kommerziellen Zwecken ist nicht erlaubt. Inhalte gewerblichen oder werbenden Charakters werden nicht freigeschaltet. Gleiches gilt für politische Aufrufe aller Art.
7. Sonstige Hinweise
Es besteht kein Anspruch auf Veröffentlichung eines Kommentars. Beiträge, die sich als falsch oder unwahr herausstellen, können auch im Nachhinein noch gelöscht werden. Sollten Sie auf Beiträge stoßen, die gegen die Richtlinien verstoßen, machen Sie die Moderation bitte darauf aufmerksam. Schicken Sie einfach den Link des betreffenden Kommentars mit einer kurzen Erläuterung an redaktion@eifelon.de. Bei wiederholten oder besonders schweren Verstößen gegen diese Richtlinien behalten wir uns einen Ausschluss einzelner User vor.


zurück zur Startseite