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Inzwischen betreut Juliane Vetter elf Bienenstöcke. [Foto: bwp]

Juliane Vetter: „Ohne Intuition funktioniert das Imkern nicht“

Zülpich, Langendorf: „Erst war es für mich nur ein Riesengewimmel“, räumt Juliane Vetter lächelnd ein, wenn sie auf ihre Bienenzucht angesprochen wird. Es sei halt ein großer Unterschied, ob man sich theoretisch oder praktisch mit dem Thema auseinandersetze.

Eine der Bienen bei der Nektarsuche. [Foto: privat]

Bereits in ihrem Landwirtschaftsstudium war Bienenkunde eines ihrer Wahlfächer und wurde bei ihrem Abschluss geprüft. „Man kann noch soviel Theorie erlernen, ohne Intuition funktioniert das Imkern nicht“, ist sie überzeugt. Als Eigentümerin der Wasserburg Langendorf verfügt sie über genug Ländereien, um ihren geflügelten Freunden ausreichend Nahrung zu bieten.
Auf den umgebenden Wiesen der Burg wurden extra bienenfreundliche Blumen und Kräuter ausgesät.

2015 frischte sie – zusammen mit einer Freundin – ihr Wissen in einem Dürener Bienenkurs auf. Peter Hendle, erfahrener Imker aus Heimbach, habe „mit Humor, Wissen und Liebe zu den Bienen“ die Unterrichtseinheiten geleitet, lobt sie noch Jahre später. Ihre ersten beiden Bienenstöcke bekam Juliane Vetter vom Zülpicher Pfarrer Zumbusch. „Bereits im ersten Jahr sind fünf Völker daraus geworden.“ Mittlerweile betreut sie elf Stöcke, in denen jeweils bis zu 40.000 Bienen leben können.

Bei der regelmäßigen Kontrolle der Völker setzt sie einen Smoker – ein qualmendes Pfeifchen – ein: „Der Rauch täuscht einen Waldbrand vor, sodass die Bienen ruhig bleiben und sich mit einem Futtervorrat für zwei Tage vollpumpen.“

„Im Spätsommer können die einzelnen Waben herausgenommen werden“, erklärt Juliane Vetter. Sie holt allerdings nicht alle vollen Waben heraus, wie es viele Imker praktizieren: „Ich mach es bienenfreundlich. Ihnen geht es besser, wenn sie nicht nur mit Zuckerwasser eingefüttert werden“, sagt sie überzeugt. Der Erfolg gibt ihr Recht.

Im Imker-Outfit. [Foto: bwp]

Sobald die vollen Waben entnommen sind, muss der Honig herausgeschleudert und anschließend durch ein Feinsieb geseiht werden. „Das war dieses Jahr so viel Arbeit, schließlich muss man die angefangene Arbeit konsequent zu Ende machen.“ Der gefilterte Honig – gut 280 Kilo – wird anschließend in Vorratseimer – die so genannten Hobbocks – umgefüllt. Bevor er später in Gläsern portioniert werden kann, muss er cremig gerührt werden. „Honig niemals über 40 Grad erwärmen, „sonst gehen die wertvollen Inhaltsstoffe verloren“, gibt die Imkerin den EIFELON-Lesern gleich ein Tipp mit auf den Weg.

Ein Gockel zwischen den Wildkräutern. [Foto: bwp]

Während wir über die Wiesen zu den Bienenstöcken wandern, wird Juliane Vetter freudig von ihren beiden Gockeln und elf Hühner begrüßt. Sie sind ein Teil der Menagerie, die mit ihr auf der mittelalterlichen Wasserburg Langendorf leben: Dazu gehören noch zwei Hunde und zwei Katzen, fünf Pferde – „Alles Rentner“, fügt die Tierliebhaberin hinzu – sowie noch eine Zuchtstute. Und natürlich die Bienen.

Umschwirrt von Hunderten ihrer Bienen, erklärt Juliane Vetter die Hierarchie des Bienenvolkes. „Es gibt drei Arten von Bienen: Die Königin und Arbeiterinnen, die den Bienenstock putzen, durch Flügelfächern kühlen und bei räuberischen Angriffen von Wespen oder Hornissen verteidigen.“ Und dann gebe es noch die Drohen. „Das sind Männer. Die tun gar nichts“, bemerkt sie lachend. „Nur einige von ihnen haben das Glück, die Königin begatten zu dürfen. Danach sterben sie.“

„Im vergangenen Jahr hatten wir ein großes Problem mit Hornissen, doch wir lassen Natur Natur sein“, betont die Imkerin. Um ihren Bienen die Verteidigung des Stockes zu erleichtern, montierte sie kurzerhand kleinmaschige Gitter vor das Einflugloch, durch die die Bienen zwar noch schlüpfen können, größere Angreifer jedoch nicht.

Um die Bienenstöcke vor der tödlichen Varoamilbe freizuhalten, werden die Rahmen und Stöcke, in denen die Bienen den Honig sammeln und den Nachwuchs aufpäppeln zweimal mit Ameisensäure behandelt. „Noch im September muss alles fertig sein.“

In dieser Schmelze wird das Bienenwachs durch Sonnenlicht flüssig. [Foto: bwp]

Nach der Exkursion weist Juliane Vetter noch auf ein seltsam anmutendes Gerät hin, das in der prallen Sonne steht: Eine Sonnenwachsschmelze. In diesem Kasten, der mit einer dicken Glasscheibe verschlossen ist, werden die alten Wachswaben auf natürlichem Weg eingeschmolzen. „Dabei wirkt die Scheibe wie ein Brennglas.“ Aus dem flüssigen Wachs werden dann duftende Kerzen gegossen.

Ihre Produkte verkauft die Burgherrin in verschiedenen Zülpicher Läden wie der Buchhandlung, der Poststelle, sowie in den Dorflädchen von Hoven, Embken und Wollersheim – und natürlich auch während ihrer Festival-Reihe „Konzerte in der Remise.“

13.9.2019NaturZülpich, Langendorf0 Kommentare bwp

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