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Die drei in Schleiden zur Wahl stehenden Kandidaten. [Montage: EIFELON]

Schleidener Bürgermeister-Wahl 2018: Die Kandidaten im Interview

Schleiden: Lydia Schumacher, Journalistin aus Schleiden und Initiatorin der Bürger-Initiative „Schöne Straßen an leeren Häusern – nein danke!“, berichtet für EIFELON über ihre „Qual vor der Wahl“:


Am 4. November habe ich die Wahl. Ihr wisst schon: Zwischen den drei Bürgermeister-Kandidaten für Schleiden. Wo soll ich bloß mein Kreuzchen machen?

Da wäre der Jungspund Ingo Pfennings (www.ingo-pfennings.de) aus Bad Münstereifel, den der Schleidener CDU-Fraktionschef Jochen Kupp auserkoren hat, und der zudem von den Grünen und der UWV unterstützt wird. Er ist Veranstaltungsfachwirt und studiert noch – ob er die Stadt auf Dauer weiterbringt? Und vor allem: Wird er, auch weil er so jung ist, am Ende zur Marionette, die genau das umsetzt, was die CDU im Stadtrat wünscht?

Soll ich mich stattdessen lieber für den parteilosen Kandidaten Michael Stadler (www.schleiden-2018.de) aus Bayern entscheiden, der vor einem Jahr noch gar keine Ahnung hatte, wo Schleiden überhaupt liegt und wie der Eifeler an sich so tickt?

Oder soll ich der einzigen weiblichen Kandidatin Anette Pütz (anette2018.jimdofree.com) meine Stimme geben? Sie stammt immerhin aus der Stadt. Ob aber die Juristin, die bisher vor allem eifrig auf die eigene Bildung gesetzt hat, so ein Amt stemmen kann?

Ich habe mal bei den Kandidaten nachgefragt – hier ihre Antworten:

[Foto: lys]

Michael Stadler – persönlich

Herr Stadler, Sie stammen aus Bayern und kennen Schleiden erst seit Jahresbeginn. Wie wollen Sie es mit der hiesigen Mentalität aufnehmen und als Neu-Eifeler die alteingesessenen Bürger überzeugen?

Mein Bestreben war es, herauszufinden, ob die Leute mich als Bayer hier in der Eifel wollen. Deshalb bin ich mit der Unterschriftenliste von Haus zu Haus gegangen und habe den Menschen mein Programm vorgestellt. Die Eifel ist schön, die Leute sind freundlich. Sie glauben nicht alles, was man ihnen erzählt – auch das finde ich gut! Mein Partner und ich haben entschieden, dass wir bleiben, ganz egal wie die Wahl ausgeht.

In Ihrem Lebenslauf steht vieles, Führungserfahrung gehört immerhin dazu. Jede kommunalpolitische Erfahrung fehlt. Was antworten Sie Kritikern, die nicht glauben, dass Sie als parteiloser Bürgermeister eine Mehrheit im Rat hinter sich versammeln könnten?

Für mich stehen die Menschen und die Region im Vordergrund. Ich verfolge keine politische Karriere. Ich möchte liebend gerne meinen Beitrag dazu leisten, dass wir alle gemeinsam etwas dynamischer sind und unsere Stadt noch lebens- und liebenswerter machen. Ich wünsche mir, dass die künftigen Generationen hier bleiben wollen und dass die Traditionen fortbestehen.
Es gibt übrigens viele Mitglieder im Stadtrat, die meine Meinung teilen. Überdies denke ich nicht, dass der Stadtrat wirklich gute Projekte ablehnen würde. Wenn er das dennoch tun würde bei einem Projekt, das für Schleiden gut wäre, dann bliebe immer noch die Lösung eines Bürgerbegehrens.

Habe ich das richtig verstanden: Sie als Bürgermeister würden dann ein Bürgerbegehren starten?

Nicht ich als Bürgermeister, aber ich würde mich dafür einsetzen, dass die Bürger das machen. Sowieso möchte ich mich dafür einsetzen, die Kommunalpolitik hier interessanter und bürgernah zu machen – für eine jüngere Generation. Und vielleicht auch für parteilose Kandidaten. Vergleichen Sie mal die Ergebnisse der Stadtrat-Wahlen aus den vergangenen Jahren: die Zahl der CDU-Stadträte sinkt Mal für Mal.

Michael Stadler – politisch

Herr Stadler, werfen wir einen Blick in die Zukunft in das Jahr 2040: Was wird sich in Schleiden auch durch Ihr Engagement als Bürgermeister verändert haben?

Ich sehe Schleiden in Zukunft als moderne Stadt mit florierenden Geschäften in beiden Innenstädten. Mit Sitzgelegenheiten, von denen aus man das rege Treiben beobachten kann. Ich sehe eine Jugend, die sich gerne draußen aufhält, der man hier auch etwas bieten kann. Seien das Schwimmbäder, Veranstaltungen, vielleicht auch ein Kino. Ich sehe Touristen, die begeistert durch unsere Innenstädte und die anderen Ortschaften wandern und die Naturverbundenheit in unserer Region genießen. Ich sehe also 2040 eine Stadt mit vielen Menschen, die hier gerne und gut leben. Dafür werde ich alles geben, dafür werde ich kämpfen. Ich wäre auch dann gerne noch der Bürgermeister der Stadt Schleiden, denn ich habe ja im Unterschied zu meinem Mitbewerber kein Bestreben, in der Politik irgendwo Karriere zu machen.

Sicher haben Sie sich über den Vorgänger im Amt, Udo Meister, informiert. Was hat er in Ihren Augen besonders gut gemacht?

Unter Herrn Meister wurde vier Mal in Folge ein ausgeglichener Haushalt abgeliefert. Das sollte das Ziel eines jeden Bürgermeisters sein. Die CDU hatte von 1974 bis 2004 einen Schuldenberg angehäuft. Es brauchte einen Udo Meister. Nur: Er hätte ein bisschen kreativer an die Arbeit gehen können. Unter ihm wurden einfach alle Beiträge und Gebühren nicht nur angehoben, sondern teilweise mehr als verdoppelt. Damit hat er es sich zu einfach gemacht. Es gibt kreativere Methoden, Geld in die Stadtkasse zu bekommen, als nur den Bürger zu melken.

Gewerbesteuer hoch, Grundsteuer hoch, Anliegerbeiträge hoch und vieles mehr. Das Resultat sieht man heute: Viele Gewerbeimmobilien stehen leer. Simmerath buhlt mit seinen günstigeren Konditionen um Einwohner und Gewerbe. Wie wollen Sie als Bürgermeister damit umgehen?

Das Ziel ist: Senken! Aber natürlich brauchen wir zunächst mal Einnahmen, um die hohen Steuern und Beiträge senken zu können. Ein Drogeriemarkt und ein weiterer Supermarkt für Gemünd – ob das nun einer von Rewe oder Edeka ist – wären da ein Anfang. Wir müssen unsere Leerstände wieder mit Leben füllen. Das heißt, wir müssen es attraktiv machen, Gewerbe anzusiedeln und dürfen den Leuten keine Steine in den Weg legen. Jemand wollte eine Shisha-Bar eröffnen, aber er darf das nicht. Also mir geht es nicht unbedingt um solch eine Bar, es ist eine von vielen Geschichten, wo einem Unternehmer Steine in den Weg gelegt werden.

Die Gewerbesteuer in Schleiden ist für Unternehmer höher als auf der Kö in Düsseldorf. Mit welchen konkreten Maßnahmen wollen Sie dafür sorgen, dass die wieder sinkt?

Nicht nur ich als Bürgermeister, auch die Stadträte – so argumentieren die ja gerne – sind hier überall vernetzt. Auch sie könnten ihre Beine in die Hand nehmen, und Klinken putzen bei Unternehmern, die noch nicht im Stadtgebiet von Schleiden ansässig sind. Sie sollten diese Gewerbetreibenden ansprechen und fragen, was sich in Schleiden ändern müsste, damit die Stadt für eine Ansiedlung attraktiv wird.
Sofort senken kann man die Gewerbesteuer nicht einfach. Wenn der Bürgermeister aber ein gutes Konzept vorlegt, um neue Gewerbetreibende in die Stadt zu holen, dann bezweifle ich, dass der Stadtrat sich weigert, die Gewerbesteuer zu senken.

Wir haben in Schleiden kaum Gewerbeflächen, eine schlechte Verkehrsanbindung und – wenn Sie nur einen Blick in die Dreiborner Straße in Schleiden werfen – sehr viel Leerstand. Wie wollen Sie Unternehmen für diese Stadt begeistern, welche sollen das sein und haben Sie dafür ein Konzept?

Um Gewerbetreibende nach Schleiden zu holen, brauchen wir natürlich eine gute Verkehrsanbindung. Das bringt aber jetzt gar nichts, wenn der Herr Pfennings damit wirbt, dass er den Verkehrsminister kennt. Der wird uns persönlich auch keine neue Straße schaufeln.
Wir müssen zunächst einmal versuchen, überhaupt die Gewerbeansiedelung einfacher zu machen. Und wir müssen neue Unternehmen unterstützen – beim Marketing, bei der Organisation einer Veranstaltung. Die brauchen einfach viel mehr Unterstützung seitens der Stadt, auch um in der Region bekannt zu werden und damit ihr neues Geschäft von Anfang an hoffentlich ein Erfolg wird.

Haben Sie denn eine bestimmte Branche im Blick?

Wir werden wohl keine Einkaufsstadt werden wie Kall. Wir könnten aber zum Beispiel Unternehmen ansprechen, die im Bürosektor angesiedelt sind, oder Callcenter, um ein Beispiel zu nennen. Die brauchen Platz und Internet, das war es schon. Und im heutigen Online-Geschäft gibt es ausreichend Callcenter, die vielleicht Interesse daran hätten, hierher zu kommen.

Die Gemeindeprüfungsanstalt GPA hat Schleiden zuletzt keine rosige Zukunft in Aussicht gestellt: Bis 2040 soll die Einwohnerzahl um mehr als 20 Prozent sinken; zudem soll etwa um den gleichen Prozentsatz der Anteil der Rentner steigen. Das würde auch bedeuten, dass die horrenden Abwassergebühren auf weniger Schultern verteilt würden. Wie wollen Sie diesen Trend aufhalten?

Die Kosten werden natürlich nicht sinken, entgegen dem, was die Stadtverwaltung und der Kandidat der CDU immer prognostizieren. Die Stadt Schleiden hat so tatsächlich keine rosige Zukunft. Wir müssen mehr für die Jugend tun. Wenn man sich, wie die CDU das gerne macht, nur auf die Stammwähler fokussiert, dann hat die Stadt insgesamt nichts davon. Man muss sich fragen, wie man die Jugend einbindet, damit sie nicht erst abwandert. Da ist die Schulsituation wichtig, wir brauchen mehr Studiengänge als wir jetzt haben. Definitiv: Wir müssen viel mehr für die Jugend tun und zwar nicht nur dann, wenn Wahlkampf ist.

Die Bürgerinitiative „Schöne Straßen an leeren Häusern – nein danke!“ in Schleiden bemüht sich um die Abschaffung der Anlieger-Beiträge. Dass Kommunen in den vergangenen Jahrzehnten Straßen vergammeln ließen, ist kein Geheimnis, jetzt sollen die Anlieger dafür zahlen. Im vergangenen Jahr haben mehr als 1.200 Bürger einen Einwohnerantrag unterschrieben. Es ging um die Senkung der Beiträge von 65 auf 50 Prozent. Wie stehen Sie als Bürgermeister dazu, wenn der Antrag im kommenden Jahr auf Ihren Tisch kommen würde?

Wenn der Antrag bei mir auf dem Tisch liegen würde, dann hätte ich die Angst, dass der Rat den Antrag wieder ablehnen würde. Ich würde die Antragsteller dazu ermutigen, keinen Einwohnerantrag zu stellen, sondern ein Bürgerbegehren zu starten.

Ein Bürgerbegehren darf bei Haushaltsfragen nicht gestellt werden, das war bei der Senkung der Anliegerbeiträge auch der Fall. An welchen Inhalt hätten Sie gedacht?

Ein Bürgerbegehren könnte alle Sanierungsprojekte stoppen, aussetzen oder verschieben. Was wir brauchen, das ist Zeit, damit die Landesregierung aufwachen und endlich handeln kann. Von anderen Kommunen weiß ich, dass die ihre Sanierungsmaßnahmen von sich aus stoppen, weil die Bürger das nicht bezahlen können.

Inzwischen sind Anliegerbeiträge ein Riesenthema im Land, die Beiträge werden wohl noch in dieser Legislaturperiode gestrichen und durch Landesmittel ersetzt. Eine Stadt in NRW will die Beitragsrechnungen jetzt für ein paar Jahre auf Eis legen, bis das Land eine Entscheidung getroffen hat. Wenn ein solcher Antrag aus dem Rat oder von den Einwohnern in Schleiden gestellt würde, was stünde in Ihrer Beschlussvorlage: Würden Sie die Bürger ebenfalls schützen, oder würden Sie noch schnell abkassieren?

Ich würde die Bürger schützen, definitiv! Ich würde den Beschlussvorschlag in jedem Fall so gestalten, dass der Antrag vom Rat auch angenommen würde.

Wie wollen Sie das gegenüber den Bürgern rechtfertigen, die vor wenigen Jahren die volle Summe bezahlen mussten?

Es ist natürlich sehr schade, wenn sich Bürger benachteiligt fühlen. Eventuell gäbe es die Möglichkeit, ihnen auf andere Weise etwas Gutes zu tun. Aber grundsätzlich bin ich der Meinung, dass man so nicht argumentieren kann, denn dann ändert sich ja nie etwas. Ich kann ja auch im Supermarkt nicht damit argumentieren, dass andere vor Jahren nur zwölf Prozent Mehrwertsteuer zahlen musste, während ich heute 19 Prozent zahle. Also ich denke, dass jeder am Ende froh sein wird, wenn er in Zukunft nie wieder für die Straßen bezahlt werden muss.

Sie haben vorhin betont, dass Sie ein stärkeres Augenmerk auf die Jugend werfen wollen. Was muss ich mir darunter vorstellen?

Wir müssen die Jugend hier ein bisschen mehr unterstützen. Die Jugendlichen haben Lust und möchten sich im Ehrenamt und den Vereinen engagieren. Da ist zum Beispiel die Feuerwehr, die unbedingt eine neue Bestuhlung und eine neue Toilette braucht im Gerätehaus. Manche wollen deshalb nicht mehr zu den Seminaren kommen. Der Junggesellenverein Dreiborn hat das Schlauchbootrennen gemacht, da war zwei Wochen lang Hickhack, damit die überhaupt eine Pumpe bekamen, um das Wasser vom Löschteich nach oben zu pumpen. Selbst ich habe jeden Bauern angesprochen, ob er das nicht unterstützen möchte, oder eine Lösung für das Problem hat. Ich war kurz davor, das THW anzusprechen, weil das ja außerhalb des Einflussbereichs des jetzigen Bürgermeisters steht. Gottseidank hat dann doch eine Feuerwehr eingelenkt und eine Pumpe zur Verfügung gestellt.

Sie sagen, die Stadt dürfe sich nicht auf ihren Lorbeeren ausruhen, sie müsse in die Schulen und in den Ausbau des Hochschulstandortes investieren, um sie attraktiv zu halten. Das kostet vor allem Geld. Da stellen sich gleich zwei Fragen: Mit welchen Kindern und Jugendlichen wollen Sie die Schulen künftig füllen und wer soll das bezahlen?

Die beiden Studiengänge sind gut – BWL und Produktionstechnik passen in die Gegenwart. Wir sollten aber mehr Studiengänge anbieten. Natürlich müssen die Schulen gefüllt werden. Dass wir mehr Unternehmer in die Stadt bekommen, ist wichtig. Ich werde nicht müde, das Beispiel Drogeriemarkt zu erwähnen. Der braucht viele Mitarbeiter und die haben Familie und Kinder. Es geht alles über das Gewerbe. Lassen wir das hier aufleben und dann kommen auch Familien her.

In Ihrem Wahlprogramm findet sich kein Wort zur Windindustrie. Wie stehen Sie dazu – hier am Nationalpark?

Mein Mitbewerber, der Herr Pfennings, hat ja eine Kehrtwende gemacht: Zuerst hieß es, er wolle die ausbauen. Jetzt sagt er, das Thema Wind sei für ihn durch. Ich finde, Windräder sind nur zum Teil gut. Man muss mit Fingerspitzengefühl rangehen. Die Leute müssen verstehen, dass sie Nachteile hat, denn sie kann nur in teuren Pumpspeicherkraftwerken gespeichert werden. Ich wüsste nicht, dass es eines gibt in Schöneseiffen. Und vor allem bläst der Wind mal härter und mal ist Flaute. Wenn die Rotoren sich nicht bewegen, wird kein Strom generiert, dann muss auf der Stelle Strom dazu gekauft werden, um den Bedarf zu decken.
Dazu passt auch das Thema der E-Fahrzeuge, die der Herr Pfennings gerne einführen möchte. Unsere Briefträgerin sagt, ihr E-Fahrzeug sei lebensgefährlich, weil es einfach niemand hört. Sie ist zehn Stunden lang mit dem Auto unterwegs und muss ständig zu hundert Prozent konzentriert sein. Das ist gefährlich für die Kinder.

Letzte Frage: Herr Stadler, wem von Ihren beiden Konkurrenten würden Sie das Bürgermeisteramt am ehesten zutrauen?

Kann ich mich selber jetzt nicht nennen?

Leider nicht, die Frage lautet: Welchem der beiden Konkurrenten….

Also, wenn ich es nicht werden sollte, dann würde ich mir wünschen, dass es die Frau Pütz wird. Auch bei ihr sehe ich den großen Vorteil der Parteilosigkeit. Wir müssen hier weg von diesem Parteidenken. Es kann doch nicht schon wieder ein CDU-Mann sein. Ich habe einfach die Befürchtung, dass der uns wie jeder seiner Vorgänger in einen Schuldenberg treibt. Außerdem kann ein Bürgermeister, der einer Partei angehört, nicht unparteiisch sein oder überparteilich. Ich hoffe sehr, dass die Schleidener das verstehen. Mittlerweile kenne ich hier viele Stammwähler, die keine Lust mehr dazu haben, die CDU zu wählen. Ich gehe davon aus, dass es im ersten Anlauf für Herrn Pfennings nicht reichen wird. Sollte es eine Stichwahl geben zwischen Frau Pütz und Herrn Pfennings, werde ich versuchen, meine Wähler zu mobilisieren, damit die parteilose Kandidatin meine Stimmen bekommt. Denn mir ist ein parteiloser, menschlicher Bürgermeister oder Bürgermeisterin wichtig. Und nicht das elitäre Grüppchendenken einiger Parteien.

Herr Stadler, wir bedanken uns für das Gespräch.


[Foto: lys]

Anette Pütz – persönlich

Frau Pütz, Sie sind die erste weibliche Kandidatin. Inwiefern ändert das den Blick auf die Arbeit als Bürgermeisterin?

Ich bin jetzt keine Fachfrau für dieses Gebiet. Aus meiner Sicht sollte es im dritten Jahrtausend keine Rolle mehr spielen, ob man weiblich oder männlich ist. Ich denke, dass es da keinen eklatanten Unterschied gibt, was Führungsfähigkeiten angeht. Die Arbeit in der Kommune und das Funktionieren der Verwaltung hängen davon ab, dass gut geführt wird. Ich hoffe, dass ich das mit meiner Berufs- und Lebenserfahrung sehr gut gestalten kann, so dass es letztlich fruchtbar wird für alle Beteiligten. Und so, dass die Arbeit zukunftsträchtig und produktiv wird.

Sie haben jede Menge an Ausbildung und Sprachenstudien hinter sich gebracht. Ihre Jobs haben Sie aber bisher jeweils nur für relativ kurze Zeit besetzt. Gibt es dafür Gründe?

(lacht) Ja, befristete Verträge! Ich habe noch nie eine Festanstellung im eigentlichen Sinn gehabt. Das kann ja jeder auch in der Presse nachlesen, dass meine ganze Generation davon betroffen ist.

Kommunalpolitik kommt in Ihrem Lebenslauf bisher nicht vor. Was antworten Sie Kritikern, die nicht glauben, dass Sie als parteilose Bürgermeisterin eine Mehrheit im Rat hinter sich versammeln können?

Es gibt ja nicht so viele Möglichkeiten, was man machen kann. Allzu exotische Dinge sollte man nicht machen, das wäre zu risikoreich. Man hat ja deshalb nicht weniger Ideen und auch nicht schlechtere Ideen, nur weil man bislang nicht im Rat gearbeitet hat. Letzten Endes habe ich eine Karriere gemacht, in der ich immer mit politischen Entscheidungen zu tun hatte. Ob ich das jetzt auf europäischer Ebene betreibe oder auf kommunaler Ebene – das sind immer die gleichen Themen. Ich würde sogar sagen, ich bin besonders gut qualifiziert, weil ich mich nicht immer im kommunalen Umfeld bewegt habe. Dann hätte ich meinen Sachverstand nie über den Tellerrand hinaus geweitet. Das ist aus meiner Sicht eine Bereicherung. Also ich denke, es gibt da kein Problem, Mehrheiten zu finden.

Anette Pütz – politisch

Frau Pütz, werfen wir einen Blick in die Zukunft im Jahr 2040: Wie wird sich Schleiden auch durch Ihr Engagement als Bürgermeisterin verändert haben?

Im Jahr 2040 möchte ich gerne, dass die Stadt sehr ausgewogen ist, dass der Tourismus richtig stark ist und dass wir im Rheinland dafür bekannt sind, dass man hier bei uns ein gutes Erholungsgebiet hat. Und dann möchte ich, dass die Stadt immer noch als Schulstandort einen großen Namen hat. Zudem möchte ich, dass auch dann noch Geschäfte in Schleiden sind, so dass auch dadurch ein soziales Miteinander stattfindet.

Sicher haben Sie sich über den Vorgänger im Amt, Udo Meister, informiert. Was hat er in Ihrem Sinn besonders gut gemacht?

Aus meiner Sicht ist es so, dass der Vorgänger von Meister sein Amt suboptimal wahrgenommen hat. Das hat zu negativen Veränderungen geführt. Udo Meister hat es geschafft, die Verwaltung reibungslos laufen zu lassen. Das merkt man als Bürger, man hatte den Eindruck, dass die Verwaltung gut geführt ist und das hat Vertrauen geweckt in die Verwaltungsarbeit.

Während seiner Amtszeit ist das Leben für uns alle teurer geworden: Gewerbesteuer hoch, Grundsteuer hoch, Anliegerbeiträge hoch und vieles mehr. Das Resultat sieht man heute: Viele Gewerbeimmobilien stehen leer. Mittlerweile buhlt Simmerath mit seinen günstigeren Konditionen um Einwohner und Gewerbe. Wie wollen Sie als Bürgermeisterin damit umgehen?

Wir haben einfach die Situation, dass die Kommunen untereinander konkurrieren. Das ist wahrscheinlich für viele Beschäftigte in der Verwaltung auch eine neue Situation, mit der sie noch nicht gelernt haben umzugehen. Das ist ein Grund genau dort anzusetzen und der Verwaltung ein bisschen mehr Schutz zu geben, selbst auch unternehmerischer zu denken. Denn nur wenn man sich der Tatsache bewusst ist, kann man sich ganzheitlicher Gedanken dazu machen, wie wir unsere Steuern, Gebühren und Abgaben ansetzen. Simmerath ist durch seine Nähe zu Aachen wohl für viele attraktiver als Schleiden. Dennoch kann man auch diese Stadt mit vorausschauendem Handeln für das Gewerbe attraktiv machen.

Die Gewerbesteuer ist in Schleiden höher, als auf der Kö in Düsseldorf. Mit welchen konkreten Maßnahmen wollen Sie dafür sorgen, dass die wieder sinkt?

Für mich ist die Tatsache, dass die Gewerbesteuer hoch ist, letztlich nur ein Gesichtspunkt, der daraus resultiert, dass wir insgesamt zu wenige Einnahmen haben, die unsere Finanzsituation in Schleiden stabilisieren. Aus meiner Sicht kann man nicht ausschließlich über Steuern, Abgaben und Beiträge Einnahmen generieren. Man muss es vielmehr schaffen, Gelder zu generieren aus anderen Möglichkeiten. Wenn ich mich nicht irre, ist es der Paragraph 77 der Gemeindeordnung, der das ausdrücklich vorsieht. Da möchte ich ansetzen und wenn die Haushaltslage durch solche Einnahmen stabilisiert ist, kann man Steuern und andere Abgaben reduzieren.

Wir haben in Schleiden kaum Gewerbeflächen, eine schlechte Verkehrsanbindung und, wenn Sie nur einen Blick in die Dreiborner Straße in Gemünd werfen, sehr viel Leerstand. Wie wollen Sie Unternehmen für diese Stadt begeistern, welche sollen das sein, und haben Sie dafür ein Konzept?

Ein Konzept müsste man letztlich noch erarbeiten, das kann man nicht mal eben aus dem Boden stampfen. Die schlechte Verkehrsanbindung betrifft aber letztlich nur solche Unternehmen, die auf die Straße angewiesen sind, weil sie Waren transportieren müssen. Wenn wir es schaffen, Unternehmen anzulocken, die nicht vorrangig vom Gütertransport abhängig sind, dann haben wir die Möglichkeit, unsere Leerstände zu füllen. Zudem wäre es gerade in Gemünd erforderlich, dass wieder ein Supermarkt öffnet. Und es ist auch nötig, dass wir wieder einen Drogeriemarkt dort bekommen. So ein Minimum an Versorgung muss vor Ort gegeben sein. Ich muss derzeit selbst zwölf Kilometer weit fahren, um einen Drogeriemarkt zu erreichen, seit es Schlecker und Ihr Platz nicht mehr gibt. Eine Stadt braucht eine gewisse Anzahl von Geschäften, man muss ja mal rausgehen und auch andere Leute treffen können.

Die Gemeindeprüfungsanstalt GPA hat Schleiden zuletzt keine rosige Zukunft in Aussicht gestellt: Bis 2040 soll die Einwohnerzahl in Schleiden um mehr als 20 Prozent sinken; zudem soll etwa um den gleichen Prozentsatz der Anteil der Rentner steigen. Das würde auch bedeuten, dass die horrenden Abwassergebühren auf weniger Schultern verteilt würden. Wie wollen Sie diesen Trend aufhalten?

Es ist sehr wichtig, dass wir insbesondere für junge Familien hier attraktiver werden. Dafür ist es erforderlich, dass wir den Schulstandort erhalten und stärken und die Kinderbetreuungsangebote verbessern. Insofern wird das ein Schwerpunkt sein, um junge Menschen anzulocken. Viele, die für das Studium in die Stadt gegangen sind, wollen zurückkommen, aber aktuell sind die Rahmenbedingungen zu schlecht. Dass Abgaben auf weniger Schultern verteilt werden, ist ein Problem, allerdings kann man es mit der Zeit schaffen, diese Rahmenbedingungen im Land NRW zu ändern. Andere Bundesländer haben das geschafft, wir können das auch.

Derzeit stehen 26 marode Straßen im Stadtgebiet  auf eine Sanierungsliste. Aber viel mehr Straßen in Schleiden sind sanierungsbedürftig. Wie wollen Sie einer jungen Familie erklären, dass sie neben dem Darlehen fürs Haus auch noch eins für die Straßenreparatur schultern soll?

Man muss mit offenen Karten spielen, das kann man nicht verschweigen. Die Kalkulation muss ja stehen und für die Familien tragbar sein. Das ist ein großer Wermutstropfen, den man da im Gepäck hat. Trotzdem gibt es hier Vorteile gegenüber dem städtischen Raum, die so stark sind, dass es möglich ist, Menschen für diese Stadt zu interessieren. Ich habe selbst in der Stadt gelebt, es ist deutlich gefährlicher dort und nicht sehr kinderfreundlich. Hier haben wir saubere Luft, man hat hier Möglichkeiten, sich zu bewegen, man muss hier nicht beengt leben. Deshalb denke ich, dass es möglich ist, junge Familien trotz der hohen Kosten für den Straßenausbau für die Gegend zu begeistern.

Die Bürgerinitiative „Schöne Straßen an leeren Häusern – nein danke!“ in Schleiden bemüht sich um die Abschaffung dieser Anlieger-Beiträge. Im vergangenen Jahr hat die BI einen Einwohnerantrag mit mehr als 1.200 Stimmen eingebracht für die Senkung der Beiträge von 65 auf 50 Prozent. Wie stünden Sie als Bürgermeisterin dazu, wenn der Antrag im kommenden Jahr wieder gestellt wird?

An und für sich bin ich total aufgeschlossen dem gegenüber, weil ich das sehr gut nachvollziehen kann. Ich selber habe auch schon Anliegerbeiträge zahlen müssen und das hat mich damals auch schwer getroffen. Insofern bin ich vom Nachempfinden-können her auf der Seite der Bürgerinitiative. Natürlich gibt es gewisse rechtliche Vorgaben. Ich bin der Meinung, man muss es schaffen, nach Alternativen Ausschau zu halten, so dass es den Einzelnen nicht mehr so drastisch trifft. Da gibt es Möglichkeiten, wer sucht, der findet.

Sie haben die Frage nicht beantwortet: Was würde in der Beschlussvorlage stehen?

Das kann ich aus heutiger Sicht nicht beantworten. Ich muss mich da tiefer einarbeiten. Und ich muss sehen, welche Möglichkeiten sich da eröffnen können. Ich finde, es ist noch zu früh, um solch einen Vorschlag zu machen.

Anliegerbeiträge sind ein Thema im Land, sie werden womöglich noch in dieser Legislaturperiode gestrichen und durch Landesmittel ersetzt. Eine Stadt will die Beitragsrechnungen jetzt auf Eis legen, bis das Land eine Entscheidung getroffen hat. Wenn ein solcher Antrag aus dem Rat oder von den Einwohnern in Schleiden gestellt würde, wie wäre dann Ihre Beschlussvorlage als Bürgermeisterin für den Rat – würden Sie die Bürger ebenfalls schützen, oder würden Sie noch schnell abkassieren?

Also mir kommt es nicht darauf an, schnell abzukassieren. Wenn es realistische Möglichkeiten gibt, diese Gebühren auszusetzen, wenn das eine faktische Lösungsmöglichkeit ist, die realistisch ist, die machbar ist, dann sollte das in jedem Fall versucht werden. Ich würde das sehr gerne prüfen wollen. Ich müsste den ganzen Hintergrund exakt kennen, um das zu beantworten. Diese Informationen liegen mir aktuell aber noch nicht vor. Ich möchte gerne entgegenkommen so viel wie möglich. Solche sehr attraktiven Zusagen kann man nicht einfach aus der hohlen Hand machen, das wäre unglaubwürdig. Als Juristin kann ich nichts zusagen, bevor ich es eingehend geprüft habe.

Eines Ihrer Ziele ist eine bessere Einbindung von Jugendlichen in die Planung von Spielflächen und Jugendtreffs. Welche Pläne sind das und wie wollen Sie die Jugendlichen erreichen?

Jugendliche zu erreichen, ist ja möglich durch eine entsprechende Kommunikation, mit der man neue Wege beschreitet. Über das Internet kann man sie sehr gut erreichen, dazu kann man entsprechende Foren etablieren. Bislang fühlen sich die Jugendlichen eher wenig angesprochen durch die Kommunalpolitik. Man kann auch den persönlichen Kontakt suchen, es gibt ja die Bürgersprechstunde. Das könnte man fokussieren, indem man ausdrücklich die Jugend zu Terminen einlädt. Wenn man nicht mit der Jugend kommuniziert, findet man nicht heraus, was sie sich wünscht oder vorstellt.

Sie wollen den Schulstandort und den jungen Hochschulzweig erhalten und erweitern. Schule kostet vor allem Geld. Da stellen sich gleich zwei Fragen: Mit welchen Kindern und Jugendlichen wollen Sie die Schulen künftig füllen und wer soll das bezahlen?

Der Schulstandort muss sich schon daran orientieren, wie die Anzahl der Schüler hier ist. Jetzt denke ich aber, dass unsere Schulen nicht so schlecht dastehen, dass sie keine Jugendlichen mehr bekommen. Die Schulen müssen zwangsläufig so attraktiv sein, dass die Schüler sie besuchen wollen. Auch die Schulen müssen sich mittlerweile einem gewissen Wettbewerb stellen, sie müssen um Schüler werben. Es bleibt eben nicht aus, dass man für Schule und Hochschule Geld vorhält. Letztlich läuft alles darauf hinaus, dass man die Wirtschaft und den Tourismus hier stärkt, um Gelder zu generieren. Wir müssen einfach wirtschaftlich aktiver werden hier in Schleiden. Mit genügend Geld ist es auch kein Problem, die Schulen entsprechend auszurüsten.

In einem Interview haben Sie gesagt, der Windpark Schöneseiffen sei ein Glücksfall für die Stadt. Ihr Ziel ist der weitere Ausbau der Wind-Industrie. Sind denn die Anwohner in der Nähe dieser Anlagen auch der Meinung? Und: Ist Windenergie die Lösung für die Zukunft?

Also es ist nicht allein die Windenergie, die ich im Auge habe, es geht um erneuerbare Energien. Ob sich ein Ausbau nur der Windanlagen lohnt, ob das sinnvoll ist, das muss ich prüfen. Es ist aber ein Glücksfall gewesen in der Vergangenheit, dass wir das machen konnten. Denn darüber kommt Geld in die Kasse. Das war bei uns Mangelware, deshalb war die Energiewende ein Glücksfall. Es ist aber so, dass sich im Laufe der Zeit gezeigt hat, dass ein Windpark auch Nebenwirkungen hat. Dass es nicht angenehm ist, wenn die Windräder so nah an der Wohnbebauung stehen, dass sie stören. Deshalb steht auf meiner Webseite, dass solche Projekte so gestaltet werden müssen, dass die Interessen der Anwohner gewahrt bleiben. Allerdings ist es eine Möglichkeit, in die Zukunft zu investieren und Geld zu generieren. Deshalb muss man die erneuerbaren Energien im Auge behalten.

Letzte Frage: Wem Ihrer beiden Konkurrenten würden Sie das Bürgermeisteramt am ehesten zutrauen?

Eigentlich kann ich diese Frage nicht beantworten, wer es von diesen beiden Kandidaten besser können sollte, weil ich ja beide Kandidaten nicht genauer persönlich kenne. Ich denke aber, das sollte man. Mit den Informationen anhand dessen, was im Internet und in der Zeitung stand, kann man eine Person nicht genau genug einschätzen für einen Vergleich.

Das wird aber vom Wähler erwartet, dass er eine Entscheidung trifft.…..

Ich kann aber nicht sagen, wem ich es eher zutraue. Es ist ja so, dass ich mich dazu entschlossen habe, jetzt anzutreten, weil ich gesagt habe, ich traue es beiden nicht zu. Wenn einer von beiden es so prima könnte, würde ich jetzt noch nicht kandidieren.

Frau Pütz, wir bedanken uns für das Gespräch.


[Foto: lys]

Ingo Pfennings – persönlich

Herr Pfennings, Sie sind mit 34 Jahren der jüngste Bewerber. Kritiker halten Sie für dieses Amt für zu jung und zu unbeleckt vom Leben – ganz besonders in beruflicher Hinsicht. Wie stehen Sie dazu?

Diese Frage ist mir auch begegnet, ich muss dann immer ein wenig schmunzeln. In der freien Wirtschaft fragt man den Geschäftsführer ja auch nicht, wie alt er ist. Und da ich seit Jahren bereits in Leitungsfunktionen tätig bin, traue ich mir auch die Leitung einer kommunalen Verwaltung durchaus zu. Zudem bringe ich 16 Jahre kommunalpolitische Erfahrung mit. Die Themenfelder sind mir nicht neu; Personalführung ist mir nicht neu. 34 Jahre ist ein ganz normales Alter für mittlere oder höhere Führungspositionen. Deshalb kann ich das Argument nicht ganz verstehen. Zumal immer gesagt wird, dass wir junge Menschen in allen Positionen des Lebens brauchen. Da halte ich es für bedenklich, wenn das Argument bei der Bürgermeisterwahl genutzt wird.

Sie studieren seit März nebenberuflich Marketingmanagement. Wollen Sie das neben dem Bürgermeisteramt fortsetzen?

Das ist ein MBA-Studium, ein Master of Businessadministration. Es ruht aktuell im Wahlkampf. Wenn ich es schaffe, das als Bürgermeister zeitlich gestreckt fortzuführen, dann würde ich das sehr gerne tun. Weiterbildung finde ich sehr wichtig. Das sollte aber in homöopathischen Dosen passieren, damit die Arbeit nicht darunter leidet.

Was sagen Sie den Kritikern, die fürchten, dass Ihr CDU-Parteibuch über allem steht – auch wenn Sie Bürgermeister werden sollten?

Der Bürgermeister muss neutral handeln. Natürlich ist man geprägt, wenn man einer Partei seit Jahren angehört. Ich will meine Heimat CDU innerlich nicht verlieren, trotzdem ist ein Bürgermeister Ansprechpartner für alle Bürgerinnen und Bürger sowie für alle Fraktionen im Stadtrat. Wenn er das nicht ist, hat er seine Funktion nicht verstanden. Ich sehe den Bürgermeister und seine Verwaltung als Dienstleister für die Bevölkerung. Da darf ein Parteibuch kein entscheidendes Kriterium sein.

Ingo Pfennings – politisch

Herr Pfennings, werfen wir einen Blick in die Zukunft im Jahr 2040: Was wird sich in Schleiden womöglich durch Ihr Engagement als Bürgermeister verändert haben?

Schleiden wird 2040 auch durch mein Engagement und durch das vieler Beteiligter ein fluktuierendes Städtchen sein, in dem die Gebietsstreitigkeiten aus der Historie ein Ende gefunden haben. Wir sind ein touristischer Magnet, bieten viele Arbeitsplätze für die Bevölkerung vor Ort, sowie ein gutes Angebot für junge Familien und für Senioren. Und ich hoffe, dass alle, die zu dem Zeitpunkt dort wohnen, froh darüber sind, dass sie dort wohnen.

Sicher haben Sie sich über den Vorgänger im Amt, Udo Meister, informiert. Was hat er in Ihrem Sinn besonders gut gemacht?

Tatsächlich steht es uns Kandidaten nicht zu, die Arbeit unserer Vorgänger zu beurteilen. Ich kann nur wiedergeben, was ich bei Gesprächen im Stadtgebiet gehört habe: Dass Udo Meister ein bürgernaher Bürgermeister war, der viel Positives für die Stadt bewirkt hat. In seine Amtszeit fällt die Ansiedlung des RFH-Standortes (Rheinische Fachhochschule, die Red.). Das ist meiner Meinung nach eine sehr gute Maßnahme. Er hat Ruhe in das Stadtgebiet von Schleiden gebracht und sehr viel Positives bewirkt.

Während seiner Amtszeit ist das Leben in Schleiden teurer geworden: Gewerbesteuer hoch, Grundsteuer hoch, Anliegerbeiträge hoch und vieles mehr. Das Resultat sieht man heute: viele Gewerbeimmobilien stehen leer. Mittlerweile buhlt Simmerath mit seinen günstigeren Konditionen um Einwohner und Gewerbe. Wie wollen Sie als Bürgermeister damit umgehen?

Das ist in der Tat ein zweischneidiges Schwert. Auf der einen Seite ist es so, dass die Grundsteuer B und viele Gebühren teurer geworden sind. Auf der anderen Seite befindet sich aber auf der Homepage der Stadt Schleiden eine Übersicht, die zeigt, dass die Gesamtbelastung für die Bevölkerung von 2010 bis heute nicht signifikant größer geworden, sondern eher gleich geblieben ist, weil bestimmte Bereiche günstiger geworden sind. Dennoch weiß ich, dass die Belastung durch die Grundsteuer B sehr hoch ist. Nachbarkommunen werden in eine ähnliche Richtung des Hebesatzes wie Schleiden gehen. Diese Kommunen würden sonst in einen Nothaushalt abrutschen. Der Rat der Stadt Schleiden hat es mit dieser harten Entscheidung damals geschafft, aus den finanziellen Nöten herauszukommen und einen ausgeglichenen Haushalt zu haben. Trotzdem müssen wir schauen, dass wir dem Bürger jetzt keine weitere Belastung zumuten und dass wir es schaffen, den Gewerbetreibenden vor Ort ein so attraktives Angebot zu machen, dass sie bleiben und dass wir mit kreativen Maßnahmen weitere Unternehmen hinzugewinnen. Die Absenkung aller Gebühren nennt sich ja das Monheimer Prinzip, weil die Stadt damit Gewerbe ansiedeln konnte. Ich denke aber nicht, dass das ein universal einsetzbares Mittel ist.

Die Gewerbesteuer ist in Schleiden höher als für Unternehmer auf der Kö in Düsseldorf. Mit welchen konkreten Maßnahmen wollen Sie dafür sorgen, dass die wieder sinkt?

Das kann der Bürgermeister gar nicht!

Kann er keine Maßnahmen ergreifen, die eine Absenkung ermöglichen?

Generell ist es so, dass der Bürgermeister natürlich nicht die Entscheidungshoheit über die Höhe von Steuern und Gebühren hat. Ich glaube, es gilt, attraktive Angebote zu schaffen und ein direkter Gesprächspartner für die Gewerbetreibenden zu sein. Wir müssen also nicht nur sehen, dass die Unternehmer Steuern zahlen, sondern dass sie dafür auch direkt etwas zurückbekommen in Form von regelmäßigen Gesprächen und Hilfen. Ob das dazu führt, dass man eine Steuer senken kann, wird sich nach und nach zeigen. Nur allein das Absenken der Steuer hält die Arbeitgeber nicht hier.

Wir haben in Schleiden kaum Gewerbeflächen, eine schlechte Verkehrsanbindung und – wenn Sie nur einen Blick in die Dreiborner Straße in Gemünd werfen – sehr viel Leerstand. Wie wollen Sie Unternehmen für diese Stadt begeistern, welche sollen das sein, und haben Sie dafür ein Konzept?

Die Anbindung an das Verkehrsnetz ist wichtig: Wir müssen schauen, dass die Bundesstraße in Richtung Wisskirchen ausgebaut wird in Form einer Umgehungsstraße um Roggendorf herum und wenn möglich auf der gesamten Strecke vierspurig. Hier gilt es, Gespräche mit dem Verkehrsministerium zu führen. Vor drei Wochen konnte ich Verkehrsminister Hendrik Wüst auf einer Veranstaltung zusammen mit Udo Meister darauf ansprechen und habe eine Zusicherung erhalten, dass das ein priorisiertes Thema ist. Wir müssen gucken, dass die Anbindung nach Aachen verbessert wird. Wir müssen gucken, dass das ÖPNV-Angebot verbessert wird. Die Taktung der Linie Hellenthal-Kall muss optimiert werden.
Zum Thema Leerstand gilt es, innovative Konzepte zu nutzen. Wir müssen schauen, dass es einen Mehrwert zusätzlich zur reinen Ladenfläche gibt. Mir schwebt vor, ein örtliches Handelsnetzwerk zu schaffen, über das Bürgerinnen und Bürger auch bei den örtlichen Gewerbetreibenden bestellen können. Ich möchte schauen, dass wir aus dem digitalen Bereich Unternehmen gewinnen können, denen es egal ist, von wo aus sie arbeiten, die nur eine Breitbandverbindung brauchen, die im Stadtgebiet ja vorhanden ist. Ich möchte gucken, dass nicht weitere Gewerbetreibende abwandern. Da wo Leerstand entsteht, sollte die Verwaltung flankierend die Suche unterstützen. Für längeren Leerstand wären vorübergehend innovative Nutzungen denkbar – als Ausstellungsraum für Künstler, oder dass Schulen sie nutzen, um Gemälde der Kinder auszustellen.

Die Gemeindeprüfungsanstalt GPA hat Schleiden zuletzt keine rosige Zukunft in Aussicht gestellt: Bis 2040 soll die Einwohnerzahl in Schleiden um mehr als 20 Prozent sinken; zudem soll etwa um den gleichen Prozentsatz der Anteil der Rentner steigen. Das würde auch bedeuten, dass die horrenden Abwassergebühren auf weniger Schultern verteilt würden. Wie wollen Sie diesen Trend aufhalten?

Die Gemeindeprüfungsanstalt hat mit ihrer Prognose Recht. Deswegen gilt es, jetzt bereits Maßnahmen zu ergreifen, damit der Bevölkerungsschwund und der demographische Prozess gestoppt werden. Das Problem haben wir auch in anderen ländlichen Regionen. Aber ich denke, wenn wir es schaffen, Schleiden attraktiv zu machen für junge Familien, dass wir auch junge Familien ansiedeln und den Trend umkehren können. Genauso müssen wir aber auch heute schon Maßnahmen ergreifen, damit unsere älter werdende Bevölkerung mitgenommen wird. Ich denke da an die Damen und Herren, die ihren Lebensabend verdientermaßen in ihren eigenen vier Wänden verbringen wollen. Wenn man dann an die durch den ÖPNV sehr schlecht angebundenen Ortschaften denkt, bekommen wir massive Probleme. Dafür müssen wir heute schon Lösungen finden, damit wir eine generationsübergreifend gut zusammenlebende Stadt werden können. Hier sollen junge Familien mit Kindern sich genauso wohl fühlen, wie die Senioren.

Derzeit stehen in Schleiden 26 Straßen auf einer Sanierungsliste. Aber insgesamt sind deutlich mehr Straßen im Stadtgebiet marode. Wie wollen Sie einer jungen Familie erklären, dass sie neben dem Darlehen fürs neue Haus auch noch ein Darlehen für die Anlieger-Beiträge schultern soll?

Tatsächlich muss der jungen Familie gesagt werden, dass diese Kosten auf sie zukommen, dass jeder, der ein Haus kauft, vermutlich einmal an den Kosten beteiligt wird. Im zweiten Satz werde ich der jungen Familie aber sagen, dass ich mich dafür einsetzen möchte, dass die meiner Meinung nach ungerechte Regelung landes- oder sogar bundesweit geändert wird. Dass anerkannt wird, dass die Straßen ein Allgemeingut sind und die Kommunen einfach eine Unterstützung seitens des Landes oder des Bundes brauchen, um die Straßen zu ertüchtigen.

Die Bürgerinitiative „Schöne Straßen an leeren Häusern – nein danke!“ in Schleiden bemüht sich um die Abschaffung dieser Anlieger-Beiträge. Im vergangenen Jahr hat die Bürgerinitiative einen Einwohnerantrag mit mehr als 1.200 Stimmen eingebracht. Es ging um die Senkung der Beiträge von 65 auf 50 Prozent. Wie stünden Sie als Bürgermeister dazu, wenn der Antrag im kommenden Jahr wieder gestellt wird?

Der Stadtrat der Stadt Schleiden hat sich bereits zweimal zu diesem Thema positioniert. Einmal bei der Festsetzung und einmal im Sommer dieses Jahres. Ich denke nicht, dass ein Bürgermeister, egal welcher Partei er angehört, jetzt schon wieder das Thema auf den Tisch bringen sollte. Sollte wieder ein Bürgerantrag zulässig eingereicht werden, dann würde ich diesen Antrag regulär behandeln, aber mich persönlich meiner Stimme enthalten. Man sollte akzeptieren, dass die gewählten Vertreter ihre Entscheidung getroffen haben. Man sollte aber parallel forcieren, dass die Volksinitiative des Bundes der Steuerzahler NRW einen erfolgreichen Verlauf nimmt.

Inzwischen sind Anliegerbeiträge landesweit Thema. Sie werden womöglich noch in dieser Legislaturperiode gestrichen und durch Landesmittel ersetzt. Eine Stadt will bereits fällige Beitragsrechnungen auf Eis legen, bis das Land eine Entscheidung getroffen hat. Wenn ein solcher Antrag aus dem Rat oder von den Einwohnern in Schleiden gestellt würde, wie wäre dann Ihre Beschlussvorlage für den Rat – würden Sie die Bürger ebenfalls schützen, oder würden Sie noch schnell abkassieren?

Wahrscheinlich weder das eine noch das andere. Ich würde zuerst meine Verwaltung und einen neutralen Rechtsfachmann prüfen lassen, ob das Vorgehen dieser Stadt mit dem Recht in NRW vereinbar ist. Im Kommunalabgabengesetz Paragraf 8 steht, die Kommune muss veranschlagen, so dass ich da gerne eine rechtsichere Prüfung hätte. Wenn tatsächlich binnen der nächsten Jahre das Gesetz geändert würde, dann kann man im Zweifel auch mal eine Baustelle zurückhalten, sofern dadurch nicht Verkehrssicherungspflichten verletzt würden. Abkassieren der Bürgerinnen und Bürger darf nicht sein.

Sie haben den jungen Wählern in der Stadt einen Brief geschickt, darin sagen Sie, dass Sie die Freizeitangebote erhalten und weiter ausbauen wollen. Was genau wollen Sie erhalten und was ausbauen?

Ich denke, wir müssen gucken, dass Angebote wie Sportstätten, Schwimmbäder, Turnhallen und Jugendtreffs wie das Kolosseum erhalten bleiben. Und andererseits müssen wir auch Angebote schaffen, die sowohl für Touristen als auch für junge Menschen vor Ort attraktiv sind. Ich denke da an einen Kletterpark, an eine Slackline-Möglichkeit, einen Abenteuer-Spielplatz und ähnliches. Das sollte zu dem Gesamtkonzept, das mir im Bereich naturnaher Tourismus vorschwebt, passen und die Jugendlichen im Stadtgebiet auch erfreuen.
Außerdem würde ich sehr gerne mit den Jugendlichen in den Dialog gehen. In regelmäßigen Gesprächen alle zwei bis drei Monate möchte ich tatsächlich nachhören, was den jungen Menschen auf dem Herzen liegt und welche Wünsche sie haben. Es ist wichtig, dass Verwaltung und Bürgermeister nah an den Betreffenden dran ist, weil sonst über sie geredet wird, aber nicht mit ihnen.

Sie finden den Schulstandort wichtig und wollen, dass er mitsamt dem kleinen Hochschulzweig modernisiert und weiter ausgebaut wird. Schule kostet vor allem Geld. Da stellen sich gleich zwei Fragen: Mit welchen Kindern und Jugendlichen wollen Sie die Schulen künftig füllen und wer soll das bezahlen?

Da wir den Trend in der Bevölkerung ja umkehren und mehr junge Menschen im Stadtgebiet haben möchten, sehe ich keine Gefahr für die Eingangsklassen in den Schulen. Was das Bezahlen angeht, das ist einfach die Frage, wer der Träger ist: Große Teile tragen Land und Kreis. Und für innovative Ideen, wie zum Beispiel den 3-D-Drucker, den das Sturmius-Gymnasium mittlerweile hat, da haben wir zum Glück die Bürgerstiftung vor Ort, die Gelder zur Verfügung stellen kann. Und dann werden wir sicher noch den einen oder anderen kreativen Ansatz finden, das Bildungsangebot attraktiver zu gestalten und den Schülern realitätsnahes Lernen zu ermöglichen.

Bad Münstereifel hat sich erfolgreich gegen Windräder gewehrt. Wie stehen Sie zu Wind- und Solar-Industrie hier am Nationalpark?

Teil meines Wahlprogrammes ist Nachhaltigkeit. Mir sagen alle, sie möchten keine Atomkraft haben, die Kohle hat auch ausgedient. Da müssen wir sehen, wo wir unseren Strom herbekommen. Ich habe gelesen, dass Schleiden mittlerweile eine Klima-Plus-Kommune ist, es wird mehr regenerative Energie erzeugt als verbraucht. Ich denke aber im Bereich der Windkraft ist das Potenzial ausgeschöpft, außer den zwei Masten hinter Schöneseiffen Richtung Monschau, die noch kommen können. Einen weiteren Ausbau würde ich nicht anstreben. Ich denke auch, dass bei Ettelscheid die Windkraftanlagen zu nah am Dorf gebaut wurden. Was die Solarenergie angeht, die ist in der Tat interessant, zumal die Landschaft nicht verspargelt wird. Ich denke, wenn wir als ländliche Region nicht Vorreiter in Sachen Nachhaltigkeit sind, und gut mit unserer Umwelt umgehen, wer soll es dann machen?

Herr Pfennings: Wem von Ihren beiden Konkurrenten würden Sie das Bürgermeisteramt am ehesten zutrauen?

Ich kommentieren meine Mitbewerber nicht. Diese Order habe ich tatsächlich sowohl für mein Wahlkampfteam als auch für mich selber ausgegeben. Ich wünsche den beiden viel Glück und finde es gut, dass es Mitbewerber gibt. Das macht den demokratischen Prozess ja erst aus. Wer später ins Amt des Bürgermeisters kommt, das ist die Entscheidung der Bürgerinnen und Bürger, da möchte ich mich gerne raushalten.

Herr Pfennings, wir bedanken uns für das Gespräch. [lys]

26.10.2018PolitikSchleiden5 Kommentare Gast Autor

Bisher 5 Kommentare
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  • Heinz am 27.10.18 um 12:30 (#262)

    Ich wähle die Katze! ;-)

  • Ohje! Das Interview spiegelt wieder, was auch die Podiumsdiskussion gezeigt hat:

    Herr Stadler, der zunächst mein Favorit war, beschränkt sich rein auf einen Antiwahlkampf und prügelt, statt eigene Ideen zu präsentieren, auf andere ein. Und das auch noch ohne sich zu informieren – Udo Meister war meines Wissens nach ein FDP und CDU Bürgermeister.

    Frau Pütz scheint eine nette Dame zu sein, die aber schlicht keine Ahnung von der Materie hat. Uns als Juristin so viele berufliche Stationen zu haben ist – auch in der heutigen Zeit – mehr als nur verwunderlich!

    Da bleibt mir – als eigentlich nicht CDU Wähler – definitiv nur Herr Pfennings über, da er als einziger schon Visionen und Pläne hat und mit vollen Engagement dabei zu sein scheint. Und die Gefahr einer Marionette kann ich bei ihm nun wirklich nicht erkennen, zumal ihn ja mehrere Parteien stützen.

  • Interessantes Interview!

    Leider bin ich nun nicht wirklich schlauer.

    Die Pütz hüpft von einer Arbeitsstelle in die nächste und schafft es noch nichtmal den Kaugummi bei einer Podiumsdiskussion rauszunehmen.

    Der Pfennings hat weder Berufserfahrung und hängt noch immer im Studium.
    Dazu noch das Kind was kommt.
    Und wenn ich mir Bad Münstereifel ansehe und seine Ratsvorschläge dann graut es mir jetzt schon was der mit Schleiden dann macht.

    Beim Stadler wünsch ich mir ein bisschen weniger aggressivität im Wahlkampf und es fehlt ihm an Verwaltungserfahrung.
    Wobei ich ihm wohl zugute halte dass er einfach den Leuten zeigen will was der CDU mann für ein Dampfplauderer ist.
    Die CDU bekleckert sich nun auch nicht wirklich mit Ruhm was Kommentare über Ihn im Wahlkampf auf der Strasse anbelangt. Die Leute merken sich sowas!

    Übrigens, ja Meister war CDU & FDP.
    Die Koalition zwischen CDU und FDP ist dann aber in die Brüche gegangen. Kann ich mir auch mein Teil zu denken wieso.

  • Hallo Herr oder Frau Lehnert,

    dann haben Sie aber eine andere Podiumsdiskussion als ich gesehen.

    Frau Pütz hat sich leider immer nur in Floskeln (das muss ich prüfen / das weiß ich nicht) verflüchtigt und von ihren gefühlten 20 bisherigen Jobs berichtet, da sind wir einer Meinung.

    Aber der Dampfplauderer des Abends war wohl eher Herr Stadler (das spiegelt ja auch das Interview wieder). Statt auch nur einen eigenen Inhalt zu präsentieren, hat er doch nur auf das vorher Gesagte eingedroschen. Und dann noch diese vollkommen blamable Aussage zur NET, die er direkt nach der Veranstaltung schon wieder zurück genommen hat. Disqualifiziert hat er sich dann bei mir endgültig mit seinen Aussagen über Herrn Pfennings, die er mir gegenüber vorm REWE getätigt hat („ein Familienvater hat doch keine Zeit für ein Bürgermeisteramt“ und „ein Student als Bürgermeister – wie peinlich“) – wieder ohne mit eigenen Inhalten für sich zu werben.

  • Teil 2: Wenn man dann betrachtet, dass er wohl nicht mal einen Berufsabschluss hat und „Führungskraft“ bei einem Unternehmen war, dass für das Verschleißen seiner Mitarbeiter bekannt ist (https://www.kununu.com/de/gamigo1) sage ich mal, Hut ab!

    Was die Berufserfahrung von Herrn Pfennings angeht, die hat er doch klar kommuniziert? Da kann man sich – gerade bei seinem Alter – wohl kaum beschweren. Und ich finde es positiv, wenn sich jemand nebenher noch fortbilden möchte. Und wir wollen alle Kinder aber dann soll einer als werdender Vater nicht geeignet sein??? Also bitte!

    Wir müssen uns einfach entscheiden, was wir für unsere Region wollen – 7 Jahre Stillstand oder 7 Jahre Fortschritt? Das ich mal als SPD-Stammwähler positiv über einen Schwarzen schreibe hätte ich auch nicht gedacht aber bei letzterem bleibt uns nur Pfennings! Ein ziemlich deutliches Indiz dafür ist ja auch, dass sich 5 Parteien 3 Kandidaten anschauen und 2 davon bei keiner Partei Unterstützung gefunden haben.

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