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Wildkatze im Unterholz.[Foto: Harry Neumann]

Expertentreffen zur Wildkatze

Umland: Anfang September fand das Erste Wildkatzensymposium der Naturschutzinitiative e.V. (NI) in Bad Marienberg im Dreiländereck Nordrhein-Westfalen, Hessen und Rheinland-Pfalz statt.

Zu den circa 90 Teilnehmern von Stuttgart bis Kiel gehörten neben zahlreichen Naturschützern auch Vertreter verschiedener Institutionen, den Landesämtern aus den drei Bundesländern, Forstverwaltungen und Forstverbände, Naturschutzverbände und Umwelt-Stiftungen.

Die Wildkatze, das Thema des Symposions, ist immer noch nur auf einem geringen Teil ihres ursprünglichen Verbreitungsgebietes heimisch. Nachdem sie zwischenzeitlich fast ausgestorben war, leben heute wieder einige Tausend Tiere in den deutschen Mittelgebirgsregionen. Dieser positive Trend muss durch eine Minimierung von Beeinträchtigungen weiterhin unterstützt werden, so dass ehemalige Lebensräume dauerhaft wieder besiedelt werden können. Zu beachten ist dabei eine sehr geringen Reproduktionsrate. Nur mit Glück erreicht einer von vier geborenen Welpen das Erwachsenenalter. Damit ist die Wildkatze weiterhin auf Schutz- und Fördermaßnahmen angewiesen.

Acht Dipl.-Biologen und Naturwissenschaftler referierten zu unterschiedlichen Themen und gaben den aktuellen wissenschaftlichen Stand der Wildkatzenforschung in Deutschland wieder. Die Lebenserwartung von Wildkatzen, Erkenntnisse zur Raumnutzung und Revierverhalten, aber auch der Schutz der scheuen Jäger waren Themen der Vorträge. Das dreijährige Forschungsvorhaben der Deutschen Wildtierstiftung, und neue Erkenntnisse über die Genetik aus einem Forschungsprojekt des Senkenberg Institutes zur Wildkatze wurden ausführlich behandelt. Olaf Simon referierte über die Bedeutung des Totfundmonitorings und die Berichtspflicht des Bundes-Umweltministeriums an die Europäische Kommission.

Harry Neumann, Vorsitzender der Naturschutzinitiative e.V. (NI) kritisierte, dass das Umweltministerium von Rheinland-Pfalz seiner Verantwortung bei der Wildkatze als streng geschützte- und FFH-Art nicht ausreichend nachkomme. Es sei vollkommen unverständlich, dass das durch die Deutsche Wildtier Stiftung im Rahmen des Forschungsprojektes angebotene „Totfundmonitoring“ nicht genehmigt worden war. Mit dieser Kostenübernahme durch die Stiftung wären über zwei Jahre die Bergung und die wissenschaftliche Aufbereitung der Totfunde in sieben Landkreisen für das Land Rheinland-Pfalz kostenfrei möglich gewesen.

Das sogenannte „Totfundmonitoring“ ermöglicht es, anhand sämtlicher untersuchter Totfunde (zu erwarten sind überwiegend Straßenverkehrsopfer), Rückschlüsse zur Verbreitung der Art, zur Nahrung und zum Zustand der Population zu treffen. Für die Sicherung von Wildkatzen-Totfunden ist es nötig, ein effektives Melde-, Lager- und Transfersystem in den Untersuchungsgebieten zu organisieren.

Dieses „Totfundmonitoring sei für die verpflichtenden Berichte an die Europäische Kommission sehr wichtig und hätte bereits im Januar 2017 beginnen können.

Wir verstehen nicht, warum die Landesregierung dieses Angebot ausgeschlagen hat und wie sie bisher ihrer Berichtspflicht an die Europäische Union ohne diese wichtigen Daten nachgekommen ist,

betonte Harry Neumann, Bundes- und Landesvorsitzender der Naturschutzinitiative e.V. (NI).

Zuvor bei EIFELON:
Wildkatzensymposium: Auf weichen Pfoten durch den Wald

15.9.2017Land & LeuteUmland0 Kommentare cpm

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