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Mit riesigen Teleskopen beobachet Harald Bardenhagen am Wochenende den Sternschnuppen-Regen. [Foto: Medienzentrum des Kreises Euskirchen]

Astronomie-Werkstatt „Sterne ohne Grenzen“

Schleiden, Vogelsang: Mit sieben Jahren sammelte er Zeitungsartikel zum Thema Sternenkunde und beklebte damit die Kellerwände im Haus seiner Eltern… Im Alter von 15 Jahren fieberte er mit den Helden der „Raumpatrouille Orion“ und baute sich aus alten Brillengläsern erste Fernrohre… 40 Jahre später – im Februar 2014 – ging für Harald Bardenhagen ein Kindheitstraum in Erfüllung. Im Nationalpark Eifel eröffnete er seine eigene Sternwarte: Die Astronomie-Werkstatt „Sterne ohne Grenzen“.

„Die Astronomie begleitet mich mein ganzes Leben“, erzählt der passionierte Sternengucker, der bis vor wenigen Jahren als Systemberater eines weltweiten Computerkonzerns tätig war. Mit der Erkenntnis „Es gibt mehr als Bits und Bites“ hängte er 2009 den Job an den Nagel und machte sein Hobby zum Beruf: „Ich wollte astronomische Bildungsarbeit leisten.“ Nach intensiver Standortprüfung fand der Kölner auf dem Gelände von Burg Vogelsang den geeigneten Platz für seine geplante Sternwarte. Doch für ihn war klar: „Ich mache das nur, wenn sichergestellt ist, dass sich die Lichtverschmutzung hier nicht steigert.“ Denn je mehr künstliches Licht in den Nachthimmel abgegeben wird, umso schlechter sind die Gestirne zu beobachten.

Bei den Standortentwicklern der Vogelsang ip fand er tatkräftige Unterstützung, indem auf dem Gelände nur Lampen montiert wurden, die das Licht punktgenau abgeben und nicht in den Himmel abstrahlen. Auch die Städte Heimbach und Schleiden arbeiten aktiv an dem Projekt „Sternenpark“ mit, um den „Lichtsmog“ in der Region so gering wie möglich zu halten.

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In manchen Nächten ist die Milchstraße mit bloßem Auge zu erkennen. [Foto: Harald Bardenhagen]

„Der Nationalpark ist nicht nur am Tag ein einzigartiges Schutzgebiet“, schwärmt der Astronom. „Sobald die Sonne untergegangenen ist, bietet sich am nächtlichen Sternenhimmel ein beeindruckendes Naturschauspiel.“ Über dem Nationalpark – fernab jeder künstlichen Beleuchtung – strahlen dann die Sterne um die Wette und in manchen Nächten ist die Milchstraße mit bloßem Auge zu erkennen, denn auf Grund der dünnen Besiedlung besteht in der Eifel nur eine geringe „Lichtverschmutzung“. Von der International Dark-Sky Association (IDA) erhielt der Nationalpark Eifel deshalb die Zertifizierung zum Sternenpark.

Diesen unverfälschten Blick in den Sternenhimmel bringt Harald Bardenhagen den nächtlichen Besuchern nahe. Die Fernrohre und Teleskope seiner Sternwarte hat er momentan noch in einem Container auf dem Vogelsanggelände untergebracht. Die riesigen Geräte sind auf Rollen montiert, damit sie – je nach Jahreszeit – in die günstigste Position gebracht werden können. Die Blickrichtung ist somit vorgegeben und wo das große Fernrohr hinguckt, gibt es auch mit dem eigenen Feldstecher einiges zu entdecken. Beim Anblick der unzähligen Sterne bekomme man ‚philiosophische Gedanken‘, sinniert Bardenhagen. „Selbst ich noch – nach so vielen Jahren.“ Und wer während der zweistündigen Veranstaltung genau hinschaue, sehe garantiert eine Sternschnuppe. „Das ist dann der „Wow“-Effekt“, die persönliche Connection zum Himmel.“

Damit sich die Nachtschwärmer in dem „Gewusel von Lichtpunkten“ am Himmel auskennen, stellt Harald Bardenhagen zu Beginn jeder ‚Sternenwanderung‘ die markantesten Sternbilder vor. „Den Großen Wagen kennt fast jeder“, weiß er aus Erfahrung und mit einfachen Tricks gibt er seinen Gästen einen Schlüssel an die Hand, um auch die anderen Sternbilder zu entdecken. „Man muss nur eine Sternlinie zu einem anderen Himmelskörper verlagern, dann wird es ganz einfach, die prägnanten, geometrischen Figuren wiederzuerkennen.“

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Harald Bardenhagen (r.) machte astronomische Bildungsarbeit zu seinem Beruf.

Vor jeder Sternenbeobachtung verfolgt Bardenhagen ganz genau die Wettervorhersagen und im Notfall muss eine bereits gebuchte Veranstaltung kurzfristig per Mail oder SMS abgesagt werden: „Wenn Wolken da sind, helfen auch die größten Teleskope nichts“, erklärt der 57-Jährige, der an einer australischen Universität in Melbourne mittlerweile den ersten Teil seines Online-Studiums in Astronomie erfolgreich abgeschlossen hat. Eins hat der Sternen-Fan in all den Jahren seiner Himmelsbeobachtung erfahren: „Egal, ob im Iran oder in Afrika, sobald ich mein Fernrohr auspacke, komme ich mit den Menschen ins Gespräch, denn der Blick in den nächtlichen Sternenhimmel löst überall auf der Welt Freude und Faszination aus. Der Sternenhimmel gehört uns schließlich allen zusammen.“

Nähere Informationen zu der Astronomie-Werkstatt unter www.sterne-ohne-grenzen.de.

Touristische Angebote mit wohlklingenden Namen wie „Sonne, Mond und Sterne“, „Venus, Mars und Jupiter“ oder „Milchstraße“ finden sich unter www.sternenpark-nationalpark-eifel.de.

 

21.5.2015NaturSchleiden, Vogelsang0 Kommentare bwp

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