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Ingrid und Theo Frings im Tomatenparadies. [Foto: bwp]

Ein Paradies für Feinschmecker

Mechernich, Floisdorf: Als ich den kühlen Lagerraum betrete, traue ich meinen Augen kaum: Tomaten, wohin der Blick auch schweift. Knackig rote Tomaten – kaum größer als eine Kirsche. In der Holzsteige daneben locken längliche gelbe Exemplare, daneben fast auberginefarbene Arten… Manche winzig klein, andere Sorten handtellergroß.

Bereits seit 2012 hat sich das Ehepaar Frings aus Floisdorf auf den Tomaten-, Gemüse und Kräuteranbau spezialisiert. „Im ersten Jahr hatten wir 28 alte Sorten“, blickt Theo Frings (56) zurück. Mittlerweile sprießen 35 unterschiedliche Arten in den zahlreichen Gewächshäusern. Von Mitte Mai bis Anfang November heißt es deshalb für Ingrid und Theo Frings wässern, pflegen, ernten.

Wir sind in der glücklichen Lage, dass die Vertreter uns sofort informieren, wenn es neue, alte Sorten wieder auf dem Markt gibt,

freut sich Frings.

Der Bummel durch die Gewächshäuser gleicht einem Ausflug in den Dschungel: Feucht-warmes Klima… die üppigen Stauden strotzen vor Kraft. Hier blühen einige Pflanzen, dort hängen sie bereits voller Früchte. Ein paar Tage Sonne noch, dann sind auch sie erntereif. Eben erst wurden die reifen Tomaten abgeerntet und in hölzern Steigen gelagert. Im Innenhof des zertifizierten Bio-Bauers wartet ein Großhändler bereits auf die pflückfrische Ware, um Supermärkte, Feinkostläden und Top-Restaurants der Region mit Tomaten „100 Prozent made in Eifel“ zu beliefern.

Tonkugeln mit effektiven Mikroorganismen sollen das Wachstum stärken. [Foto: bwp]

Eins macht mich stutzig: Über den Pflanzen baumeln tönerne Kugeln – größer als Christbaumschmuck. Gehören die zum Bewässerungssystem, frage ich mich. „Nein“, erklärt Frings. Diese eigens getöpferten Kugeln seien mit EM versetzt. EM? „Effektive Mikroorganismen“, wird mir erklärt. Dadurch verbessere sich das gesamte Wachstum. „Letztes Jahr war es allerdings zu heiß“, meint Theo Frings. Da hätten sie etwa 30 Prozent Ernteeinbuße gehabt. „Bei solchen Temperaturen fahren die Pflanzen auf Sparmodus“. Das bedeutet, dass die Ernte nicht ihr gesamtes Geschmackspotential und Farbenspiel entwickeln kann.

Tomaten, Tomaten, Tomaten… soweit das Auge blickt. [Foto: bwp]

„Früher haben wir unsere Tomaten bereits fertig abgepackt angeliefert“, erzählt Theo Frings, „in Plastik-Eimerchen“. Mittlerweile fahren sie eine andere Strategie: In offenen, umweltfreundlichen Pappkartons wird die Ware in den Märkten angeboten. „So kann sich jeder seine Lieblingsmischung selber zusammenstellen. Probieren Sie doch auch mal.“

Ich angele mir einige exotisch anmutende Tomaten heraus und fühle mich an meine Kindheit erinnert, in der Tomaten noch wie Tomaten dufteten und schmeckten. „Sind die denn schon reif?“, frage ich zögerlich mit Blick auf das Regal mit den länglich-grünen Exemplaren. Das Ehepaar Frings schmunzelt verschmitzt und nickt. Tatsache. Sie schmecken köstlich, haben Biss. Auch ohne Salz und Pfeffer, ohne Mozzarella, Basilikum oder Salatdressing. „Der mineralhaltige Boden, die Eifeler Erde macht’s“, versichern die Bio-Landwirte.

Viele verschiedene Mangold-Arten reifen vor dem Physalis-Treibhaus. [Foto: bwp]

Wer meint, meine Gaumenreise sei nun zu Ende, irrt gewaltig. Im Treibhaus gleich nebenan lockt ein weiteres Geschmacksabenteuer. Mangold in sämtlichen Sorten ist auf dem Weg dorthin zu entdecken. „Die Landgurken ärgern uns aber dieses Jahr. Sie wollen einfach nicht wachsen“, meint das Ehepaar mit Blick auf das Gurkenbeet, während wir zum nächsten Gewächshaus streifen.

In Reih und Glied reifen die vitaminreichen Physalis. [Foto: bwp]

Hier stockt mir bei den dort herrschenden Temperaturen auch zunächst einmal der Atem, aber dann bleibt nur Staunen: Beete über Beete voller Physalis-Pflanzen. „Zwei dieser Früchte reichen aus, um den Vitamin-C-Bedarf eines Tages zu decken.“ Rappelvoll stapeln sich die Steigen im Treibhaus. Neugierig schäle ich einige kleine Früchte aus ihrer sonnenwarmen papyrusartigen Hülle. Klein, aber fein, denn  bereits beim ersten Biss in die exotische ‚Andenbeere‘ entwickelt sich ein süßes Ananas-Aroma…

Wussten Sie eigentlich, dass im österreichischen Sprachraum Tomaten als „Paradeiser“, als „Paradiesäpfel“, tituliert werden? Kein Wunder also, dass kürzlich Johann Lafer nach Floisdorf kam, um die Eifeler Köstlichkeiten zu kosten. „Wir beliefern inzwischen auch die Spitzengastronomie im Rheinland“, erzählt das Ehepaar Frings so fast nebenbei – liebenswert und landverbunden.

Wer selbst einmal genussvoll über den Bio-Hof streifen möchte, kann sich telefonisch unter 02443 – 911063 (mobil: 0172 – 2068324) mit Ingrid und Theo Frings in Verbindung setzen. Schriftliche Anfragen sind unter möglich.

2.8.2019NaturMechernich, Floisdorf0 Kommentare bwp

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