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Schon gespannt auf die nackten Energiewendefakten für August? [Tab.: Rolf Schuster]

Energiewende kostet Stromkunden 1,68 Milliarden Euro im August

Umland: Eine Demokratie lebt von der freien Meinung und von Menschen, die ihre Meinungen miteinander austauschen. Wer sich eine fundierte Meinung bilden möchte, muss die Chance haben, sich über beide Seiten einer Sache offen und frei schlau zu machen. Nur dann kann er etwa auch bei Umfragen die Fragen zum jeweiligen Thema nach bestem Wissen beantworten. Das ist vor allem wichtig, weil Umfrageergebnisse von Politikern mit dazu benutzt werden, ihre politischen Ziele durchzusetzen.

Über die Energiewende wird medial viel geschrieben und gesprochen. Nach dem subjektiven Eindruck von EIFELON wird viel über die Erneuerbaren schön geredet. Die kritischen Stimmen, die auf Gefahren für Mensch, Tier und Umwelt etwa durch Windräder hinweisen, werden jedoch oftmals nicht beachtet, wenn nicht gar diffamiert. Das sind aber Stimmen, die für eine lebendige Demokratie wichtig sind. Stimmen, denen EIFELON im lauten Medienrummel Gehör verschafft.

Jeden Monat, so hatten wir es Ihnen angekündigt, liebe Leser, teilen wir mit Ihnen die aktuellen Zahlen unseres Datensammlers Rolf Schuster zur Energiewende. Damit Sie sich ein möglichst vollständiges Bild insbesondere über die Versorgungssicherheit und die Kosten von Wind- und Solarstrom machen können.

Zur Erinnerung für die Neueinsteiger: Die Industrie und die Haushalte in Deutschland verbrauchen derzeit ungefähr eine Spitzenleistung von 70.000 bis 80.000 Megawatt (70 bis 80 Gigawatt) Strom. Dies entspricht einem mittleren Tagesenergieverbrauch von 1,5 Terawattstunden (1,5 Milliarden Kilowattstunden) aus dem öffentlichen Netz. Bis zum Start der Energiewende hatten wir einen zuverlässigen und im Vergleich zu heute kostengünstigen Energiemix aus Kohle-, Atom- und Gaskraftwerken für die Stromversorgung.

Wie eine solide Grundversorgung mit Strom etwa durch Atom- oder Kohlekraftwerke aussieht, haben wir Ihnen bereits in der Juli-Kolumne gezeigt. Wer möchte, kann dies unter juli-2019-energiewende-verursacht-volkswirtschaftlichen-schaden-von-18-milliarden-euro nochmals nachlesen.

Im Juli 2019 verbuchten die Erneuerbaren aus Wind und Strom einen volkswirtschaftlichen Schaden von 1,8 Milliarden Euro. (Datenquelle: EEX-Leipzig). Zuviel erzeugter und durch die Stromkunden vorher subventionierter Windstrom musste – mangels Nachfrage – an das Ausland verschenkt werden. Wie sehen nun die Zahlen zur geförderten Wind- und Solarstromerzeugung für den Monat August aus?

Sie machen wieder einmal deutlich, dass volkswirtschaftlich nicht unbedingt ein Plus herauskommt, wenn der Wind gut bläst und die Windräder viel Strom einspeisen. Der Knackpunkt ist, dass der Wind genau dann über den Windrädern blasen muss, wenn zu dem Zeitpunkt Strom benötigt wird und zwar haar- und punktgenau. Drehen sich die Mühlen zu wenig und erzeugen zu wenig Strom, gehen die Lichter aus, wenn Atom- und Kohlekraftwerke nicht mehr einspringen werden. Was bedeutet ein Ausfall bei der stromabhängigen Industrie? Ist ein Hochhofen der Stahlindustrie einmal erkaltet, ist er schrottreif. Wird dieser Unternehmer jemals noch einen neuen in Deutschland bauen? Fragezeichen! Politiker und Nichtregierungsorganisationen, die Deutschland am besten gestern schon deindustrialiseren wollten, klatschen dann in die Hände. Klatschen Sie mit?

Drehen sich die Windmühlen jedoch zu stark und erzeugen zu einem bestimmten Zeitpunkt einen Überschuss an Strom, verscherbeln wir ihn ans Ausland, damit unser Netz nicht zusammenbricht. Denn der Strom aus Windrad- und Solaranlagen lässt sich weder großtechnisch noch wirtschaftlich bezahlbar speichern. Die EEG-Umlage zahlt der Stromkunde dennoch. Und so zeigt die folgende Tabelle, dass die Stromkunden im August die Netzbetreiber mit zwei Milliarden Euro EEG-Umlage subventioniert haben, der Strom aus Windenergie- und Solaranlagen an der Strombörse tatsächlich aber nur 317 Millionen Euro wert war. Der volkswirtschaftliche Schaden: 1,68 Milliarden Euro (Datenquelle: EEX-Leipzig).

Was wir im August täglich durch die EEG-Umlage zu viel für den eigentlichen Stromwert bezahlt haben, zeigt die rote Fläche in der folgenden Grafik. Grün steht für die Tageswerte der EEG-Umlage und blau für die Tageswerte des tatsächlichen Preises für Strom aus Windenergie- und Solaranlagen an der Leipziger Strombörse.

Insbesondere am Samstag, 10. August, und Sonntag, 11. August, mussten wir viel Strom exportieren. Dadurch rutschte der Einspeisewert von Wind- und Solaranlagen noch stärker ins Negative, als er es bereits an allen anderen Augusttagen tat.

Die folgende Grafik verrät den Grund: Der Wind blies stark und trieb die Windräder kräftig an (blau). Die Solaranlagen lieferten ebenfalls Strom (gelb). Stromgesamtverbrauch: braun. Die rote Linie zeigt die installierte Leistung, also den Stromertrag, der theoretisch möglich ist, wenn Wind- und Solaranlagen zu 100 Prozent ausgelastet wären.
Da auch noch Strom aus konventionellen Kraftwerken (gedrosselt) erzeugt wurde, den wir für eine zuverlässige Grundlastversorgung mit einer stabilen Netzfrequenz von 50 Hertz brauchen, war an besagtem Wochenende nochmal mehr Strom auf dem Markt als an den anderen Tagen. Das verursachte die negativen Preise und führte zu Exporten.

Die folgende Tabelle zeigt die installierte Nennleistung (NL) für Strom aus Windanlagen, gesplittet nach Anlagen an Land und zu See. Die installierte Nennleistung von 59.551 MW wird zu keinem Zeitpunkt erreicht. Die minimale Einspeiseleistung liegt bei unter einem Prozent. Der Mittelwert kommt im August nur auf magere 13,4 Prozent (7.999 MW) der Nennleistung.

 

Die folgende Tabelle zeigt detailliert, wieviel Stunden zu wieviel Prozent der Nennleistung sich die Windräder im August gedreht haben und wie groß dabei der Anteil an deren erzeugter Gesamtenergie von 5.950 GWh war. Nur an 744 der 5.208 Auguststunden haben die rund 30.000 Windanlagen Strom produziert. Wohl gemerkt: Dieser Strom betrug davon an 677 Stunden nur bis zu 30 Prozent der installierten Nennleistung.

Interessant sind auch die Zahlen für Strom aus Solaranlagen. Auf dem Papier liest sich die installierte Nennleistung von 48.385 MW super. In Wirklichkeit erreichen die Solaranlagen selbst im Sommersonnenmonat August gemittelt nur 14,7 Prozent (7.096 MW) dieser installierten Nennleistung:

Würde man die Stromkunden noch mehr zur Kasse bitten, indem die Bundesregierung weitere Windräder befürwortet, würden die Windrad- und Solaranlagen trotzdem keinen zuverlässigen, zu jeder Millisekunde verfügbaren Strom liefern, wie folgende Simulation zeigt: Auch die dreifache Menge an Solar- und Windenergieanlagen (gelb) würde am Verbrauch (braun) vorbei Strom produzieren (blau: Verdreifachung der Windenergieanlagen). Auch mit der dreifachen Menge an Wind und Solarstrom müssten wir weiter die großen Versorgungslücken mit konventionellen Kraftwerken decken oder den Strom bei den europäischen Nachbarn mit den Atom- und Kohlekraftwerken einkaufen.

Die Leser der Juli-Kolumne ((juli-2019-energiewende-verursacht-volkswirtschaftlichen-schaden-von-18-milliarden-euro)) wissen es bereits: Eine Nord-Süd-Trasse rettet die Situation nicht, weil die Hoch- und Tiefdruckgebiete größer als Deutschland sind. Außerdem müsste man dann vorsorglich in Norddeutschland und Süddeutschland die Anzahl der Anlagen verdoppeln für den Fall, dass ein Gebiet nicht nur sich selbst, sondern auch gleichzeitig das andere Gebiet mit versorgen müsste. Wo diese Anlagen stehen sollten in der dicht besiedelten Bundesrepublik, darüber hat anscheinend noch niemand nachgedacht.

Die Frage ist, ob wir weitere Milliarden Euros, für die wir hart gearbeitet haben, „verschleudern“ wollen, oder ob wir in Dämme, Landwirtschaft und andere Bereiche investieren wollen, um uns dem Klimawandel anzupassen. Denn so das aktuelle Jahresgutachten des Sachverständigenrat zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung: „Im Jahr 2016 war Deutschland für 2,3 % der weltweiten CO2 -Emissionen verantwortlich, die Europäische Union (EU) für 10,5 %. (…). Selbst wenn es gelänge, die Emissionen Deutschlands und der EU auf null zu senken, könnte dies somit global nur einen kleinen Beitrag leisten und den Klimawandel nicht aufhalten.“

Vielleicht tritt in naher Zukunft ein cleveres Schulkind ins Rampenlicht, fit in Mathematik, Physik und Chemie. Es bräuchte keine Strippenzieher hinter sich und auch keine Organisation, die Spendengelder kassieren will. Es könnte selbstbestimmt den Erwachsenen sagen, besser auf die statistischen Fakten zu hören.
Dieses Kind müsste allerdings bald in Erscheinung treten, da inzwischen schon unsere Kleinsten auf grünen Kurs getrimmt werden. So laden aktuell Erzieherinnen eines Kindergartens in Hessen ihre Schützlinge samt Eltern ein, beim globalen Klimastreik in einem Nachbarort mit zu demonstrieren. Im Vorfeld wollen die Erzieherinnen die Kleinen für das Thema Klimaschutz sensibilisieren. Außerdem können die Eltern Fridays for Future-Stoffbändchen aus zertifizierter Bio-Baumwolle mit Holzverschluss für sich und den grünen Nachwuchs kaufen. Es gibt Menschen, die diese Aktion als eine tolle Sache empfinden. Kinder haben so die Chance, einem Mädchen nachzueifern, das ihnen mit „Ihr werdet alle verbrennen“ Angst einflößt. Andere sprechen von missbrauchten Kinder, weil sie in jungen Jahren schon indoktriniert werden. Was denken Sie?

Den vollständigen Datensatz für August 2019 von Rolf Schuster finden Sie hier:

2019-09-01_Aug_2019_Energiewende_Rolf Schuster

Weitere Links zum Thema auf EIFELON:

Neue VGB Studie: Windstrom nicht zuverlässig

Rolf Schuster: „Die Physik des Stromnetzes lässt sich politisch nicht regulieren“

Professor Alt im EIFELON-Gespräch: „Erneuerbare Energien bieten keine Versorgungssicherheit“

6.9.2019WirtschaftUmland0 Kommentare js

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