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NRWs Energiezukunft auf Wind gebaut? [Foto: H.R. Hugo]

ZwEifler: Landesentwicklungsplan beschlossen und weiter?

Umland: Der nordrhein-westfälische Landtag hat am Freitag, dem 12. Juli 2019, den neuen Landesentwicklungsplan (LEP) für Nordrhein-Westfalen mit den Stimmen der Koalition beschlossen. Es war eine schwere und vor allem langwierige „Geburt“. Vor allem ein höherer Abstand der Windräder von 1.500 Metern zur Wohnbebauung führte zu wilden Attacken der Windlobby und ihrer Unterstützer.

Dabei ist an windreichen Tagen bereits heute zu viel Strom im Netz und muss zuerst teuer von den Verbrauchern bezahlt, und anschließend an das Ausland verschenkt werden. Immer mehr und größere Windanlagen mit immer höherer Leistung können nicht das liefern, was wir benötigen: Ein stabiles Netz mit exakt so viel Strom, wie zu dem jeweiligen Zeitpunkt nachgefragt wird. Dafür sind weiterhin die großen Generatoren der Kohle- und Kernkraftwerke zuständig.

Bis jetzt… Und was soll sein, nachdem Kohle und Atomkraftwerke vom Netz sind?

Wenn man erkennt, dass man sich geirrt hat, ein Plan nicht aufgeht, ist es sinnvoll, zurückzurudern und nicht verbissen dem bisher verschwendeten Geld der Bürger immer noch mehr Geld hinterherzuwerfen.

Warum dann der Wirtschafts- und Energieminister Pinkwart noch vor drei Tagen erklärt, er wolle den Stromanteil aus Erneuerbaren bis 2030  verdoppeln und den Strom zu zwei Drittel klimaneutral in NRW erzeugen, ist logisch nicht so ganz nachvollziehbar. Der Industriestandort NRW benötigt zuverlässige Energieversorgung, aber genau das können die Erneuerbaren nicht leisten. Künftig also Feierschicht im Aluminiumwerk, jedes mal, wenn der Wind nicht weht?

Gaskraftwerke sollen die Kohlekraftwerke nach Ministervorstellung ersetzen. Dazu gibt es aber keine P2G (Power2Gas) Produktion, die eine klimaneutrale Versorgung mit CO2 frei produziertem Gas aus wind-elektrisch gewonnenen Wasserstoff ermöglichen würde. Es gibt nicht einmal die entsprechenden Pilotanlagen, geschweige denn Anlagen, die im großtechnischen Maßstab dieses Gas erzeugen könnten. Abgesehen davon, dass es mit den bisherigen Vergütungen für Wind- und Solarstrom unbezahlbar teuer würde.

Bleibt noch ein Problem mit der Fernwärmeversorgung, die heute von den Kohlekraftwerken aus der entstehenden Abwärme mitgeliefert wird. Wie sollen Wind- und Solaranlagen diesen Bereich versorgen? Vermutlich gar nicht, dann aber müssten die angedachten Gaskraftwerk auch wieder rund um die Uhr laufen, um die Fernwärmeversorgung neben der Netzstabilität aufrecht zu erhalten. Das alles ist keine Planung, die man – wenn überhaupt – in zwei oder drei Legislaturperioden erreichen kann.

Es ist richtig, die Abstände zwischen Wohnbebauung und Windanlagen zu vergrößern, leiden doch die Bewohner der dicht mit Windspargeln zugestellten Regionen heute bereits unter Lärm und Schattenwurf. Die Anlagen werden immer höher, immer leistungsstärker und belasten damit immer stärker die Lebensqualität der Menschen auf dem Land. Allerdings ist es dann unverständlich, warum der neue LEP beim Repowering diese größeren Abstände nicht ebenfalls vorsieht. Gerade dort, wo heute die kleinen Anlagen nahe an die Wohnbebauung heranreichen, soll also weiterhin der Höhenwildwuchs gedeihen?

Wer bereits einen Windpark in 600 Metern Entfernung vor der Nase hat, soll nun mit doppelt und dreimal so hohen Rädern um seine Nachtruhe gebracht werden? Irgendwie verstößt das nach meinem Rechtsempfinden gegen den Gleichheitsgrundsatz. Vielleicht sollte man auch rund um die Großstädte einen Ring aus Windrädern planen, damit die Klimabewegten ein entsprechendes Naheverhältnis zu ihrer Stromversorgung bekommen…

Ist der neue LEP geeignet, die Erneuerbaren nun aus der Subventionshängematte zu holen und im Wettbewerb gegen andere Energieerzeugungsarten bestehen zu lassen? Eher nicht, wenn man sich das Schicksal der nicht mehr subventionierten Räder nach zwanzig Jahren Laufzeit so ansieht: Windstrom kann auf dem Markt ohne Subvention nicht bestehen. Der normale Strompreis an der Strombörse reicht nicht aus, die Windmaschinen kostendeckend zu betreiben. Also muss weiter subventioniert werden. Um die Gewinnmargen zu steigern, werden die Räder größer und die Leistung nimmt bis zum Dreifachen zu.

Dabei sollte sich doch endlich bis zu den politisch Verantwortlichen herumgesprochen haben, dass bei Flaute auch ein dreimal größeres Windrad null Strom ins Netz einspeist. Womit wir wieder bei der mangelnden Versorgungssicherheit wären. Wie gut, dass man dann den Bürgern die Rute vom nahen Klima-Weltuntergang ins Fenster stellen kann… Die Bürger zahlen seufzend einen ungerechtfertigt hohen Strompreis, um ihren CO2-Abdruck zu kompensieren. Gut, dass es den modernen Ablasshandel EEG gibt…

Was hätte man alles Gutes für unsere Gesellschaft bewirken können mit den hunderten von Milliarden Euros, die bisher in den Wind geschossen wurden? Aber wer so etwas denkt, ist ein Ketzer am hehren Gut der Welterrettung… es tröstet ein wenig, dass wissenschaftliche Erkenntnis nicht von Mehrheitsentscheidungen abhängig ist.

Eine „Entfesselung der Windenergie“, wie sie unser Energieminister propagiert, wird nichts an der Notwendigkeit eines geregelten Stromeintrags in das Netz ändern. Im Gegenteil – je mehr schwankender Strom im Netz vorhanden ist, desto höher wird das Risiko eines Netzausfalls.

Allerdings steigt auch ein anderes Risiko: Ein immer höher steigender Strompreis – von Bürgern und Wirtschaft – bezahlt, hat jede Menge Chancen, dass der Wirtschaftsstandort D den Anschluss verliert. Je höher unser Strompreis, desto weniger wettbewerbsfähig wird der Standort Deutschland. Jetzt noch eine CO2 -Abgabe oben drauf, die unsere Energie in unserem Land – und nur dort – weiter verteuert… Und „Made in Germany“ war gestern.

Windräder werden auch in Zukunft nichts zu einer CO2-Reduzierung beitragen können, also verteuern wir so lange die anderen Energien, bis sich das Windspiel rechnet?

Manchmal und immer öfter frage ich mich, ob unser Land mit dem Dekarbonisierungs-Wahn als erstes, und als abschreckendes Beispiel für alle Anderen, mit seiner Energiepolitik Schiffbruch erleiden will.

Mehr zum Thema bei EIFELON:

https://eifelon.de/region/aenderung-des-nrw-windenergieerlasses-in-der-kritik.html

https://eifelon.de/region/zweifler-der-minister-und-das-nrw-porzellan.html

Der Minister und seine Energiestrategie: „Bis 2030 soll die Leistung der Windenergie 10,5 Gigawatt und die der Photovoltaik 11 Gigawatt betragen.“

https://www1.wdr.de/nachrichten/landespolitik/energiepolitik-leitlinien-nrw-100.html

12.7.2019PolitikUmland0 Kommentare cpm

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