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Eine Wildbiene auf Nahrungssuche. [Foto: privat]

Dagmar Gißler: Die „Bienenköngin“ von Hillesheim

Hillesheim: „Vor vielen Jahren habe ich Landwirtschaft studiert“, erzählt Dagmar Gißler im EIFELON-Gespräch. Vor fünf Jahren zog sie dann von Köln in die Eifel und führt seitdem in Hillesheim einen Umwelthof. Inzwischen hat sie das Projekt „Hofzeit – Verein für Umwelt-, Natur- und Tierschutz e.V.“ ins Leben gerufen. Ihr Bauernhof umfasst vier Hektar Land und „250 Quadratmeter Wohnfläche für Tier und Mensch“. Hier lebt eine kleine Schafherde und eine Rotte Schweine, die alle vor dem Schlachthof gerettet wurden.

Dagmar Gißler: Selfie mit Schaf Merlin.

Besonderes Augenmerk legt die 46-Jährige auf den Erhalt der Insektenbestände in der Eifel. Es geht dabei vor allem um wilde Bienenarten wie die Rote und die Gehörnte Mauerbiene, so genannte Solitär- oder Bestäuberbienen. „Wir schnorren Holz bei Schreinereien und bauen dann mit Schulklassen oder Behindertengruppen die Bienenhotels“, schildert Dagmar Gißler ihr Engagement für die Umwelt.

Ein volles Programm für die 46-Jährige, denn seit 1995 arbeitet sie zeitweise auch als Produktionsassistentin der WDR-Sendung „Mitternachtspitzen“. Von hier erhielt sie auch großzügige Unterstützung: Kabarettist Jürgen Becker hat die Patenschaft über 20 ihrer Bienenhotels übernommen und wurde so Besitzer einer „Hotelkette“, wie aus seinem Büro humorvoll verkündet wurde. Auch sein Bühnen-Kollege Wilfried Schmickler setzt sich für das Umweltschutz-Programm in Hillesheim ein.

Wenn solch ein Bienenhotel auf einem Acker aufgestellt wird, verpflichtet sich der jeweilige Bauer, den Boden mit bienenfreundlichen Pflanzen wie Rittersporn, Mohn, wildem Basilikum oder Petersilie zu bestellen. „Wir haben dafür spezielle Saatmischungen entwickelt“, betont Gißler. Dieses Saatgut bekommen die Bauern kostenlos zur Verfügung gestellt. Ebenso wie das Bienenhotel. „Natürlich dürfen dann keine Pestizide mehr versprüht oder die Pflanzen vor der Blüte gemäht werden.“ So sorgt der gemeinnützige Verein dafür, dass die Eifeler Wiesen wieder bunter werden und genug Nahrung für Bienen und Schmetterlinge bieten.

„Bislang habe ich die Kosten zu 80 Prozent alleine getragen“, sagt die engagierte Neu-Eifelerin, doch mittlerweile ist ihr Projekt als gemeinnütziger Verein anerkannt. „Im Oktober beginnt unser erster Praktikant hier sein ökologisches Jahr“, freut sie sich über die Unterstützung. Nach einem schweren Autounfall saß sie lange Zeit im Rollstuhl, mittlerweile kann Dagmar Gißler aber wieder aktiv auf dem Hof mitarbeiten.

Die meisten der produzierten Bienenhotels haben eine Größe von 180 mal 120 Zentimetern. Manche erreichen die Maße von 3 mal XXL. Das entspricht einer Breite von drei Metern. „Diese Bruthilfen werden mit Metallhülsen fest im Boden verankert“, erklärt sie. „Sobald sich ein Landwirt entschließt, so ein Bienenhotel auf seinem Gelände aufzubauen, statten wir ihn zusätzlich mit einem ‚Starter-Set‘ aus.“ Darunter versteht die Landwirtin einen Pappkarton, in dem sich 500 Wildbienen-Kokons befinden. Im Gegensatz zu Honigbienen betreiben Wildbienen keine Brutpflege. Wichtig ist nur, dass die Bienenhotels an einer sonnig-warmen und windgeschützten Stelle Platz finden . Direkt am Fuß davon wird dann der Pappkarton mit den Kokons auf einer kleinen Plattform montiert. „Die Wände werden durchlöchert, damit die Wildbienen von dort aus direkt in die vorbereiteten neue Unterkunft klettern können und sich dort vermehren.“

25.8.2017NaturHillesheim0 Kommentare bwp

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