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Baustelle Energiewende. [Foto: cpm]

„Energiewende“: Wo wir wirklich stehen

Umland: Der Verein Vernunftkraft hat Anfang Dezember ein „Kompendium“ für eine vernünftige Energiepolitik herausgegeben. Was soll man sich darunter vorstellen?

Der Duden erklärt das lateinische Wort „Kompendium“ mit „ein kurz gefasstes Lehrbuch“, einen Leitfaden oder einen Überblick.

Auf über 40 Seiten befassen sich die Fach-Autoren der „Bundesinitiative Vernunftkraft e.V.“, ein Zusammenschluss von über 800 windenergie-kritischen Bürgerinitiativen, mit den technischen, ökologischen, ökonomischen, sozialen und gesundheitlichen Aspekten dieses gesellschaftlichen Mammut-Projekts „Energiewende“. Ein umfassender Überblick. Wo stehen wir wirklich mit diesem Plan, einer totalen Umstrukturierung unserer Energieversorgung auf ausschließlich erneuerbare Energieträger? Die Energiewende „Made in Germany“ mit allen realistischen Aspekten für Mensch, Natur und Wirtschaft, sollte unsere Sichtweise auf dieses Projekt bestimmen.

Die Idee zu diesem Kompendium hatte eine ministerielle Werbebroschüre ausgelöst: „Die Energiewende: unsere Erfolgsgeschichte“ des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie.

In dieser deutschlandweit –  als Beilage über den Zeitungsmarkt – verteilten 20-seitigen Hochglanzbroschüre wird die Energiewende in den höchsten Tönen als ökologische Alternative zur fossilen Stromerzeugung und großartige Erfolgsgeschichte hochgejubelt. Diese Publikation hatte im Frühjahr 2017 unter Fachleuten Kopfschütteln oder Gelächter hervorgerufen, war hier doch von den Werbetextern der Ministerin Zypries heftig, aber zu dick aufgetragen worden.
„Nachhaltig und sicher, bezahlbar und planbar, verlässlich und intelligent“ wird in dieser Broschüre die Energiewende beschrieben. Vorbei an den täglichen Erfahrungen einer zunehmend kritischen Öffentlichkeit, klingt dieser Anspruch wie das laute Pfeifen im Wald, während sich die Protagonisten den unbekannten Gefahren unwägbarer Größe nähern…

Die etwa zeitgleich erschienene Studie von McKinsey hielt „…viele Ziele der Energiewende in Deutschland bis 2020 kaum noch erreichbar“ und befand im März 2017: „Energiewende-Index Deutschland – Die Kosten steigen weiter.“

Wenn die Öffentlichkeit von der verantwortlichen Ministerin nicht mehr korrekt, sondern nur noch werbetechnisch geschönt informiert wird, ist es an der Zeit, der breit angelegten Desinformation mit realen Fakten zu begegnen, war man sich bei der Vernunftkraft einig.

Kurz vor Weihnachten kam nun das „Kompendium für eine vernünftigen Energiewende“ heraus. Es wurden über 40 Seiten, die es in sich haben. Sachlich werden die komplexen Zusammenhänge zwischen schwankendem erneuerbarem Stromertrag und den notwendigen technischen Anforderungen an ein Stromnetz erklärt und die daraus resultierenden Fakten präsentiert.

“Aber wo soll der Strom denn herkommen?” ist die Standardfrage, die jeder sofort gestellt bekommt, der sich kritisch zum Ausbau von Wind- und Solarkraftwerken äußert. Die Bestandsaufnahme stellt diese Frage in den Mittelpunkt und zeigt, dass eben jene keine Alternativen sind: Kraftwerke, die Wind- und Sonnenenergie unmittelbar zu nutzen versprechen, sind nicht Teil der Antwort, sondern des Problems, indem sie die Dringlichkeit der Fragestellung weiter verschärfen.

Die Unmöglichkeit, mit Wind und Sonne eine Industrienation mit einer berechenbaren Menge an Strom zu beliefern, wird ebenso thematisiert, wie die technische Unmöglichkeit, über Speichermedien genügend Elektrizität für den Fall einer Flaute vorzuhalten.

Auch das Standard-Gegenargument “Irgendwo weht immer der Wind…”, wird anhand bestehender wissenschaftlicher Analysen beleuchtet.

Die Energiewende sei ein “Segen für den ländlichen Raum”, befand der einstige Kanzleramtschef Altmaier noch vor wenigen Jahren. Strukturschwache Regionen würden über die Energieproduktion zu neuem Aufschwung gelangen. Ebenso hohe Erwartungen werden in die deutsche Technologieführerschaft bei Zukunftstechnologien und in den grünen Beschäftigungsboom gesetzt.

Das Kapitel zu den ökonomischen Aspekten misst diese Erwartungen an der Wirklichkeit und legt Schieflagen und Fehlanreize offen, die erhebliche Risiken für Wachstum und Wohlstand in unserem Land bergen.

„Wenn es dem Klimaschutz und der Umwelt dient, dann sollte uns kein Opfer und keine technische Herausforderung zu groß sein“ – so lautet eine weit verbreitete Einstellung. Tatsächlich beruht diese aber auf falschen Prämissen, wie im Beitrag zu den ökologischen Aspekten der Energiewende aufzeigt wird. Statt des versprochenen Klimaschutzes bewirkt die gegenwärtige Energiepolitik ein Biodiversitäts-Desaster.

Warum haben Windanlagen Auswirkungen auf die Gesundheit der Menschen, die in ihrer Nähe Leben müssen? Die politisch Verantwortlichen haben bei diesem Thema in den letzten Jahren lieber weggesehen. Auch damit setzt sich das Kompendium auseinander. Es gibt mittlerweile wissenschaftliche Beweise für die Auswirkungen des Infraschalls auf das menschliche Gehirn. Welche Bereiche in unserem Kopf der unhörbare Schall erreicht und was dieser dort auslöst, wird ebenfalls beschrieben.

Mit der ‚Energiewende’ wurde beabsichtigt, die Energieversorgung Deutschlands auf „erneuerbare“ Quellen auszurichten. Windkraft und Photovoltaik wurden als ‚Säulen der Energiewende’ bezeichnet, erheblich gefördert und protegiert.

Wer die Ergebnisse dieser Politik an den energiewirtschaftlichen Zielen Bezahlbarkeit, Versorgungssicherheit und Umweltverträglichkeit misst, erkennt allerdings in allen drei Zielkategorien erhebliche Verschlechterungen.

Wie im Kompendium dargelegt, sind diese Zielverfehlungen weder überraschend, noch vorübergehend, denn ihnen liegen physikalische Gesetzmäßigkeiten und technische Zusammenhänge zugrunde. Unter Beibehaltung dieser Politik werden sich die Fehlentwicklungen weiter verstärken und die erhofften Segnungen der ‚Energiewende’ weiter ausbleiben.

fasst Vernunftkraft e.V. die Ausführungen zusammen.

Für alle, die sich umfassend und ungeschönt zum Thema Energiewende und dem Stand ihrer Umsetzung informieren wollen, bietet das „Kompendium“ die richtige Lektüre für die Feiertage. Im Anhang finden sich dann die Mailadressen der Fachleute zu den jeweiligen Themenkomplexen. Damit ist auch die Möglichkeit für Rückfragen an die Experten gegeben.

Bei EIFELON zum Thema:

22.12.2017PolitikUmland0 Kommentare cpm

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